Essen. In der Eissporthalle Essen-West startete gestern wieder das Geschäft mit den Silvester-Böllern. Das Probeschießen gab einen kleinen Vorgeschmack.

Die einen können davon gar nicht genug bekommen, die anderen halten lieber die Ohrstöpsel bereit, doch einig sind sich alle: Das Feuerwerk gehört zu Silvester wie der Neujahrssekt und „Dinner for One“. Enthusiasten des knallenden Spektakels kommen seit gestern bei Thomas Schiemann in der Eissporthalle Essen-West auf ihre Kosten – dort ist traditionell noch bis Samstag der wohl größte Böllerverkauf der Stadt.

Beim Probeschießen bekamen Interessenten einen Vorgeschmack auf den Silvesterabend.
Beim Probeschießen bekamen Interessenten einen Vorgeschmack auf den Silvesterabend. © AREND

Auf zwei Etagen reihen sich Raketen und Batterien aneinander, so weit das Auge reicht. “Hard Stuff“, „Fire Rone“, „Eclipse“ – je martialischer der Produktname, desto höher möglicherweise das Aufsehen an Silvester.

Bereits seit 20 Jahren betreibt Thomas Schiemann das Geschäft mit den explosiven Gütern. Die Ausgangssituation hat sich seit den Anfängen jedoch geändert. „Die größte Konkurrenz sind die Discounter, die allein schon durch ihr Werbemonopol im Vorteil sind“, meint Schiemann. Früher sei allein schon der Spaßfaktor beim Verkaufen eine große Motivation gewesen – angesichts der schwierigen Marktlage habe sich das etwas geändert.

Und doch versucht Schliemann mit seinem Team, den entscheidenden Vorteil gegenüber den Supermärkten auszuspielen: „Wir haben viele Artikel vorrätig, die die Märkte aus Gründen der Rentabilität gar nicht anbieten können.“ Im Sortiment zu finden sind natürlich Klassiker wie Zisselmänner und China-Böller, aber eben auch einige, meist hochpreisige Spezialprodukte. „Der Trend zeigt ohnehin, dass die Leute lieber wenige, aber dafür hochwertige Produkte kaufen, als massig Billigware.“

Manchmal gehen Batterien für 200 Euro über den Ladentisch

Ihren anspruchsvollem Feuerwerkspaß lassen sich einige richtig was kosten: „Immer wieder kommen Kunden, die uns bitten, einfach das Teuerste einzupacken, was wir anbieten“, berichtet Schliemann – und so gehen tatsächlich Batterien für 200 Euro über den Ladentisch. Für fünfzehn, vielleicht zwanzig Sekunden Böller-Vergnügen, mit denen man dann zugegebenermaßen die Nachbarschaft ordentlich beeindrucken kann.

Unglaublich mag dies mancher finden, doch Thomas Schliemann entlockt es kaum mehr als ein Achselzucken: „Es gibt ja auch Menschen, die im Supermarkt aus Prinzip den teuersten Champagner verlangen.“

Zugang zu den Verkaufsräumen musste zeitweise beschränkt werden

Am Abend des ersten Verkaufstages, so will es die Tradition, veranstaltete Schiemann auf dem Parkplatz der Eissporthalle das „Probeschießen“ – dabei schickte er auch die größeren Kaliber an den Start, bei denen der Schwarzpulveranteil schon in Kilogramm angegeben werden kann. Ein Spektakel, das seine Wirkung nicht verfehlte; zeitweise mussten Schliemanns Mitarbeiter nach der Vorführung sogar wegen des großen Andrangs den Zugang zu den Verkaufsräumen beschränken.

Einige Ungeduldige konnten es nicht mehr abwarten und zündeten die frisch erworbenen Raketen direkt auf dem Parkplatz. „Na dann Frohes Neues“, scherzte ein Schaulustiger.