Essen. . Am 11. März 2017 gab es im Einkaufscenter Limbecker Platz eine Terrordrohung. Centermanagerin Alexandra Wagner berichtet, was sich verändert hat.

Den 11. März 2017 wird Alexandra Wagner, Centermanagerin des Limbecker Platzes, nie vergessen. Wie sie das Telefon 5.30 Uhr aus dem Bett klingelte, wie sie danach hektisch mit der Zentrale des Center-Betreibers ECE in Hamburg telefonierte und wie sie kaum später im Polizeipräsidium saß, um sich über das weitere Vorgehen mit der Polizei abzustimmen. Denn an dem sonnigen Samstag vor etwas mehr als einem Jahr musste das Einkaufszentrum wegen einer Terrordrohung geschlossen bleiben. Schwerbewaffnete Polizisten umstellten das Gebäude, riegelten es über Stunden ab. Es hatte Hinweise darauf gegeben, dass eine ganze Tätergruppe einen Anschlag für den Nachmittag geplant hatte. Wie konkret die Gefahr tatsächlich war, ist bis heute nicht bekannt. War eine Schließung übertrieben?

Für Alexandra Wagner stellt sich diese Frage bis heute nicht: „Es war richtig, das Center nicht zu öffnen. Auch wenn man die verlorenen Umsätze das ganze Jahr über nicht mehr herausholt“, stellt sie klar. Geschäft hin oder her. „Hauptsache, es ist nichts passiert“, so Wagner.

Neue Räumungsübung geplant

Der 11. März 2017 hat dennoch den Alltag im Center verändert, wie die Centermanagerin am Dienstag bei einem Vortrag auf dem Sicherheitstag der Industrie- und Handelskammer (IHK) berichtet. „Wir sind wachsamer geworden“, sagt sie. Das gilt nicht nur für das Management sondern auch für die 200 Mieter im Haus. „Der 11. März hat viele erst einmal aufgerüttelt, über das Thema Sicherheit nachzudenken“, sagt Wagner. Heute schaue jeder aufmerksamer hin, wenn irgendwo eine herrenlose Tasche steht oder sich jemand auffällig verhält. Panik ist nicht angesagt, aber Wachsamkeit.

Außerdem werde es im Limbecker Platz dieses Jahr wohl zum ersten Mal eine Übung geben, wie das Center auch durch rückwärtige Räume geräumt werden könne. Bei der jährlichen Routine-Feuerwehrübung verlassen Kunden und Mitarbeiter das Center über die offiziellen Fluchtwege nach draußen. Aber reicht das in einem Terror- oder Amokfall aus?

Mehr Wachpersonal gibt es aber nicht

Mehr Wachpersonal dagegen gibt es seither im Limbecker Platz nicht. Das hatte die ECE als Betreiber schon vorher aufgestockt. An Spitzentagen sind weiter sechs Wachleute im Center unterwegs. „Es ist gar nicht einfach, da einen Mittelweg zu finden“, stellt Wagner klar. Denn sehen die Kunden zu viel Security, haben sie möglicherweise erst recht Ängste.

Die Kunden hat das Szenario am 11. März nicht abgeschreckt. „Schon am darauffolgenden Wochenende hatten wir wieder normale Besucherzahlen im Center.“ Dennoch hat der Tag schlagartig ins Bewusstsein gerufen, dass die Terrorgefahr allgegenwärtig ist und es keine Sicherheit geben kann. Auch Polizeipräsident Frank Richter betonte am Dienstag beim IHK-Sicherheitstag nochmal eindrücklich: „Wir werden mit Technik nicht alles lösen können.“ Amoktäter oder Selbstmordattentäter ließen sich von Kameras etc. nicht abschrecken. „Wir müssen wachsam sein, müssen auf andere achten. Das haben wir verlernt.“