Ein Spiel steht für den Herner EV noch an, bevor das Jahr 2025 zu Ende geht. Am Dienstagabend (20 Uhr) sind die Miners bei den Tilburg Trappers gefordert. Hernes Fans werden davon aber - zumindest auf den eigenen Vereinskanälen - nichts mitbekommen. Wie der Herner EV mitteilte, wird das vereinseigene Medienteam das Spiel gegen die Trappers nicht begleiten, auch einen Nachbericht soll es - wie schon nach dem Heimspiel gegen die Scorpions - nicht geben. „Wir haben uns entschieden ein sichtbares Zeichen zu setzen“, heißt es in dem Statement des Vereins, der damit auf Hasskommentare der eigenen Fans reagiert.
Diese seien zuletzt immer häufiger aufgetreten: „Es belastet, regelmäßig bis spät in die Nacht wach zu bleiben oder zu erfahren, dass Spieler, Trainer oder Ehrenamtliche beleidigt, bedroht oder auf privaten Social-Media-Profilen angefeindet werden. Das ist leider Realität“, so der Verein in seinem Statement. Ähnlich hatte sich nach dem Spiel gegen die Scorpions bereits Trainer Dirk Schmitz geäußert - er kritisierte die eigenen Fans in der Pressekonferenz nach dem Spiel scharf: „Es geht nicht, dass Spieler über 20 Minuten beleidigt werden. Ich glaube nicht, dass wir diese Fans in irgendeiner Weise benötigen. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Spieler nicht nach Herne kommen wollen. Dann bleibt lieber zuhause oder macht einen anderen Verein kaputt.“
Herner EV appelliert an eigene Fans: „Anfeindungen oder Gewalt helfen niemandem“
Der Verein macht aktuell - erneut - eine sportlich schwere Zeit durch. Die Niederlage gegen die Hannover Scorpions war bereits die sechste in Folge. Der Rückstand auf den achten Playoff-Platz ist inzwischen auf zehn Punkte angewachsen. Der Verein appelliert an seine Fans, trotz der sportlichen Krise respektvoll zu bleiben: „Letztlich wünschen wir uns alle dasselbe: den Erhalt des Eishockeystandorts Herne. Beleidigungen, Anfeindungen oder Gewalt helfen niemandem und hatten beim Herner EV noch nie Platz. Unterschiedliche Meinungen sind selbstverständlich und sachlich formulierte Kritik und konstruktive Anregungen sind jederzeit willkommen.“
Zuspruch bekommen die Miners in den sozialen Medien von anderen Eishockeyvereinen: „Wir wissen wie undankbar der Job, gerade in der Social Media Welt, manchmal sein kann - und wir machen ihn nicht einmal ehrenamtlich. Lasst euch nicht unterkriegen und kommt gut ins neue Jahr“, kommentieren etwa die Kassel Huskies. Auch Liga-Konkurrent Rostock äußert sich auf Instagram: „Support aus Rostock! Ihr macht das sehr gut und authentisch. Weiter machen! Bald scheint wieder die Sonne!“
Nach Silvester wolle das ehrenamtliche Medienteam des HEV seine Arbeit wieder aufnehmen. Am 2. Januar starten die Miners mit dem Heim-Derby gegen die Füchse Duisburg in das neue Jahr, danach ist der HEV bei den Hammer Eisbären zu Gast.



