Der Nikolaustag 2025 hätte an sich der Tag sein können, an dem Rhein Fire und damit eine der bekanntesten Football-Marken des Landes einen Namenswechsel hätte bekanntgeben müssen. Nun bestätigte der jeweils zweifache Meister der NFL Europe und der European League of Football den Wechsel in die neu gegründete American Football League Europe, kurze AFLE. Wie gemeldet hatten sich vier bisherige Clubs der ELF nicht an der Einigung zwischen der bisherigen Liga und der Clubvereinigung European Football Alliance im Streit um Geld und mangelnde Transparenz beteiligt – unter ihnen eben auch die in Duisburg beheimateten Footballer.
Wie schon verkündet ist die AFLE eine Liga, deren finanzielle Absicherung laut eigener Meldung über eine Investorenfamilie in den USA für fünf Jahre gewährleitet ist. „Das gibt uns die nötige Ruhe und Stabilität“, sagt Daniel Thywissen, Geschäftsführer von Rhein Fire gegenüber der Redaktion. In einer Pressemitteilung wird er zudem wie folgt zitiert: „Alle Beteiligten haben in Rekordzeit ein Fundament geschaffen, von dem wir überzeugt sind, dass hieraus ein nachhaltiger und leistungsstarker europaweiter Ligabetrieb entstehen kann. Rhein Fire als wohl bekannteste Marke im europäischen Football will nicht nur auf dem Feld ein Zugpferd der neuen Liga sein.“
Das gibt uns die nötige Ruhe und Stabilität.
Daniel Thywissen, Geschäftsführer von Rhein Fire
Den genauen Modus, die Anzahl und Namen der Teams sowie Regularien (wie die Frage, wieviele Importspieler erlaubt sein werden) und den Spielplan will die Liga in den nächsten Tagen und Wochen verkünden. Fest steht allerdings, dass Rhein Fire sechs Heimspiele in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena austragen wird. „Unser Dauerkartenvorverkauf wird bald starten. Zunächst werden wir unsere bestehenden Dauerkartenkunden anschreiben, sodass sie sich wieder ihren Platz sichern können. Im Anschluss startet dann der freie Verkauf“, sagt Thywissen.
Namensvertrag direkt mit der NFL
Wie der Club bereits verkündet hatte, wird Rhein Fire seinen Namen voraussichtlich behalten dürfen. Bislang hatte die National Football League als Rechteinhaber die Namen früherer NFLE-Clubs an die ELF und die wiederum an die Franchises lizenziert. „In dem neuen Vertrag wird es eine direkte Regelung zwischen uns und der NFL geben. Es sind noch einige Dinge zu klären, aber ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass es den Vertrag mit der NFL geben wird“, sagt Thywissen.
Derweil hat Fire eine Personalie verkündet: Rohat Dagdelen, an sich Backup-Quarterback, der sich nach einer Verletzung in der vergangenen Saison im Coaching-Team engagiert hatte, ist nun Sportdirektor des Clubs und wird mit General Manager Christoph Lörcks das neue Team zusammenstellen.
Alles zu Rhein Fire:
Nach aktuellem Stand wird es nun aber so sein, dass mit Rhein Fire und Frankfurt Galaxy die wohl bekanntesten Football-Clubs in Deutschland in zwei unterschiedlichen Ligen spielen werden. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es dieses Duell in der nahen Zukunft doch wieder geben wird“, erklärt der Geschäftsführer von Rhein Fire. Völlig unklar ist derweil, was von einem anderen Projekt zu halten ist: der International Arena League, einer Indoor-Football-Liga, die ihre Gründung mit jeweils vier Teams in den USA und vier in Europa, darunter die Düsseldorf Warriors hier in der Region, verkündet hat. „Wir wissen derzeit nicht, wer dahinter steckt, ob deren Saison parallel zu unserer Saison stattfinden soll und ob wir gegebenenfalls um Spieler konkurrieren“, erklärt Thywissen auf Nachfrage der Redaktion. „Bei der Gründung der damaligen World League of Football 1991 hatte sich gezeigt, dass eine interkontinentale Liga kaum zu finanzieren ist.“


