ÖPNV

Stadt gibt Fehler zu: Supermärkte fehlen im Nahverkehrsplan

Die Haltestelle Rembrandtstraße wird aus Richtung Serm und Ungelsheim ab Juni 2019 nicht mehr angefahren. Das Einkaufen in den Supermärkten und Discountern an der Mündelheimer Straße wird für ÖPNV-Nutzer dadurch schwieriger.

Die Haltestelle Rembrandtstraße wird aus Richtung Serm und Ungelsheim ab Juni 2019 nicht mehr angefahren. Das Einkaufen in den Supermärkten und Discountern an der Mündelheimer Straße wird für ÖPNV-Nutzer dadurch schwieriger.

Foto: Morris Willner

Duisburg-Süd.   Supermärkte an der Mündelheimer Straße fehlen im neuen Nahverkehrsplan. Trotzdem wird der neue Fahrplan nicht verbessert – jedenfalls erstmal.

Vier Monate sind es noch bis zur Umstellung auf den neuen Duisburger Nahverkehrsplan, doch die Menschen im Süden sorgen sich in vielen Stadtteilen, verkehrstechnisch abgehängt zu werden. „Bei der Erstellung des Plans wurden grobe handwerkliche Fehler gemacht.“ Diesen Vorwurf erhebt Werner Schulz, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins Hüttenheim.

Damit meint er nicht nur die Haltestelle „Goslarer Straße“ , die im Plan der Linie Süd 3 an der falschen Stelle eingezeichnet ist. Sondern die generelle Wegführung der Linien Süd 1 und Süd 2, wie die Planungsnamen der neuen Buslinien lauten.

„Die Leute werden gezwungen, am Angerbogen einzukaufen“

Bisher können Menschen aus Serm und Ungelsheim mit einem Bus der Linie 946 in den Supermärkten an der Mündelheimer Straße einkaufen gehen. „Ab dem Sommer wird die Haltestelle Rembrandtstraße, die dort liegt, von Serm aus aber nicht mehr angefahren. Der Bus biegt schon an der Goslarer Straße ab und fährt weiter Richtung St.-Anna-Krankenhaus“, erklärt Schulz das Problem. „Die Leute werden dadurch gezwungen, am Angerbogen einkaufen zu gehen.“

Wer seine Einkäufe weiterhin auf der Mündelheimer Straße erledigen will, muss mit dem Bus zum Ehinger Berg oder zum Sittardsberg fahren und dort umsteigen. Zwischen diesen beiden Punkten verkehrt nämlich die Süd 1. „Es wäre viel sinnvoller, wenn der Bus über den Ungelsheimer Graben, die Mündelheimer Straße und Am Alten Angerbach fahren würde“, kritisiert Schulz. „So blieben die Stadtteile weiter an die Supermärkte angebunden. Ich denke auch, dass durch den Umweg nicht viel Zeit verloren geht.“

Fürs XXL-Bad ist keine Haltestelle eingeplant

Durch diese Streckenführung würde auch das XXL an das Busnetz angebunden. Eine Haltestelle dort sieht auch der neue Nahverkehrsplan nicht vor – obwohl dort in wenigen Jahren ein riesiges Schwimmbad gebaut werden soll. „Hat die Stadt das Projekt schon aufgegeben?“, fragt Schulz.

Die Verwaltung müsse sich außerdem auch finanzielle Sorgen machen, glaubt er. „Die Lärmschutzwände zwischen den Haltestellen Schwarzer Weg und Rosenbergstraße wurden vor allem für die Busse gebaut. Ab dem Sommer fahren dort aber keine mehr. Bezahlt wurden die Wände zum Teil mit Bundesmitteln. Die Stadt darf sich nicht wundern, wenn der Bund das Geld zurückverlangt“, sagt er.

Stadt: Erst den neuen Fahrplan abwarten, dann nachbessern

Bei einem Bürgergespräch über den Nahverkehrsplan im Duisburger Süden habe Oberbürgermeister Sören Link den Anwesenden zugesichert, nichts sei „in Stein gemeißelt.“ Die Verwaltung will die Pläne jedoch nicht mehr ändern. Das ärgert Schulz.

Das eine schließe das andere nicht aus, sagt Stadtsprecher Falko Firlus. „Der aktuell beschlossene Nahverkehrsplan wird nicht mehr geändert. Erst wenn der neue Fahrplan in Kraft getreten ist, wird sich zeigen, an welchen Stellen nachgebessert werden muss. Das bedeutet, dass der Plan immer wieder angepasst werden muss“, sagt er. Dies beziehe sich auf auch die Anbindung des XXL-Bads.

Stadt gibt Fehler im Nahverkehrsplan zu

Die Einwände aus Ungelsheim seien im Rat der Stadt nicht zum Zuge gekommen. „Der Gutachter hat die Wege der Linien Süd 1 und Süd 2 so konzipiert, dass sie die beste Lösung für das Gesamtsystem darstellen“, sagt Firlus. Schulz’ Kritik, dass die Mündelheimer Straße schlecht angebunden sei, weist er zurück: Mit der direkten Anbindung an den Nahversorgungsbereich Huckingen seien Ungelsheim und Serm angeschlossen. „Welche Geschäfte wo liegen, spielt dabei keine Rolle, sondern welche Sortimente wo angeboten werden“, so Firlus.

Die Fehler im Plan räumt er ein: Tatsächlich ist eine Haltestelle falsch eingetragen worden, ebenso wurden die Hüttenheimer Supermärkte nicht in den Nahverkehrsplan eingetragen, obwohl sie den gleichen Stellenwert besitzen wie das Einkaufszentrum am Angerbogen – versehentlich.

<<< SO GEHT’S PER BUS AB JUNI WEITER

  • Nach der Umstellung auf den neuen Nahverkehrsplan wird Ungelsheim über die neue Linie 942 erschlossen. Diese Linie verkehrt werktags halbstündlich.
  • Die Mündelheimer Straße wird über die neue Linie 941 erschlossen. Sie verkehrt an Schultagen im 15-Minuten-Takt. Über beide Linien ist die U79 erreichbar.

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