Es ging hoch her für Ronny Lindemann, den Billardspieler vom Bundesligisten BCC Witten, in den letzten Tagen und Wochen. Ein Wettbewerb jagte für den ehemaligen Deutschen Meister und Team-Europameister aus dem Vorjahr den nächsten. „Zwischendurch hatte ich einen kleinen Durchhänger, aber jetzt zeigt die Formkurve schon wieder nach oben“, sagte er vor der Mannschafts-Weltmeisterschaft in Viersen, die für Deutschland mit einem 3:1-Erfolg über Kolumbien begann und bei der vor allem Lindemann im Fokus steht.

Gemeinsam mit dem Essener Profi Martin Horn bildet Lindemann in diesem Jahr wieder das deutsche Duo, welches versuchen soll, im Feld der insgesamt 16 Teilnehmer in die Nähe einer Medaille zu gelangen. In der Vorrunde gibt es nach dem Duell mit den Kolumbianern Partien gegen die starken Türken und Außenseiter. „Für mich ist dieses WM-Turnier in Viersen etwas ganz Besonderes. Ich will mir dort auch selbst etwas beweisen und weiter an meinem Traum arbeiten“, sagt der 44-Jährige. Edelmetall bei der Weltmeisterschaft - dieser Wunsch schwebt über allem. Vor allem seit seiner Doping-Sperre vor drei Jahren.

Für mich ist dieses WM-Turnier in Viersen etwas ganz Besonderes. Ich will mir dort auch selbst etwas beweisen und weiter an meinem Traum arbeiten.

Ronny Lindemann (44),, Billardspieler beim BCC Witten, vor der Weltmeisterschaft im Dreiband

Seinerzeit hatte er vor dem WM-Turnier eine verbotene Substanz eingenommen, um die angeschlagenen Nerven zu beruhigen. Ein Fehler, wie Lindemann bald feststellen musste und später reumütig einräumte. Deutschlands Top-Duo mit dem Wittener und Martin Horn gewann seinerzeit die Bronzemedaille, die dem Team später aber wieder aberkannt wurde. Inzwischen liegt dieses unrühmliche Kapitel weit hinter dem Mann vom BCC Witten, der im vergangenen Jahr mit dem Gewinn der Mannschafts-EM an der Seite von Weltklasse-Spieler Horn bewies, wozu er in der Lage sein kann.

Am vorigen Wochenende hatte Ronny Lindemann noch für den BCC Witten in der Bundesliga gespielt. Gegen den BC Weywiesen aus Bottrop (2:6) unterlag er in seiner Partie gegen den schwedischen Weltklassemann Torbjörn Blomdahl, war da ziemlich chancenlos. Tags darauf, beim Wittener 6:2 gegen den BC Elfenbein Höntrop, lieferte er sich ein enges Duell mit Dustin Jäschke. „Da habe ich am Ende ordentlich gespielt, noch ein 50:50 gerettet.“ Der Dortmunder ist überzeugt, dass er in der eindrucksvollen Atmosphäre in der Viersener Festhalle noch deutlich besser spielen kann.

Das muss er auch, um seine Kritiker verstummen zu lassen. „Ich habe vor dieser Weltmeisterschaft jetzt hart an mir gearbeitet und bin guter Dinge, dass wir eine gute Rolle spielen können“, so Lindemann. Seine starke Leistung in der belgischen Liga am Dienstag füttert seine Zuversicht.

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