Essen. Nach den geschützten Vögeln, gaben nun offenbar mögliche Blindgänger den Konzert-Plänen auf dem Flughafengelände Essen-Mülheim den Rest.

Eine schlimme Provinzposse ist das Hin und Her um das Konzert von Ed Sheeran auf dem Flughafen Essen-Mülheim schon sehr lange. Nun also wohl die endgültige Absage: Satte 103 Verdachtsstellen für mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hätte die Stadt untersuchen lassen müssen, bevor der Aufbau einer Bühne in den Bereich des Genehmigungsfähigen gelangt wäre. Das demonstriert noch einmal eindrucksvoll die ungeheure Verhinderungskraft, die einer vollentwickelten, uns stets fürsorglich umsorgenden Bürokratie innewohnt.

Auch die zwei Oberbürgermeister konnten nicht mehr viel erreichen

Der Naturschutz in Gestalt einiger Vogelpaare war schon ein furchtgebietender Gegner für Ed Sheeran. Hier schien aber immerhin nach allerdings unsäglichen Anstrengungen eine Lösung gefunden. Gegen die Blindgänger, für die ja seit einigen Jahren ganze Städte von jetzt auf gleich stillgelegt werden müssen, war dann aber wohl kein Kraut gewachsen.

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Auch die Reise beider Oberbürgermeister zur Bezirksregierung konnte keine mildernden Umstände mehr erwirken – nebenbei bemerkt ein beachtlicher Aufwand für ein einzelnes Konzert. Für den Veranstalter, durch die Vögel-Diskussion vorgeschädigt, waren die imaginären Bomben wohl mehr als nur der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Ideal ist das Flughafengelände allerdings wirklich nicht - wegen der schlechten ÖPNV-Anbindung

Zugeben muss man, dass das Flughafen-Gelände auch aus anderen, aus nachvollziehbaren Gründen kein idealer Konzertstandort ist. 80.000 Fans möglichst chaosfrei an- und wieder abreisen zu lassen, wäre ohne leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr hier noch eine Herausforderung gewesen.

Aber das hat sich ja nun wohl erledigt. Bye-bye, Ed Sheeran, und alles erdenklich Gute in Düsseldorf!