Ausgerechnet beim Tabellendritten Tilburg Trappers beendete der Herner EV nach unruhigen Tagen seine Niederlagenserie. Die Miners holten am Dienstag vor 2723 Zuschauern einen 1:3-Rückstand auf und setzten sich anschließend mit 4:3 (0:2, 1:0, 2:1) nach Penaltyschießen durch.
Die Gäste gerieten zwar schon nach 30 Sekunden in Unterzahl und anschließend auch in Rückstand, doch die Gysenberger hatten ihre Chancen. Die Tilburger Defensive machte den Miners einige Angebote, doch Keeper Ruud Leeuwesteijn war bei den Herner Gelegenheiten auf dem Posten.
HEV-Trainer Schmitz lobt kleinen Kader: „Haben die Jungs mega umgesetzt“
Ansonsten spielte sich das Geschehen wenig überraschend zunächst hauptsächlich in der Herner Zone ab, aber auch Lukas Schulte machte zwischen den Pfosten einen guten Job. Den zweiten Gegentreffer konnte er nicht verhindern, aber mit zunehmender Spielzeit ging die Dominanz des Favoriten nach und nach verloren.
„Wir mussten sehen, dass wir mit unserem kleinen Kader gut über die ersten 40 Minuten kommen. Das haben die Jungs mega umgesetzt. In Tilburg kann das auch nach ein paar Minuten vorbei sein“, erklärte Dirk Schmitz hinterher.

Personell hatte der Herner Coach neue Probleme bekommen. Mit Vincent Grunewald, Raik Rennert und Julian Herbold waren drei weitere Abwehrspieler ausgefallen, nur dank der Unterstützung aus Düsseldorf und Bad Nauheim bekam der HEV drei Verteidigerpärchen aufs Eis. Aber auch die Gastgeber waren nicht komplett – denen fehlten mit Phil Marinaccio, Kobe Roth und Max Hermens ihre besten drei Scorer. „Alle paar Minuten hat sich heute ein anderer krank gemeldet“, schilderte Trappers-Coach Danny Albrecht nach der Niederlage gegen den Ex-Club seinen gebrauchten Tag.
Herner EV: Förderlizenzspieler trifft zum Anschluss bei den Trappers
Ausfälle dieses Kalibers steckt auch eine Topmannschaft wie Tilburg nicht so einfach weg. Das sowie zwei Strafzeiten und die eigene Verspieltheit verhinderten zunächst weitere Tilburger Tore, aber dafür traf der HEV. Nick Ford suchte die Chance zum Abschluss und überwand den Tilburger Keeper im Nachschuss – damit war der Außenseiter zumindest schon mal auf dem Scoreboard.
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Und es war mehr als ein Warnschuss. Der HEV hielt seine eigene Zone jetzt gut dicht und schnupperte mehrfach am Ausgleich – der Favorit war nicht unverwundbar und wackelte.
Die Partie blieb auch im letzten Drittel ausgeglichen, bis Reno de Hondt mit seinem dritten Treffer des Abends den Unterschied auszumachen schien. Doch Förderlizenzspieler David Galfinger schaffte mit einem wuchtigen Schuss aus der Drehung den Anschluss und wenig später stand es nach einem Onetimer von Tommy Munichiello 3:3 – das Tilburger Publikum staunte. In der Schlussphase rettete Lukas Schulte dann seinem Team den überraschenden Punkt.
Oberliga-Coup: Herner Torhüter avanciert in Tilburg zum Spieler des Abends
Und anschließend auch den zweiten. Der Herner Keeper wehrte alle drei Penalties ab und verdiente sich damit endgültig die Auszeichnung zum Spieler des Abends – ein mehr als versöhnlicher Jahresausklang für die Miners.
Der Herner EV eröffnet das neue Jahr am Freitag um 20 Uhr mit dem kleinen Derby gegen die Duisburger Füchse. Am Sonntag gastieren die Miners dann um 18.30 Uhr bei den Hammer Eisbären.
- Tore: 1:0 (2:28, 5-4), 2:0 (10:30), 2:1 (26:08) Ford, 3:1 (47:06), 3:2 (50:44) Galfinger (Müller), 3:3 (53:53) Munichiello (Ford/Snetsinger), 3:4 (65:00, Penalty) Munichiello.
- Strafminuten: Tilburg 4 – Herne 4





