Luftreinhalteplan, Verkehrssituation und Parkplatznot – keine Themen, die am Samstag, 9. September, auf der gesperrten Rüttenscheider Straße von großer Bedeutung sein werden. Baujahr, Hubraum, PS – darum geht’s! Zur neunten Auflage des Autotreffens „Dukes of Downtown“ erwarten die Veranstalter 111 Teilnehmer, für mehr ist kein Platz. „Cool“ und „selten“ müssen die Fahrzeuge sein, sagt Mitorganisator Helge Jepsen. Und die Besitzer wohl ein bisschen verrückt.
„Es ist eine Mischung aus kindlicher Freunde und Scham, weil es ja schon eine Form von Umweltverpestung ist“, beschreibt Jepsen das Gefühl in dem Moment, wenn alle Teilnehmer gleichzeitig „die Karren starten und Gas geben. Das ist schon Schwachsinn. Aber der macht manchmal ja auch Spaß.“
Käfer, Saab und Porsche am Klang erkennen
Früher, erzählt Jepsen, habe man die Autos noch an ihrem Klang erkennen können. Einen Käfer oder Saab, „den Porsche sowieso, und auch einen Mercedes“. Heute würden Ingenieure am richtigen Sound tüfteln und ihn zur Not mit Computerprogrammen steuern.
„Die Autos werden immer gleicher, sie sehen gleich aus. und klingen gleich – oder gar nicht“, sagt Jepsen. „Das ist wegen der Umwelt auch in Ordnung.“ Aber bei solchen Gelegenheiten wie nächsten Samstag, wenn man den Zweitwagen aus der Garage holt und der Auspuff hustet, dann müsse ein bisschen Lärm auch erlaubt sein.
Hubraummonster geben den Ton an
Jepsen selbst kann im Konzert der großen Motoren kaum mitspielen. „Ich habe einen Reliant Scimitar GTE“, ein britischer Sportwagen aus den späten 60er Jahren. Der übt sich nicht unbedingt in englischer Zurückhaltung, „aber wenn neben mir ein Mustang mit 5,7 Litern steht, muss ich selbst kurz überlegen, ob mein Auto an ist. Da sind die Amis eben ganz vorne, gegen die geht auch ein 911er unter.“
Am 9. September soll es aber nicht nur um veritablen Krach aus acht Zylindern gehen. Auch die Musiker von Nerdcore bekommen ihre Chance, die Besucher zu beschallen. Ab 21 Uhr spielt das Duo Alternative Rock bei gutem Wetter vor der Zweibar, bei schlechtem drinnen. Und für die Gäste, die noch weit entfernt vom Führerschein sind, gibt es eine Hüpfburg. Da geht es dann wohl auch nicht gerade leise zu.


