Die Stimmung ist gedrückt an der Klosterstraße im Bochumer Gleisdreieck. Und sie ist binnen weniger Monate gekippt. „Anfang des Jahres haben wir noch Leute eingestellt und die Azubis wurden auch übernommen“, sagt Maurice Bisnauthsing, Betriebsratsvorsitzender der Bochumer Eisenhütte. Acht Monate nach dem verheißenden Jahresbeginn befindet sich das Traditionsunternehmen im Krisenmodus. „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet.“

Dass die Hälfte der gut 130-köpfigen Belegschaft bis spätestens Anfang 2020 ihre Arbeit verliert – 42 Anfang Oktober und weitere 20 zu Beginn des nächsten Jahres, war vor wenigen Monaten nicht nur kaum abzusehen. Sie ist nach Einschätzung von unabhängigen Beobachtern auch – zumindest zum überwiegenden Teil – nicht hausgemacht. „Viele Aufträge sind weggebrochen“, sagt der Betriebsrats-Chef.