Zu dieser Ehre kam er in aller Kürze, konnte sich gar nicht so recht auf diesen für ihn besonderen Tag vorbereiten. Matti Fahrenson, gerade mal 16-jähriges Talent in Reihen des PV Triathlon TG Witten, sprang beim Bundesliga-Wettkampf in Dresden für den erkrankten Samuel Linsenmeier ein. Doch seine eigene war nicht die einzige Premiere, die in Sachsen für Gesprächsstoff sorgte. Denn durch das Debüt des Youngsters starteten erstmals alle drei Fahrenson-Geschwister an einem Wochenende in der Bundesliga - und das aufgeteilt in drei verschiedene Vereine.

„Man durfte von Matti da keine Wunderdinge erwarten. Für ihn war das eine große Sache, und wir haben ihn da jetzt einfach mal ins kalte Wasser geworfen“, so Thomas Fehrs, der Sportliche Leiter des PV Triathlon TG Witten. Weil beim Sprint-Wettbewerb diesmal fünf Athleten pro Team zum Einsatz kamen, letztlich aber nur vier gewertet wurden in der Liga, war der Jüngste im Bunde nicht in der Pflicht, ein möglichst stabiles Resultat zu liefern.

Auch interessant

Ein Lächeln auf den Lippen von Wittens Matti Fahrenson - trotz letztem Platz

Die rund 750 Meter Schwimmen im Dresdner Alberthafen spulte Matti Fahrenson auch passabel herunter, ließ einige Kontrahenten hinter sich. Danach aber fehlte es dem Debütanten im Klasse-Feld aber auf dem Rad - die ca. 20 KIlometer musste er beinahe komplett alleine bestreiten - und beim abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf an Tempo. Nach 1:02,03 Stunden lief er trotz des 84. und letzten Platzes aller Aktiven, die den Triathlon zu Ende brachten, nicht frustriert durchs Ziel. „Er hatte da ein Lachen auf den Lippen - ich fand‘s richtig cool, was er da in seinem ersten Bundesliga-Rennen geleistet hat“, so seine ältere Schwester Emma (20), die tags zuvor mit dem Sparda-Bank Team aus Hagen Platz acht belegt hatte.

Triathlon - Die Wittener Familie Fahrenson beim Bundesliga-Rennen in Dresden 2025
Alle drei jetzt „erstklassig“: (von li.) Matti, Emma und Luca Fahrenson aus Witen starteten parallel in der Triathlon-Bundesliga in Dresden.© Bernd Fahrenson | Bernd Fahrenson

Gut, ein bisschen enttäuscht war Matti Fahrenson ob seiner „roten Laterne“ schon. „Aber das Rennen hat trotzdem Spaß gemacht, war eine coole Erfahrung.“ Den Moment, als ihn sein Bruder beim Laufen überrundete, fand der Gymnasiast am Essener Sport-Internet „schon komisch - vor allem, weil man diesen Geschwindigkeits-Unterschied sonst nicht so kennt.“ Für den 16-Jährigen, der am Donnerstag vor dem Rennen grünes Licht von Thomas Fehrs für seinen Start erhielt und dessen Freundin Nora Lanzerath für Hagens Erstliga-Damen antritt, steht fest: „Ich möchte in Zukunft schon öfter mal in der ersten Liga starten.“ In den Triathlonsport wurde er „quasi hineingeboren, in unserer Familie machen das ja alle.“ Jetzt gilt es an den Details zu feilen. „Auf dem Rad hat man am Sonntag schon gemerkt, was für ein Unterschied besteht zwischen dem DTU-Cup und der Bundesliga.“

Seit drei Jahren kaum ein Lauf ohne Schmerzen für Emma Fahrenson

Weil das Frauen-Rennen bei den viel beachteten „Finals“ schon am Samstag über die Bühne ging, konnte Emma Fahrenson ihre beiden Brüder bei deren Wettkampf am Folgetag an der Strecke anfeuern. „Die Stimmung in Dresden war richtig gut. Und dass wir jetzt mal alle drei Geschwister bei einem Bundesliga-Wettkampf dabei waren, fand ich toll.“ Für die 20-Jährige lief es zwar mit Position 51 (1:03,19 std.) nicht optimal, „aber ich hatte vorher auch eine Klausurenphase, konnte kaum trainieren. Da war das so zu erwarten.“ Dennoch war sie froh, dass sie diesmal nicht wie zuletzt so oft starke Schmerzen auf der Laufstrecke verspürte. „Das begleitet mich schon seit drei Jahren.“

Triathlon - Die Wittener Familie Fahrenson beim Bundesliga-Rennen in Dresden 2025
Nach dem guten Schwimm-Split konnte Wittens Youngster Matti Fahrenson (re.) nur zu Beginn dem hohen Tempo der Konkurrenten auf dem Rad folgen, musste die meiste Zeit dann alleine gegen die Uhr bestreiten.© Bernd Fahrenson | Bernd Fahrenson

Mehr zum Sport in Witten

Er sollte jetzt einfach von Wettkampf zu Wettkampf weiter seine Erfahrungen sammeln und daran wachsen. Ich hoffe, er lernt aus dem Rennen in Dresden.

Luca Fahrenson (23),, DM-Vierter im Triathlon, gibt seinem jüngeren Bruder Matti einen Rat für die Zukunft

Regelrecht begeistert war Emma Fahrenson, dass ihr älterer Bruder Luca in Dresden ein so fulminantes Rennen auf den Asphalt zauberte, am Ende Vierter der DM-Einzelwertung wurde und wie im Vorjahr Deutscher Vizemeister der U 23. „Luca ist echt `ne Maschine - das ist echt eine Ansage für die nächsten Jahre“, so die Wittenerin mit einem breiten Grinsen.

Dass es für ihn am Ende sogar fast zu einer DM-Medaille in der Gesamtwertung reichte, das überraschte auch den 23-jährigen Luca Fahrenson, der für Triathlon Potsdam startet. „Das Schwimmen lief richtig gut, das Radfahren ebenso. Ich bin dann richtig schnell losgelaufen. Am letzten Berg aber bin ich regelrecht gestorben, da hat mich Lasse Priester überholt“, zog er Bilanz nach einem tollen Rennen, das er in 51:21 Minuten beendete - gerade mal fünf Sekunden hinter dem Nationalkader-Athleten aus dem Saarland.

Triathlon - PV Triathlon TG Witten - Die Finals Dresden – DM Einzel
Herausragende Leistung in Dresden: Der Wittener Luca Fahrenson von Triathlon Potsdam belegte in der DM-Einzelwertung den vierten Platz, wurde Deutscher Vizemeister in der U 23.© © Petko Beier | petkobeier.de | Petko Beier

Mehr zum Sport

Weitere Berichte aus dem Lokalsport in Witten lesen Sie hier

Luca Fahrenson kann sich an sein Debüt noch gut erinnern

Auf der Hälfte der Laufdistanz passierte dann das, was der Potsdamer dem jüngsten Spross des Fahrenson-Trios wohl gerne erspart hätte: Luca sprintete an seinem für Witten startenden Bruder Matti vorbei, überrundete den 16-Jährigen. „Aber ich denke, für Matti war das schon okay - er war vorab schon recht nervös. Für ihn ging es in erster Linie darum, ins Ziel zu kommen. Das hat er geschafft.“ Dabei erinnert sich Luca Fahrenson augenzwinkernd noch an seinen eigenen Erstliga-Einstand: „Das war damals in Tübingen, da war ich auch gerade mal 16 und habe ganz schön auf den Sack bekommen.“

Luca, der sich nun zumindest ganz gute Chancen auf einen Startplatz bei der U-23-WM ausrechnet und erstmal zum Höhentraining nach Livigno reist, gibt seinem talentierten Bruder einen Rat mit auf den Weg: „Er sollte jetzt einfach von Wettkampf zu Wettkampf weiter seine Erfahrungen sammeln und daran wachsen. Ich hoffe, er lernt aus dem Rennen in Dresden und bleibt konzentriert dabei.“