Schule

Sekundarschule Am Biegerpark kritisiert ihr eigenes Wachstum

Die Hauptschule Beim Knevelshof läuft zum Sommer aus. Bis die Sekundarschule hier einzieht, sind noch einige Renovierungsarbeiten zu erledigen.

Die Hauptschule Beim Knevelshof läuft zum Sommer aus. Bis die Sekundarschule hier einzieht, sind noch einige Renovierungsarbeiten zu erledigen.

Foto: Stephan Eickershoff/Archiv

Duisburg-Huckingen/Wanheim.   Zum Sommer bekommt die Sekundarschule einen 2. Standort – dabei will sie das nicht. Immerhin: Sogar Schüler dürfen den neuen Standort mit planen.

Ein gutes halbes Jahr dauert es nur noch, dann wird aus einer Sekundarschule im Duisburger Süden eine zweite: Mit Beginn des neuen Schuljahrs 2019/2020 soll die Sekundarschule Am Biegerpark ihren zweiten Standort dort beziehen, wo gerade die Schüler der auslaufenden Hauptschule Beim Knevelshof ihr letztes Schuljahr absolvieren. Inzwischen steht fest, wie die doppelte Sekundarschule funktionieren soll.

Die unteren Jahrgänge bleiben am bisherigen Standort, die kommenden Klassen 9 und 10 ziehen um. Auch die Lehrer werden aus organisatorischen Gründen entweder am einen oder am anderen Standort eingesetzt. Auf diese Weise entfällt für Lehrer wie Schüler eine sonst nötige, zeitraubende Pendelei.

Der neue Schulstandort muss noch saniert werden

„Wir müssen zum neuen Schuljahr da rein“, sagt Schulleiter Pavle Madzirov. Bis dahin allerdings muss vor allem die Stadt als Schulträger noch einige Hausaufgaben machen: Die Fachräume im Keller des alten Gebäudes bezeichnet Madzirov als „nicht zeitgemäß“, außerdem: „Ich stecke keine Kinder in einen Kellerbunker.“ Dementsprechend ziehen die Fachräume in höher gelegene Räume; manche werden neu eingerichtet, bestehende saniert. Andere Wünsche sind pragmatischer Natur: Beschilderung und ein Sonnenschutz von außen müssen installiert werden. Auch ein Lieblingsprojekt von Pavle Madzirov auf dem Weg zur digitalen Schule soll am neuen Standort zum Einsatz kommen: beschreibbare Wände, die auf mit Spezialfarbe gestrichenen Wänden basieren – gestrichen werden muss die dann ehemalige Hauptschule ohnehin.

Auch die Schüler planen den neuen Standort mit

Weitere Wünsche wird ein Workshop an der Schule im März ergeben: Schüler, Lehrer, Eltern und Hausmeister erarbeiten gemeinsam mit Schulplanern und Architekten ihre Vorstellungen vom neuen Sekundarschul-Standort. Was Schulleiter Madzirov schon jetzt weiß: „Die Eltern legen großen Wert darauf, dass die Lernbüros und das offene Lernen auch am neuen Standort umgesetzt werden können.“

Die Aufteilung auf zwei Standorte geschieht gegen den Willen der Schule; die Schulkonferenz hatte mehrheitlich dagegen gestimmt. Nicht allerdings der Rat: Der hatte das Vorhaben der Stadtverwaltung inklusive Erweiterung der bisher vierzügigen Sekundarschule Am Biegerpark auf sechs Züge beschlossen. Schulleiter Madzirov erklärt die Kritik der Schule so: „Das widerspricht dem Grundgedanken der Gründung dieser Schule: kleine Klassen, individuelle Förderung.“ Gerade das aber sei der Hauptunterschied zur Gesamtschule. „Das ist unsere große Stärke.“ Die sieht er durch die Änderungen in Gefahr.

Die Stadt sieht sich zur Vergrößerung gezwungen

Auch wenn der Ratsbeschluss einer Verwaltungsvorlage folge: „Das sind Notlösungen, die keiner Seite Freude bereiten, auch nicht dem Schulträger.“ Die Stadt sehe sich rechtlich dazu gezwungen: Sie muss so viele Plätze an Schulen mit einem Zugang zur Sekundarstufe II vorhalten, wie es dem Elternwillen entspricht. Die Sekundarschule bietet selber zwar keine Oberstufe an; sie garantiert aber Oberstufenplätze für ihre Schüler über eine Kooperation mit der Gesamtschule Süd.

Die Sekundarschule Am Biegerpark also künftig nicht nur an zwei Standorten, sondern auch mit sechs Zügen – werden die voll? Madzirovs Antwort darauf ist eindeutig: „Ich hoffe nicht!“

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