Dass Lino Tempelmann am Samstagvormittag beim Auftakttraining des FC Schalke 04 vor 3000 Fans fehlte, überraschte bei den Königsblauen niemanden. Er sei für Gespräche mit einem anderen Klub freigestellt, teilten die Königsblauen mit. Welcher Klub das ist? Auch das überrascht nicht. Es handelt es sich um Schalkes Zweitliga-Rivalen Eintracht Braunschweig. Schon ein halbes Jahr zuvor hatte der 26 Jahre alte Tempelmann auf Leihbasis für die Eintracht gespielt. Am frühen Samstagnachmittag machten die Klubs den Transfer offiziell.
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Schalke erhält für Tempelmann 300.000 Euro Ablösesumme, zudem wurden Bonuszahlungen vereinbart. Zudem spart S04 ein hohes sechsstelliges Gehalt. „Nach dem für Lino erfolgreichen Verlauf der Rückrunde und dem Klassenerhalt mit Eintracht Braunschweig haben wir mit ihm über die neue Saison gesprochen. Dabei hat Lino deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er seine Zukunft in Braunschweig sieht. Mit Blick auf den noch ein Jahr laufenden Vertrag auf Schalke wollten wir eine klare Entscheidung, die wir nun gemeinsam getroffen haben“, sagte Schalke-Direktor Youri Mulder. Nach Derry Murkin (für 1,2 Mio Euro zum FC Utrecht), Emmanuel Gyamfi (für 250.000 Euro zum FC Aberdeen), Thorben Hoffmann (für 100.000 Euro nach Braunschweig) und Paul Seguin (für 400.000 Euro zu Hertha BSC) ist Tempelmann der vierte Verkauf, der Schalke Geld einbringt. Ein Befreiungsschlag sind rund zwei Millionen Euro Transfereinnahmen aber noch nicht. Es müssen weitere kostspielige Verkäufe folgen.
Tempelmann bestritt für Schalke nur 28 Spiele
Tempelmann war im Sommer 2023 nach dem Bundesliga-Abstieg als großer Hoffnungsträger vom 1. FC Nürnberg gekommen, erhielt sogar die Nummer 10. Doch wegen anhaltender Kniebeschwerden spielte er selten gut, und unter Trainer Karel Geraerts sogar gar keine Rolle mehr. Im Sommer 2024 sollte er aussortiert werden, zog sich aber in seine Heimat München zurück, ließ sich am Knie operierten und hielt sich für den Tag des Geraerts-Rauswurfes fit. Als Geraerts ging, kam Tempelmann zurück und sogar zu einigen Einsätzen. Doch auch Geraerts-Nachfolger Kees van Wonderen konnte wenig mit ihm anfangen. Nur 28 Spiele (1 Tor, 1 Vorlage) bestritt er für S04.
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Im Januar 2025 folgte der Wechsel zur Eintracht. Dort blühte Tempelmann auf, trug sieben Tore zum Klassenerhalt bei, war in der Rückrunde einer der besten Zweitliga-Spieler. Er wollte in Braunschweig bleiben - und nun haben sich alle Seiten geeinigt: Spieler, alter Verein, neuer Verein. „Hier habe ich von Anfang an eine extreme Wertschätzung gespürt, die gepaart mit dem sozialen Umfeld sicherlich ein Grund für meine Entscheidung war“, sagte Tempelmann.



