Theaterfest

30 Jahre Opernhaus:„Das Aalto ist mein zweites Wohnzimmer“

Kommt eine Kutsche gefahren: Das Gefährt aus der Verdi-Oper „Luisa Miller“ kam beim großen Theaterfest wieder zum Einsatz. 2019 kehrt die Inszenierung zurück auf den Aalto-Spielplan. Fotos:Carsten Klein

Kommt eine Kutsche gefahren: Das Gefährt aus der Verdi-Oper „Luisa Miller“ kam beim großen Theaterfest wieder zum Einsatz. 2019 kehrt die Inszenierung zurück auf den Aalto-Spielplan. Fotos:Carsten Klein

Essen.   Aalto-Theater feiert 30. Geburtstag mit allen fünf Sparten und einigen tausend Gästen. Viele Besucher sind dem Opernhaus seit Jahrzehnten treu

Die 80 000 Besucher, die vor 30 Jahren zur Eröffnung des Aalto-Theater kamen, die sind heutzutage natürlich nicht mehr zu toppen. 1987 war der Andrang enorm, alle wollten damals das neue Essener Musiktheater sehen, auf das die Stadt so lange gewartet hatte. Riesig ist das Interesse aber immer noch, wenn das Opernhaus zum großen Theaterfest lädt. Unter dem Motto „30 Jahre Aalto – alle feiern mit“ wurde gestern mit allen fünf Sparten der runde Geburtstag des Hauses begangen. Schauspieler, Chor, Philharmoniker und Sänger feierten gemeinsam mit mehreren tausend Besuchern ein großes, buntes Fest. Drinnen und draußen, mit Tanz- und Schauspielworkshops für Kinder und Jugendliche, offenen Proben, Führungen durch Werkstätten und Kulissen, Papiertheater, Kostümverkauf – eben viel Theater zum Anfassen und Ausprobieren.

Verliebt in die Architektur

Dass der wellenförmig geschwungene Bau mit seiner zeitlosen Eleganz noch immer überzeugt, das hört man an diesem sonnigen Sonntagnachmittag von vielen Gratulanten. „Ich bin ein bisschen in das Haus und seine Architektur verliebt“, sagt Ritta-Maria Tahvanainen. Die ist Finnin und hat natürlich schon deshalb einen besonderen Bezug zum Aalto-Theater, das ja bekanntlich nach den Plänen des finnischen Architekten Alvar Aalto errichtet wurde.

„Ein toller beeindruckender Bau, gerade weil er so organisch wirkt“, findet auch das Ehepaar Siebert. Das begleitet das Aalto seit seiner Eröffnung, ist schon lange Mitglied im Theaterring. „Kultur gehört einfach zu unserem Leben“, sagen Rosemarie und Siegfried Siebert. Und als wäre es erst gestern gewesen, erinnern sie sich an die erste Premiere. „Das waren Wagners ,Meistersinger von Nürnberg’, ein großartiges Stück.“ Hätten sie einen Wunsch frei „dann möchten wir die Meistersinger noch einmal genau so erleben“.

Stattdessen erleben sie auf der Bühne im Stadtgarten Schauspielintendant Christian Tombeil als Auktionator: Mit Witz und Verve versucht er, diverse Kostüme an den Mann zu bringen. Jennifer Kahl und Sylke Termath beobachten amüsiert das Spektakel. Beide Essenerinnen sind passionierte Theaterbesucherinnen. „Schauspiel, Tanz und Oper“, fasst Jennifer Kahl ihre Vorlieben zusammen. Und nennt das Aalto „mein zweites Wohnzimmer“.

Berufswunsch führt auf die Bühne

Davon ist die Familie Tremmler weit entfernt: Gerade von Hannover nach Essen gezogen, müssen sie erst einmal ihr eigenes Wohnzimmer einrichten. „Aber wir haben schon viel vom Aalto-Theater gehört und freuen uns auf den ersten Besuch.“ Den hat die achtjährige Klara-Sophie Rawski bereits hinter sich. Mehrfach. Und scheinbar war das so beeindruckend, dass die selbstbewusste Schülerin schon genau weiß, was sie werden will: „Opernsängerin, Schauspielerin und Tänzerin. Und dann stehe ich auf der Bühne im Aalto.“

Viel Programm auch in der Philharmonie

Neben dem Aalto-Theater öffnete auch die benachbarte Philharmonie gestern ihre Türen für das Publikum. Dort gab es beispielsweise eine Vorführung der großen Kuhn-Orgel oder eine Probe des Aalto-Kinderchores.

Schnelles Umbauen war angesagt. Am Abend konnte das Publikum schon wieder ein Konzert mit Valery Gergiev und dem Mariinsky Orchestra erleben.

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