Der FC Schalke 04 setzt seine Transferoffensive für das Frauenteam in der Westfalenliga fort. Zwölf neue Spielerinnen waren bisher bekannt, jetzt kommt noch ein in der Stadt bekannter Name hinzu: Von Borussia Mönchengladbach kommt Mittelfeldspielerin Laura Radke. Ein besonderer Transfer.

Laura Radke ist Schalke-Fan. Sie wurde Nachwuchs-Nationalspielerin und Bundesliga-Spielerin, als Frauenfußball auf Schalke noch gar kein richtiges Thema war. Auf die Frage, ob sie mal für ihren Herzensverein spielen wolle, antwortet Radke 2023 in einem WAZ-Interview: „Aktuell spielt Schalke zu weit unten, aber man weiß nie was im Fußball noch passiert.“

Zwei Jahre später und eine Liga weiter oben passt es jetzt. „Endlich zu Hause“, schreibt sie in einem Beitrag auf ihrer Instagram-Seite - mit insgesamt mehr als 100.000 Fans auf Tiktok und Instagram bringt Radke nicht nur sportliche Klasse, sondern auch eine gewisse Popularität mit in die vierte Liga. Mit 80.000 Instagram-Followern hat sie allein viermal so viele wie die Schalker Frauen-Abteilung.

Schalkes Cheftrainer setzt auf Radkes individuelle Klasse

Für Trainer Stefan Colmsee ist klar, dass die frühere Juniorinnen-Nationalspielerin seiner Mannschaft mit ihrer Erfahrung und ihren Qualitäten weiterhelfen kann. „Laura hat das Potenzial, eine echte Unterschiedsspielerin zu sein. Ihre fußballerische Qualität steht außer Frage. Wir freuen uns sehr, dass sie sich uns anschließt und sind überzeugt davon, dass sie unser Spiel mit ihrer individuellen Klasse bereichern kann”, wird Schalkes Cheftrainer vom Verein in einer Nachricht zum Transfer zitiert.

Die Frauen des FC Schalke 04 rüsten weiter auf: Laura Radke, hier im Trikot des VfL Bochum, soll eine wichtige Rolle beim Westfalenligisten einnehmen.
Die Frauen des FC Schalke 04 rüsten weiter auf: Laura Radke, hier im Trikot des VfL Bochum, soll eine wichtige Rolle beim Westfalenligisten einnehmen.© FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Radke kommt aus einer Fußballfamilie, unter anderem trainierte ihr Bruder Marcel im Amateurbereich bei Westfalia Herne und YEG Hassel. Die 25-Jährige hat ihre fußballerische Laufbahn in Gelsenkirchen begonnen: Sie startete beim Erler SV und spielte für die SSV Buer. Von dort aus wechselte sie später zur SGS Essen.

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Für die Essenerinnen absolvierte Laura Radke in der Saison 2016/17 auch ihr erstes Bundesligaspiel. Danach spielte Radke für Bayer Leverkusen, MSV Duisburg, den VfL Bochum und Turbine Potsdam, ehe sie im Sommer 2023 nach Mönchengladbach ging. In diesem Sommer kehrt die gebürtige Hertenerin also nach Gelsenkirchen zurück, wo für sie im Fußball alles begann.

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Bereits vor dem Radke-Transfer hatte der FC Schalke sich reichlich Bundesliga-Erfahrung für die kommende Saison dazu geholt: Vom Zweitligisten VfL Bochum kommen Maja Hünnemeyer, Lucy Karwatzki, Pia Rybacki und Alessandra Vogel. Fünf Akteurinnen kommen von Zweitliga-Aufsteiger VfR Warbeyen - darunter die jüngeren Schwestern von Nationalspielerin Linda Dallmann - und drei von Zweitliga-Absteiger FSV Gütersloh 2009.