Der Herner EV hat eine neue Torfabrik. Nach dem vierten Spieltag führen zwei Spieler der Miners die Scorerliste der Eishockey-Oberliga Nord an.

Als Marius Demmler den HEV am Sonntag gegen die Hammer Eisbären mit 4:3 in Führung brachte, ging am Gysenberg eine kleine Serie zuende. Der insgesamt zwölfte Saisontreffer der Grün-Weiß-Roten war nämlich der erste überhaupt, an dem keiner der beiden US-Amerikaner Nicholas „Nick“ Ford und Thomas „Tommy“ Munichiello beteiligt war.

Zwei Herner US-Boys führen die Torschützenliste an

Bei allen anderen Herner Toren hatte meist der eine dem anderen aufgelegt, oft mischte sich mit Brad Snetsinger auch noch ein gebürtiger Kanadier unter die Schützen oder Vorlagengeber. Mit diesem Trio hat der HEV jedenfalls eine starke Waffe, die in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zumindest bis jetzt ihresgleichen sucht.

Herner EV Miners  gegen  Düsseldorfer EG
Im Eishockey spielt Herner EV Miners (grün) gegen Düsseldorfer EG, am Sonntag, 24.08.2025 in der Hannibal Arena in Herne. Spieler 48 Tommy Munichiello. Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services© FUNKE Foto Services | Olaf Fuhrmann

In der Scorerliste liegen beide US-Boys nach vier Spielen mit jeweils vier Toren und sechs Assists gleichauf vorne, erst dann folgt mit dem Tilburger Phillip Marinaccio (4/5) einer der üblichen Verdächtigen. Direkt dahinter lauert mit Brad Snetsinger (3/4) schon der nächste Herner.

Amerikaner kennen sich aus der heimischen Liga

Dass sich die beiden Führenden auf dem Eis so gut verstehen, kommt nicht von ungefähr. In der SPHL, der vierthöchsten nordamerikanischen Liga, spielten beide gemeinsam bei den Roanoke Rail Yard Dawgs und auch dort belegten sie mannschaftsintern die beiden Topplätze, Nick Ford als Kapitän sogar ligaweit.

Wie kommt ein solches Duo nach Herne? „Es war jedenfalls ein hartes Stück Arbeit“, gibt Hernes Sportlicher Leiter Björn Muthmann nur einen vagen Einblick in die Verhandlungen. In den letzten Jahren hatte man oft wenig Glück bei der Besetzung der Kontingentstellen gehabt.

Verletztenliste der Herner wird nicht kürzer

Wenig Glück hat der HEV derzeit, was Verletzungen betrifft. Mit Carl Zimmermann kam in Leipzig ein weiterer Name auf die Ausfallliste und nur weil Matteo Stöhr in die Abwehr wechselte und Kooperationspartner Bad Nauheim mit Förderlizenzspieler Tjark Kölsch aushalf, standen HEV-Trainer Dirk Schmitz beim 2:1-Sieg in Sachsen überhaupt sechs Verteidiger zur Verfügung.

Nur ein Spiel für den HEV bestritt bisher Mike Mieszkowski. Der Stürmer war erst unmittelbar vor Saisonbeginn zum Gysenberg gekommen, kam jedoch bisher nur im ersten Spiel zum Einsatz. „Die Untersuchungen laufen noch“, hält sich Björn Muthmann mit Prognosen über die voraussichtliche Ausfalldauer zurück. Mit einer durchgreifenden Besserung ist auch bei den anderen Verletzten vor den beiden anstehenden Heimspielen gegen Halle (Fr. 20 Uhr) und Herford (So. 18.30 Uhr) nicht zu rechnen.