Er gilt als „der ultimative Triathlon der Welt“, und die Hattingerin Conny Dauben kann hinter diese für Körper und Psyche gleichermaßen gewaltige Herausforderung jetzt auch einen Haken machen. Den „Norseman“, einen Langdistanz-Triathlon mit einer Radstrecke, auf der 5000 Höhenmeter zu überwinden sind und den Aktiven alles abverlangen, hat die 50-Jährige vom PV Triathlon TG Witten mit Erfolg hinter sich gebracht. „Darauf“, sagt sie, „bin ich schon ein bisschen stolz.“

Der inzwischen in der Szene weltbekannte und durchaus aufgrund seiner klimatischen und geografischen Bedingungen durchaus berüchtigte „Norseman“ stand schon seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste von Conny Dauben. Allein in diesem Jahr gab es über 8000 Bewerbungen – allerdings nur 250 Startplätze. Einer davon, und darüber freute sich die passionierte Triathletin, ging an die Hattingerin.

Das Wasser im Fjord ist sehr erfrischend, warm wird es auf dem Rad zum Glück bei den ersten Steigungen. Die Landschaft ringsherum ist einmalig und mit keinem anderem Wettkampf vergleichbar.

Conny Dauben (50),, Langdistanz-Triathletin aus Hattingen, über den „Norseman“ in Norwegen

Drei-Meter-Sprung von der fahrenden Fähre war für Dauben eine Herausforderung

„Alleine schon die Vorbereitung ist sehr aufwendig – es gibt da einiges zu beachten, der Wettkampf hat strenge Regeln, an die man sich halten muss. Auch die Begleiter, die im Auto nebenher fahren“, sagt die Bredenscheiderin. So ist beispielsweise eine Begleitung für die gesamte Dauer des Rennens vorgeschrieben. Für die Logistik (Ausrüstung, Ernährung) waren in Norwegen Conny Daubens Gefährtinnen Silke Wienforth und Franzi Sommer zuständig – Letztere übernahm die Laufbegleitung auf den abschließenden, besonders kniffligen letzten vier Kilometern hinauf zum Berg Gaustatoppen.

Früh morgens um 5 Uhr begann das sportliche Abenteuer im norwegischen Eidfjord. „Wir mussten von einer Fähre, die stark driftete, ins etwa 13 Grad kalte Wasser springen – aus drei Metern Höhe quasi ins Dunkle. Das hat schon Überwindung gekostet“, berichtet Conny Dauben. Die rund vier Kilometer lange Schwimmstrecke verlangte den Aktiven schon einiges ab – trotz Neoprenanzug wird der Körper dabei schon mächtig runtergekühlt. „Hat auch eine Weile gedauert, bis ich danach auf dem Rad meinen Kreislauf in Gang gebracht hatte“, sagt die Triathletin, die zudem anfangs mit argen Rückenschmerzen zu kämpfen hatte. „Die legten sich dann erst beim abschließenden Marathon wieder.“

Mehr zum Sport in Witten

Triathlon - Conny Dauben (PV Triathlon TG Witten) bewältigt den Norseman in Norwegen 2025
Endlich geschafft: Nach gut 14 Stunden hatte Conny Dauben (PV Triathlon TG Witten) beim „Norseman“ das Ziel erreicht. Dieses Rennen fehlte ihr zuvor noch in der langen Langdistanz-Sammlung© Conny Dauben | Conny Dauben

Hattingerin absolvierte ihre Vorbereitung auf Mallorca

Auf der Internetseite des „Norseman“-Veranstalters heißt es: „Unser Rennen fordert Athleten heraus, in der atemberaubenden Landschaft Norwegens über ihre Grenzen hinauszugehen.“ Nach ihrem gut 14-stündigen Wettkampf kann Conny Dauben, die 1999 beim Sachsenman in Dresden ihre erste Langdistanz bewältigte, danach unter anderem viermal den Ironman auf Hawaii sowie den dortigen Ultraman (über die doppelte Distanz) hinter sich brachte, dies allemal bestätigen. Das Rennen durch Fjorde, Berge und Täler Norwegens, das es seit 2003 gibt, bietet zum einen den Weg entlang wunderschöner, einzigartiger Landschaften. „Aber es ist eben auch durch die Wetterlage und gerade wegen der Höhenmeter ein sehr spezielles, intensives Rennen“, sagt Conny Dauben.

Mehr zum Sport

Weitere Berichte aus dem Lokalsport in Witten lesen Sie hier

Unter anderem im Trainingslager zu Ostern auf Mallorca hatte sie sich für den „Norseman“ vorbereitet, dort elf Tage auf dem Rennrad verbracht – mit rund 10.000 Höhenmetern: „Rückblickend war das sicher eine gute Entscheidung.“ Die klimatischen Bedingungen bekam Conny Dauben gut in den Griff, „weil ich auch Wintersportlerin bin, hat mir das nicht viel ausgemacht“. Der heftige Regen auf dem finalen Stück in Richtung des Ziels auf dem Berg hätte aber nicht zwingend sein müssen. „Die letzten vier Kilometer sind sehr felsig, viel mit Laufen ist da nicht mehr“, berichtet die geübte Ausdauersportlerin.

Triathlon - Conny Dauben (PV Triathlon TG Witten) bewältigt den Norseman in Norwegen 2025
Conny Dauben (M.) mit Vereinskollegin Silke Wienforth (re.) und Laufbegleiterin Franzi Sommer.© Conny Dauben | Conny Dauben

Mehr Artikel, Fotos, Videos

Alles zum Sport in Hattingen & Sprockhövel lesen Sie hier

Zur Facebook-Gruppe zum Fußball in Hattingen und Sprockhövel geht es hier

Unsere Instagram Seite @waz_amateurfussball finden Sie hier

Schwarzes Finisher-T-Shirt als Lohn für die 14-stündigen Strapazen

Weil sie zu den 160 Schnellsten beim „Norseman“ gehörte, bekam sie nach dem erfolgreichen Anstieg von Rjukan zum Berg Gaustatoppen auch das begehrte schwarze Finisher-T-Shirt nach diesem härtesten Langdistanz-Triathlon der Welt überreicht – so wie auch ARD-Nachrichtensprecher Thorsten Schröder (57), mit dem sich Conny Dauben im Ziel schon wieder entspannt lächelnd fotografieren ließ. Die übrigen Aktiven wurden mit einem weißen T-Shirt ausgestattet.

Ob sich Conny Dauben, zu deren Reisegruppe nach Skandinavien unter anderem auch ihr Vater gehörte, der sie im Zielbereich in Empfang nahm, diesen Strapazen noch einmal hingeben würde? „Nein, auf keinen Fall. Das habe ich jetzt hinter mir, das muss dann auch reichen. Dafür gibt es so viele weitere Dinge, die ich noch machen möchte.“ Die eine oder andere Alpen- oder Pyrenäen-Etappe der Tour de France zum Beispiel, oder vielleicht irgendwann das legendäre „Race across America“ über 5000 Rad-Kilometer. „Aber da ist man schnell bei einem fünfstelligen Betrag“, berichtet Conny Dauben – dagegen muten die 500 Euro Stargeld für den „Norseman“ fast schon wie ein Schnäppchen an.

Triathlon - Conny Dauben (PV Triathlon TG Witten) bewältigt den Norseman in Norwegen 2025
Zu Beginn der 180 Radkilometer hatte Conny Dauben in Norwegen noch mit Rückenbeschwerden zu kämpfen. Die legten sich dann aber – und sie konnte den Blick auf die malerische Landschaft ein wenig genießen.© Conny Dauben | Conny Dauben