Das könnte ein vorgezogenes Nikolausgeschenk sein. Rhein Fire, zweifacher Meister der European League of Football, wird – zumindest möglicherweise – weiterhin Rhein Fire heißen. Am 6. Dezember wollte der Club eigentlich seinen neuen Namen vorstellen, nachdem sich die Fans des in Duisburg trainierenden und spielenden Teams zahlreich an einem Namenswettbewerb beteiligt hatten. Der Grund: Die Namensrechte lagen bei der ELF, von der sich die „Rebellenclubs“ in Form der European Football Alliance getrennt hatten und eine eigene Liga gründen wollten. Das wäre nur mit einem anderen Namen gegangen. Nun haben sich ELF und EFA wieder geeinigt, aber ohne Rhein Fire. Also doch ein Namenswechsel? Nein. Ach, es ist kompliziert.

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Bleiben wir zunächst beim Namen: Rhein Fire spielte bereits unter diesem Namen in der NFL Europe, die ein Ableger der großen National Football League aus den USA war. Diese Liga wurde zwar 2007 durch den „großen Bruder“ aufgelöst, was auch das Ende der Clubs wie Rhein Fire, Frankfurt Galaxy und Co. bedeutete, die Rechte an den Clubnamen blieben aber bei der NFL. Nach der Gründung der ELF lizenzierte die NFL die Namensrechte an die neue europäische Liga und diese wiederum an die Clubs. Nun hat aber im Zuge des Trubels um ein mögliches Ende der ELF, nachdem die Clubs mangelnde Transparenz und finanzielle Unstimmigkeiten moniert hatten, die NFL die Namensrechte wieder an sich gezogen und verhandelt sie neu.

Die National Football League hat der Number One Sportbetriebs GmbH die weitere Nutzung des Teamnamens ‚Rhein Fire‘ angeboten.

Rhein Fire, in einer Mitteilung des Clubs

„Die National Football League hat der Number One Sportbetriebs GmbH die weitere Nutzung des Teamnamens ‚Rhein Fire‘ angeboten. Damit kann der Champion der Jahre 2023 und 2024 auch künftig unter seinem etablierten Namen in den europäischen Football-Stadien antreten. Die finalen Gespräche zum Vertragsabschluss werden kurzfristig geführt. Juristisch begleitet wird das Franchise dabei pro bono vom Neusser Markenrechtsexperten Robert Meyen“, erklärte der Club in einer Mitteilung. „Für alle, die unserer Franchise nahestehen, ist es eine wichtige Entscheidung. Rhein Fire ist die bekannteste und stärkste Marke im europäischen Football. Für unsere Fans und für unsere laufenden Vorbereitungen der Spielzeit 2026 ist diese Gewissheit viel wert. Für die weitere Vermarktung blicken wir mit einem guten Gefühl nach vorne“, wird Fire-Geschäftsführer Daniel Thywissen zitiert.

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Tags zuvor überraschte die EFA mit der Meldung, dass man sich mit der ELF auf eine Weiterführung der bisherigen Liga geeinigt habe. Der kritisierte Liga-Boss Zeljko Karajca würde sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Die Liga solle künftig, wie bei Profi-Ligen üblich, von einem „Board of Governors“, praktisch der Gesellschafterversammlung der Clubs, geführt werden. Das Problem ist nur: Mit Rhein Fire, Vienna Vikings, Berlin Thunder und den Wroclaw Panthers wollen vier bisherige EFA-/ELF-Clubs dabei nicht mitmachen. Sie setzen offenbar auf eine Liga, die investorengetrieben sein soll. „Wir äußern uns nicht zu den Vorgängen bei der ELF und EFA“, sagte Thywissen auf Nachfrage. Da sich zudem einige Fire-Gesellschafter erst kürzlich vom Club distanziert hatten, dürfte das „Wintertheater“ rund im Club und Liga noch eine Zeitlang andauern.