Stadtentwicklung

Abriss: RWE-Hochhaus an der Freiheit soll im Herbst fallen

Das RWE-Hochhaus an der Huyssenallee, rechts im Bild, wird abgerissen. Im Herbst 2020 soll der Abbruch wie geplant beginnen. 

Das RWE-Hochhaus an der Huyssenallee, rechts im Bild, wird abgerissen. Im Herbst 2020 soll der Abbruch wie geplant beginnen. 

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Der Energiekonzern RWE zieht gerade aus dem ypsilonförmigen Gebäude aus. Es soll für einen neuen Bürocampus in Essens Mitte Platz machen.

Der Abriss des markanten ypsilonförmigen RWE-Hochhauses an der Freiheit rückt näher. Bis Ende Mai wird der bisherige Mieter, der Energiekonzern RWE, das Gebäude an der Huyssenallee 2 verlassen. Anfang Mai hatte das Unternehmen seinen neuen Campus im Nordviertel bezogen.

Damit ist der Weg frei für den geplanten Abriss des Hochhauses, das 1980 als Erweiterung der benachbarten RWE-Zentrale (Kruppstraße 5) errichtet worden war. "Der Zeitplan ist unverändert. Wir beginnen im Herbst mit dem Abbruch", sagte eine Sprecherin des Grundstückseigentümers Kölbl Kruse.

Der Essener Projektentwickler Kölbl Kruse hatte das Areal samt der Hochhausbauten im Jahr 2017 für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag erworben. Ursprünglich sollte ein Großteil des Geländes mit einem neuen Campus für Innogy bebaut werden. Dafür hatte Kölbl Kruse bereits das angrenzende, ehemalige Ferrostaal-Haus an der Huyssenallee abgebrochen. Das geplante Projekt mit Innogy war allerdings Mitte 2018 geplatzt.

Dennoch hält Kölbl Kruse am Abriss des 19 Stockwerke zählenden Kolosses weiterhin fest und will das Areal damit baureif machen. Das Y-Bürohochhaus gilt als nicht mehr zeitgemäß. Eine Sanierung wäre teuer als ein Neubau, hieß es schon vor einiger Zeit.

Kölbl Kruse hält sich mit Plänen für den Campus bedeckt

Wann das riesige Grundstück, das sich in bester innenstadtnaher Lage befindet, dann zu einem Bürocampus entwickelt werden soll, ist weiter offen. Kölbl Kruse hält sich dazu bedeckt. Die Sprecherin sagte dazu nur: "Wir führen viele Gespräche mit potenziellen Nutzern. Spruchreif ist aber noch nichts."

Das Grundstück bietet Platz für über 100.000 Quadratmeter Bürofläche. Innogy hätte davon etwa 60 Prozent genutzt. Bislang gibt es keinen neuen Ankermieter, der einen solch großen Teil mieten will. "Solche Riesennutzer fallen nicht vom Himmel. Wir planen daher kleinteiliger", sagte die Sprecherin von Kölbl Kruse. Der Projektentwickler ist allerdings dafür bekannt, dass er erst eine gewisse Vermietungsquote vertraglich gesichert haben will, bevor er mit dem Bauen beginnt. Dies wird bei einer kleinteiligeren Herangehensweise aufwendiger.

Corona bremst Vermietungsgeschäft

Hinzu dürfte kommen, dass auch die derzeitige Corona-Krise die Suche nach großen Mietern nicht gerade leichter macht. "In den Konzernen ist wegen Corona alles gestoppt. Da läuft momentan gar nichts. Die haben derzeit andere Baustellen", sagt der Essener Büromakler Eckhard Brockhoff. Er glaubt, dass sich dies erst im zweiten Halbjahr wieder bessern wird. Allerdings bleibt dann auch vor dem Hintergrund der Homeoffice-Erfahrungen immer noch die Frage, wie viel Fläche die Unternehmen künftig überhaupt noch suchen und bezahlen wollen.

Mit dem Abriss des Hochhauses fällt im Übrigen auch der achteckige Zwischenbau entlang der Kruppstraße dem Bagger zum Opfer. Dort ist momentan noch die Kantine für RWE und Innogy untergebracht. Innogy, das im benachbarten Hochhaus Kruppstraße 5 sitzt, braucht dann ein neues Mitarbeiterrestaurant. Dieses wird zurzeit von Kölbl Kruse in dem Gebäude eingebaut, wie die Sprecherin erklärte.

Innogy ist in der Kruppstraße 5 noch bis mindestens 2025 Mieter. Dieses Hochhaus steht seit einiger Zeit unter Denkmalschutz und wurde so vor dem drohenden Abriss bewahrt. Beobachter halten es derweil nicht für ausgeschlossen, dass Innogy in einiger Zeit doch noch Mieter in dem geplanten Bürocampus werden könnte.

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