Ehrenamt

Duisburg: Verein Duisentrieb eröffnet neues Repaircafé

Seit kurzem hat Duisburg ein neues Repaircafé: In Wanheim hat der Verein Duisentrieb jetzt eins eröffnet. Dort helfen zum Beispiel (von links) Michael Drecker, Jörg Starke und Abdellah Youssfi. Petra Triesch (2. von rechts) ist vom Kooperationspartner Gebag.

Seit kurzem hat Duisburg ein neues Repaircafé: In Wanheim hat der Verein Duisentrieb jetzt eins eröffnet. Dort helfen zum Beispiel (von links) Michael Drecker, Jörg Starke und Abdellah Youssfi. Petra Triesch (2. von rechts) ist vom Kooperationspartner Gebag.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wanheim.  Der Verein Duisentrieb hat ein neues Repaircafé eröffnet. Kaputte Dinge werden kostenlos repariert. Doch es geht um mehr als nur Reparaturen.

Seit dieser Woche betreibt der Verein Duisentrieb sein erstes Repaircafé im Duisburger Süden. Vom elektrischen Salzstreuer bis zum Drucker kann Jedermann dort mit Hilfe von fachkundigen Ehrenamtlern kostenlos reparieren, was kaputtgegangen ist – und gleichzeitig ein paar nette Stunden verbringen. So funktioniert das Konzept:

Schon bevor es offiziell losgeht, wird in den Räumlichkeiten von „Offene Tür Biegerhof“ an der Wohnanlage am Knevelshof geschraubt und getüftelt. Jörg Starke und Abdellah Youssfi von Duisentrieb sind über einen elektrischen Salzstreuer gebeugt, den die Gebag bei einer Wohnungsentrümpelung gefunden hat. Doch dann stellen sie fest: „Der Motor ist hin.“

Doch damit geben sie sich nicht zufrieden, denn Teile der Maschine können bestimmt nochmal verwendet werden. Deshalb fragt Jörg Starke direkt bei Quartiersmanagerin Petra Triesch von der Gebag nach, ob sie den Streuer behalten und zerlegen dürfen, um an Ersatzteile zu kommen. „Ja klar“, ruft ihnen Triesch zu.

Duisburger Duisentrieb-Repaircafé repariert zum Beispiel den alten Plattenspieler

Gerade findet die Eröffnung des neuen Repaircafés der Initiative Duisentrieb in Wanheim statt. Gemeinsam mit der Duisburger Baugesellschaft Gebag und dem Deutschen Roten Kreuz hat die Initiative nach dem Café im Citywohnpark in Hochfeld nun ihre zweite offene Werkstatt auf die Beine gestellt. Einmal im Monat hat das Repaircafé ab sofort in den DRK-Räumen geöffnet.

Pünktlich um 15.30 Uhr kommt Karl-Heinz, der allererste Besucher, durch die Tür. Er sucht schon lange jemanden, der ihm bei der Reparatur seines alten Dualplattenspielers helfen kann. Mit den Ehrenamtlern fachsimpelt er kurz, dann müssen sie ihn allerdings vertrösten: Oliver Jantz, der Initiator von Duisentrieb und Fachmann für Plattenspieler ist gerade auf Geschäftsreise. Doch Karl-Heinz’ Plattenspieler dürfte bald wieder laufen: Die Ehrenamtler schreiben seine Kontaktdaten auf und versprechen, sich zu melden. Als Karl-Heinz bereits halb aus der Tür ist, ruft ihm Starke zu: „Warten Sie mal, da kenne ich einen, der Ihnen vielleicht helfen kann“, und schnell wird noch die Adresse einer Werkstatt aufgeschrieben.

Duisentrieb-Helfer: „Wir sind keine billige Reparaturwerkstatt“

Getreu ihres Prinzips Hilfe zur Selbsthilfe geht es bei Repaircafés darum, Menschen bei Reparaturen zu unterstützen, aber nicht darum, „den örtlichen Betrieben Konkurrenz zu machen“, stellt Duisentrieb-Mitglied Wolfgang Kleinfeld klar. Die Menschen, die vorbeikommen, sollen zusammen mit den Ehrenamtlern nach Lösungen suchen und am besten auch finden. „Es ist nicht Sinn der Sache, dass wir eine billige Reparaturwerkstatt sind“, sagt Drecker. Deshalb kann niemand einfach Sachen kaputt abgeben und nach einiger Zeit repariert wieder abholen: Die Menschen sollen vor Ort bleiben und mithelfen. Es geht um den sozialen Austausch und darum, dass Menschen nicht vereinsamen, erklärt Abdellah Youssfi, Kfz-Meister im Ruhestand. Das Repaircafé tischt dazu auch immer Kaffee und Kuchen auf.

Repaircafé leistet einen Beitrag zum Umweltschutz: Elektroschrott wird vermieden

Mitbringen dürfen die Besucher des Repaircafés Dinge fast aller Art: Alles, was „tragbar ist und keine gefährlichen Flüssigkeiten enthält“, erklärt Starke. „Das ist unser Beitrag zum Umweltschutz.“ Elektroschrott werde so minimiert, schließlich wird auch Karl-Heinz seinen Plattenspieler weiter nutzen können, statt ihn wegzuwerfen. Das sieht Petra Triesch ähnlich: „Wir möchten den Leuten zeigen, dass man auch mit wenig Geld gute Sachen haben kann, anstatt immer etwas Neues zu kaufen.“

Für die Ehrenamtler von Duisentrieb ist es immer wieder schön, wenn sie anderen helfen können. „Eine junge Dame ist mir aus Dankbarkeit einmal fast um den Hals gefallen“, erzählt Drecker.

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