Bildung

Immer auf der Suche nach jungen Talenten

Talente entdecken: Beim Talent-Scouting arbeiten das Bertolt-Brecht-Berufskolleg und die Uni Duisburg-Essen zusammen.

Foto: Michael Dahlke

Talente entdecken: Beim Talent-Scouting arbeiten das Bertolt-Brecht-Berufskolleg und die Uni Duisburg-Essen zusammen. Foto: Michael Dahlke

Duisburg-Huckingen.   Talent-Scouting: Bertolt-Brecht-Berufskolleg und Uni schlossen Kooperation. Schüler können sich intensiv beraten lassen. Bildungsgerechtigkeit

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Yassin will studieren, als erster in der Familie. Wirtschaftsinformatiker, das ist sein Ziel. Die Idee dazu hatte der Schüler des Bertolt-Brecht-Berufskollegs schon lange im Kopf. Der Talent-Scout Mesut Kader hat ihn darin bestärkt und Wege aufgezeigt, dieses Ziel zu erreichen. Das Berufskolleg am Biegerhof kooperiert seit kurzem mit der Uni Duisburg-Essen (UDE) beim NRW-Talent-Scouting.

Einmal im Monat kommt der Talent-Scout von der Uni an die Schule. Er spricht mit Schülern der Oberstufe darüber, wie es nach dem (Fach-)Abitur weitergehen soll.

Neutraler Gesprächspartner

Die Beratung soll ein offenes Angebot sein. Hier kann man sich über die eigenen Talente und über die Möglichkeiten, diese zu nutzen, klar zu werden. „Das geht oft besser mit einem neutralen Gesprächspartner als in der Familie oder im Gespräch mit den eigenen Lehrern“, weiß Volker Kleebaum, Leiter des Berufskolleg, aus Erfahrung.

Manchmal brauchen Schüler eine Ermunterung. „Gerade Jugendliche, die nicht aus Akademiker-Familien kommen, trauen sich ein Studium oft nicht zu. Obwohl sie durchaus das Zeug dazu hätten“, so Sarah Schröter, die das Talent-Scouting der UDE koordiniert.

„Wir sehen das Angebot als Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit“, sagt sie. Es sei immer noch oft so, dass nicht die vorhandenen Talente über den Bildungsweg entscheiden, sondern die familiären Hintergründe. Neben der Beratung werden auch Besuche an der Uni angeboten, damit sich die Schüler selbst ein Bild machen können.

Gezielte Beratung kann den Jugendlichen Zeit und Frust ersparen

Eine gezielte Beratung kann den Jugendlichen Zeit und Frust ersparen. Auch wenn der Rat in Richtung Ausbildung geht, profitiert die Uni. Denn Studienabbrecher sind weder im Sinne des Studierenden noch der Hochschule.

Yassin kann es gar nicht erwarten, bis er das Abitur in der Tasche hat. Der junge Deutsch-Algerier hat sich am Kolleg für den Fachbereich Elektrotechnik entschieden. „Ich freue mich schon auf die Uni. .Ich möchte möglichst viel lernen“. Talent-Scout Kader hat ihm empfohlen,einen Minijob in einer Software-Firma zu suchen, um Praxis-Erfahrung zu sammeln. Die Bewerbung, bei der Kader den Schüler unterstützt hat, läuft bereits.

Ausbildung oder ein Studium: Noch keine Entscheidung getroffen

Timurcin hatte zunächst eine Ausbildung angepeilt. Der Ausbildungsbetrieb in Oberhausen hat ihm zum Studium geraten. Eine Alternative, für die sich der Deutsche mit türkischen Wurzeln nach ausführlichen Gesprächen mit dem Talent-Scout tatsächlich entschieden hat. „Und danach will ich bei Apple arbeiten“, so Timurcin.

Cem dagegen ist noch nicht so weit in seinen Überlegungen. „Ich bin mir im Moment noch nicht sicher, ob ich eine Ausbildung oder ein Studium machen soll“, sagt der Schüler. Bis zu seiner Hochschulreife werden noch drei Jahre vergehen - genug Zeit, sich darüber klar zu werden. „Unsere Beratung ist langfristig angelegt“, ermuntert Talent-Scout Kader den Schüler zu weiteren Gesprächen.

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Schwerpunkte liegen auf Technik und Wirtschaft

Die Schwerpunkte des Bertolt-Brecht-Berufskollegs liegen in den Bereichen T echnik sowie Wirtschaft und Verwaltung. Im Bereich Technik können sich die Schüler zwischen Elektro-, Informations, Kälte- und Verkehrstechnik entscheiden.


Vom Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bis zum Abitur ist alles möglich.

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