Nun ist es offiziell: Nach dem langwierigen Streit um fehlende Transparenz und nach Angaben der Clubs auch ausstehenden Zahlungen wird Rhein Fire zusammen mit neun weiteren Clubs die European League of Football, deren Meister die Duisburger in den Jahren 2023 und 2024 geworden waren, verlassen und künftig unter dem Dach der European Football Alliance spielen. „Diese Teams sind nicht länger an die ELF-Franchise-Vereinbarungen gebunden, weil die Verträge Ende 2025 auslaufen oder gekündigt worden sind. Durch diesen gemeinsamen Schritt haben die Teams ihre Unabhängigkeit gesichert und sich zusammengeschlossen, um eine Liga unter ihrer Kontrolle zu gründen“, heißt es in der Erklärung der Allianz.

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Neben Rhein Fire sind bislang die Paris Musketeers, die Madrid Bravos, die Vienna Vikings, die Frankfurt Galaxy, die Wroclaw Panthers, die Prague Lions, Nordic Storm, Stuttgart Surge und Berlin Thunder diesen Schritt gegangen. „Das ist die logische Konsequenz der Entwicklungen der letzten Wochen und Monate“, sagt Martin Wagner, Gesellschafter von Rhein Fire. Die Clubs seien nicht mehr bereit gewesen, in einer Liga zu spielen, die unter der Kontrolle von Zeljko Karajica steht. Zwar war der ELF-Betreiber als CEO zurückgetreten und hatte mit Ingo Schiller einen zunächst als Co-CEO bestellten Nachfolger präsentiert, „aber bis heute ist Ingo Schiller nicht im Handelsregister als neuer Geschäftsführer eingetragen“, erklärte Wagner am Montag. Zudem halte er die Mehrheitsanteile an der ELF.

Das ist die logische Konsequenz der Entwicklungen der letzten Wochen und Monate.

Martin Wagner, Gesellschafter von Rhein Fire

Nun stellt sich die Frage: Heißt Rhein Fire immer noch Rhein Fire? Denn die Namensrechte der früheren Clubs der NFL Europe liegen immer noch bei der US-amerikanischen National Football League, die sie an die ELF lizenziert, diese dann an die Teams unterlizenziert hat. „Da die Verträge mit der ELF noch bis zum 31. Dezember 2025 gültig sind, heißen wir nach wie vor Rhein Fire. Aktuell haben wir aber kein Dokument, dass uns zusichert, dass dies über den Jahreswechsel weiterhin der Fall ist“, erklärt Wagner. Der Club hofft, diese Frage bis dahin gelöst zu haben. Sollte es keine neue Einigung geben, „haben wir bereits über Alternativen nachgedacht. Es könnte dann auch sein, dass wir die Fans in Form eines Namenswettbewerb einbinden werden.“

Alles zu Rhein Fire:

Wagner geht davon aus, dass die neue Liga die sportliche Qualität der ELF halten wird: „Sie wird sogar steigen, weil die Teams, die zuletzt diese unfassbar hohen Niederlagen produziert haben, nicht mehr dabei sind.“ In der EFA-Mitteilung heißt es, dass zu den bisherigen zehn Teams noch weitere Clubs hinzukommen könnten – sowohl aus dem alten Bestand der ELF, als auch andere Clubs. Martin Wagner geht davon aus, „dass die ELF versuchen wird, einen Spielbetrieb zu organisieren. Ich kann mir aktuell aber nicht vorstellen, dass das klappen wird.“

Im Hintergrund arbeiten die Duisburger Footballer bereits an der Mannschaft für die Saison 2026. „Wir sprechen natürlich auch mit den Coaches. Aber aktuell gibt es zu diesem Thema noch nichts zu verkünden“, so Wagner. „Manche Leute fragen sich, warum wir vergleichsweise sparsam mit Informationen umgehen“, sagt der Fire-Gesellschafter mit Blick auf die EFA. „Wir sind aktuell dabei, unsere Hausaufgaben im Hintergrund zu erledigen. Das wollen wir erst einmal geschafft haben“, will Wagner keine vorschnellen Wasserstandsmeldungen verbreiten. Die noch bis Jahresende gültigen Verträge mit der ELF könnten ein zweiter Grund sein.