40 Minuten zeigte der Herner EV gegen den Namensvetter aus Herford am Freitag Eishockey zum Abgewöhnen, doch am Ende blieben die Punkte am Gysenberg. Im Schlussspurt entschieden die Miners das Kellerduell der Oberliga Nord noch mit 4:2 (0:1, 0:1, 4:0) für sich.

Die personelle Ausgangssituation der Grün-Weiß-Roten hatte sich zuletzt verschlechtert. HEV-Trainer Dirk Schmitz hatte seinem Team nach dem 3:7 in Duisburg zwar eine dreitägige Pause verordnet, doch einigen half es nicht. Zum Langzeitverletzten Sofiene Bräuner hatte sich auch noch Marius Demmler gesellt, der wegen einer Oberkörperblessur aus dem kleinen Derby voraussichtlich sechs Wochen ausfällt. Auch für Valentin Pfeifer kam ein Einsatz am Freitag noch zu früh. Immerhin hatte sich Lenny Schmitz zurückgemeldet und auch Hugo Enock biss trotz Krankheit die Zähne zusammen.

Vier Tore im Schlussdrittel: HEV-Trainer Schmitz spricht nach Heimsieg von „Kurzarbeit“

In Summe waren es immerhin 17 Herner Feldspieler, während Gästetrainer Henry Thom noch zwei Akteure weniger aufbieten konnte. Von ihren letzten zehn Spielen hatten die Ostwestfalen auch nur zwei gewonnen – das aber immerhin gegen die Topteams der Hannover Indians und die Saale Bulls Halle.

Herner EV vs. Herforder EV
Trainer Dirk Schmitz vom Herner EV musste in der zweiten Drittelpause des Oberliga-Heimspiels gegen die Herforder Ice Dragons (4:2) laut werden.© FUNKE Foto Services | Jonas Richter

Top war an diesem Abend vor 980 Zuschauern in der Hannibal-Arena auf beiden Seiten wenig. Dementsprechend hart ging Dirk Schmitz mit seinem Team ins Gericht: „Das war Kurzarbeit. Wir haben 40 Minuten katastrophales Hockey gespielt“, beschrieb der HEV-Coach zwei gruselige Spielabschnitte, nach denen es in der Herner Kabine ungemütlich wurde.

„In der zweiten Pause hat es gerappelt“, bestätigte Dirk Schmitz, der den erneuten Leistungseinbruch gegen einen Tabellennachbarn wieder einmal kaum fassen konnte: „Gegen Spitzenmannschaften geht das über 60 Minuten. Ich weiß nicht, was einige da immer versuchen, wenn es gegen Mannschaften auf Augenhöhe geht.“

Gegen Spitzenmannschaften geht das über 60 Minuten. Ich weiß nicht, was einige da immer versuchen, wenn es gegen Mannschaften auf Augenhöhe geht.

Herner EV - Hannover Indians
Dirk Schmitz, Trainer des Herner EV

Noch größer war der Ärger bei Henry Thom: „Wir hatten das Spiel im Griff und verlieren es durch individuelle Fehler unserer Führungsspieler. Von denen erwarte ich da einfach mehr.“

Insgesamt repräsentierte die Partie voll und ganz den Tabellenstand beider Mannschaften. Es spielte der Drittletzte gegen den Letzten und genau so sah das Spiel auch aus. Verbissene Zweikämpfe, wenig gelungene Kombinationen und kaum nennenswerte Torszenen – Schönheitspreise werden in diesen Tabellenregionen eben nur selten vergeben.

Herner EV: Auch US-Duo bleibt in den ersten beiden Dritteln blass

Die Gäste erlangten mit bescheidenen spielerischen Mitteln immerhin die Spielkontrolle, während den Miners jegliche Kreativität fehlte. Auch das US-Duo Ford/Munichiello sorgte lange Zeit kaum für Gefahr vor Gästekeeper Jakub Urbisch, der erst im letzten Drittel unter Druck geriet. Dirk Schmitz hatte Brad Snetsinger in die erste Reihe beordert und erst diese Konzentration der Herner Offensivkräfte brachte nach dem 0:2-Rückstand die Wende.

Eishockey Oberliga
Herner EV - Saale Bulls Halle
Nick Ford (links) knipste im Schlussdrittel den Ausgleich für den Herner EV beim 4:2-Heimsieg in der Oberliga Nord gegen den Herforder EV.© FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Marc Hofmann fälschte zum 1:2 ab, bevor Nick Ford die Scheibe mit einer Einzelleistung über die Torlinie arbeitete. Fast eine Kopie war das 3:2 – dann entschied Brad Snetsingers Empty-Net-Goal die niveauarme Partie endgültig.

  • Tore: 0:1 (13:30), 0:2 (28:14), 1:2 (41:49) Hofmann (Rennert/Schmitz), 2:2 (44:56, 4-4) Ford (Munichiello/Nifosi), 3:2 (50:48) Munichiello (Snetsinger/Ford), 4:2 (59:03, 5-6) Snetsinger (Ford).
  • Strafminuten: Herne 4 – Herford 8.

Oberliga Nord: Herner EV ist am Sonntag in Rostock zu Gast

Weiter geht es für den Herner EV in der Oberliga Nord schon am Sonntag an der Ostsee: Die Miners reisen zu den Rostock Piranhas, erstes Bully an der Schillingallee ist um 19 Uhr.