Die Aufgabe für die Judo-Frauen der Sport-Union Annen hätte am Samstagnachmittag kaum schwieriger sein können. Beim Deutschen Meister JSV Speyer mussten sich die Wittenerinnen beweisen - und das mit dem schmalsten zur Verfügung stehenden Aufgebot. „Hut ab vor der Mannschaft, alle haben sich da mächtig reingehängt“, sagte Trainer Atilla Erten nach der 4:10-Niederlage, die durchaus noch knapper hätte ausfallen können.

Gerade mal acht Kämpferinnen standen der SUA in Speyer zur Verfügung - aktuell ist das Verletzungspech einer der größten Gegner des Teams von Trainerin Hannah Schorlemmer, die am Samstag nicht selbst mit vor Ort sein konnte. Angesichts der Mammut-Aufgabe beim Titelverteidiger, der einige Nationalkader-Athletinnen aufbot, verzichtete Annen sogar noch u. a. auf die Niederländerin Carmen Dijkstra.

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Vor großer Kulisse gingen die Wittenerinnen sogar in Führung. Miriam Garmatter punktete in ihrem 57-kg-Duell gegen Jolina Reinhold. Allerdings sprang danach im weiteren Verlauf des ersten Durchgang nur noch ein weiterer Zähler heraus, den Emily Gränitz gegen DJB-Auswahlathletin Bertille Murphy gewann - und das im Schwergewicht (+ 78 kg). Dabei ist Gränitz eigentlich in der 63-kg-Kategorie zu Hause. „Sie hatte erst Bedenken, ob das passen würde. Aber wir haben gesehen, dass Speyer auch kein Schwergewicht dabei hatte - und Emily hat das super gemacht“, lobte Atilla Erten.

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Richtig starke Leistung: Emily Gränitz (li.) von der SU Annen holte zwei Punkte gegen den Deutschen Meister JSV Speyer.© FUNKE Foto Services | Michael Schwalm

Emilia Jung hatte es der Papierform nach mit Olympiasiegerin Barbara Matic aus Kroatien zu tun, doch im 78-kg-Limit gab die deutlich leichtere Wittenerin - wie zuvor abgesprochen - gleich zu Beginn auf, schenkte den Punkt ab. „Da haben wir die Kroatin ein bisschen ins Leere laufen lassen, damit hatte sie nicht gerechnet“, so Erten. Da er dem Publikum, das seinen Star gerne hätte kämpfen sehen, aber diese Konstellation in Durchgang zwei nicht noch mal zumuten wollte, stellte man dann Sara Kesmen gegen Matic auf - nach bereits 35 Sekunden musste sich die SUA-Sporterin geschlagen geben.

Wir haben jetzt Lunte gerochen und wollen an den weiteren Kampftagen gegen Walheim und Bottrop auf jeden Fall noch was holen.

Atilla Erten,, einer der Trainer von der SU Annen

In der zweiten Runde sorgten zunächst Sarah Hildebrand (-52 kg) und dann abermals Gränitz (-70 kg) für die SUA-Punkte. „Und es war sogar noch mehr drin. Sarah Hildebrand hätte ja schon in Runde eins ihren Kampf gegen Charlotte Nettesheim gewinnen müssen. Und am Ende war auch Sophie Püchel gegen Bettina Bauer schon in Führung“, trauerte Erten vergebenen Chancen nach, den Deutschen Meister noch mehr zu stressen. Vor Püchels Kampf hieß es 4:8 aus Annener Sicht, die Wittenerin verlor ihren 63-kg-Kampf doch noch.

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„Unterm Strich waren Sarah Mäkelburg und ich aber sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Die Gewichtsklassen, in denen was drin war, haben wir auch gewonnen. Wir haben jetzt Lunte gerochen und wollen an den weiteren Kampftagen gegen Walheim und Bottrop auf jeden Fall noch was holen“, blickt Erten voraus.