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Diese Schimmi-Accessoires gibt es im „Hafenlager“ zu kaufen

Fast alles muss raus: Das „Hafenlager“ in Duisburg-Ruhrort schließt. Vorher werden Deko- und Einrichtungsgegenstände verkauft, darunter zahlreiche „Schimanski“-Souvenirs.

Fast alles muss raus: Das „Hafenlager“ in Duisburg-Ruhrort schließt. Vorher werden Deko- und Einrichtungsgegenstände verkauft, darunter zahlreiche „Schimanski“-Souvenirs.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Ruhrort.  Vor der Schließung des „Hafenlagers“ verkauft Dagmar Dahmen einige der besten Schimanski-Acceccoires. Sie hat aber auch unverkäufliche Originale.

Dagmar Dahmen sitzt auf der bemalten Schimmi-Gassen-Bank vor dem „Hafenlager“ und winkt dem Ausflugsschiff Gerhard Mercator, das gerade den Hafen verlässt. „Hier direkt vor der Türe hat der Horst Schimanski damals den ersten Toten in der Tatortserie gefunden,“ erzählt die Unternehmerin und Journalistin den Passanten auf dem Leinpfad. Noch lässt sich ihr erster Ausverkaufstag eher ruhig an.

Ruhrorter Hafenlager schließt- Schimmi-Touren gibt’s weiterDabei war die Werbung deftig, wie es dem Kult-Kommissar aus dem Pott so passen könnte. „Scheiße, allet vorbei: Räumungsverkauf von Schimmi-Devotionalien.“ Bei näherem Hinhören klingt „allet“ eher nach Berlin als nach Duisburg. Schwamm drüber, der Schauspieler Götz George kam schließlich auch aus Berlin.

Manche Schimanski-Souvenirs sind echte Unikate und unverkäuflich

Ein echter Schimmi-Fan ist mit dem Fahrrad aus Neudorf angeradelt und stöbert nun durch die Angebote. Karsten Hanck greift sich zielsicher ein gerahmtes Foto von George in der berühmten Jacke und sucht das Preisschild. Dahmen winkt ab. „Das ist ein Original, das verkaufe ich nicht“, sagt sie. Sie wird wohl noch ein paar „Unverkäuflich“-Schilder anbringen müssen, um ihr Werftschild, das lebensgroße Schimmi-Gemälde, den Pappaufsteller und die Originalfotos der Duisburger Kultfigur zu schützen.

Karsten Hanck tröstet sich mit einer Ruhrpott-Pommesschale aus Keramik. „Die kommt ins Regal, da tue ich keine Pommes rein“, versichert er. Die Bistrotische, Kissen und Stühle aus der Außengastronomie gehen für Spottpreise über die Theke. „Hier draußen haben öfter ein paar Stammgäste gesessen, die nicht so gestresst waren wie die Kreuzfahrt-Passagiere, die immer einen ganz engen Zeitplan haben“, erinnert sich Dahmen. Sie hat auch mal eine Zusammenarbeit mit einem Kreuzfahrtanbieter versucht. Das sei organisatorisch nicht so gut gelaufen. Die Touren werden aber weiter angeboten, „wenn wir wieder dürfen“. Momentan ist alles abgesagt. Die Corona-Regeln erlauben für Duisburg gerade nur vier Teilnehmer pro Tour, das rechnet sich nicht.

Die beliebten Duisburger Schimmi-Touren sollen weiter stattfinden

Was wird Dagmar Dahmen mit den restlichen Schimmi-Sachen machen, die nicht verkauft werden? „Vielleicht frage ich mal nebenan beim Hübi in der Traditionskneipe, der scheint einen großen Keller zu haben“, sagt sie. Auf längere Sicht wünscht sie sich aber einen neuen Standort in Ruhrort als Ausgangspunkt für ihre Touren. Aber möglichst kostenneutral sollte der schon sein.

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In Ruhrort, wo der hohe Leerstand die Ladenlokalbesitzer ins Grübeln bringt, klingt der Wunsch nicht ganz so unrealistisch, wie anderswo. Die 350 Euro plus Personalkosten, die Dahmen monatlich für das Hafenlager aufbringen musste, waren jedenfalls auf die Dauer für die Selbstständige nicht zu stemmen. Der Abschied fällt ihr schwer. „Das Hafenlager war ja quasi sowas wie meine Visitenkarte“, sagt sie und verkauft einem älteren Ehepaar einen preisreduzierten Beutel pechschwarze Spiralnudeln aus der Ecke mit den Bergbau-Devotionalien.

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