Zusammenfassung
- Henning Matriciani verlässt den FC Schalke 04 nach fünf bewegten Jahren, in denen er vom U23-Spieler zum Profi aufstieg.
- Im Abschiedsgespräch zeigte er sich trotz ungewisser Zukunft optimistisch und sprach über seine Reha, seine „Goatriciani“-Modemarke und die emotionale Zeit bei Schalke.
- Er glaubt an den Klassenerhalt von Schalke in der Bundesliga.
Nur noch wenige Tage ist Henning Matriciani Angestellter des FC Schalke 04, am 30. Juni endet sein Profivertrag. „Auf jeden Fall ist ein bisschen Wehmut dabei, hier zu stehen“, sagte der 26-Jährige am Samstagabend in der Glückauf-Kampfbahn im Rahmen einer Sonderfolge unseres Talk-Formats „19:04 – Inside Schalke“. Doch mitten im Gelsenkirchener Sonnenuntergang wirkte Matriciani nur kurz wehmütig, sondern vielmehr sehr positiv. „Ich weiß ja noch nicht, wie es weitergeht, ich habe noch keinen neuen Verein. Aber ich bin sehr optimistisch“, sagte Matriciani.
Matriciani auf Schalke: zwei Aufstiege, zwei Abstiege
Er hat wilde Schalke-Jahre hinter sich. Eigentlich war er nur für die U23 verpflichtet worden, rückte aber in der Abstiegssaison 2020/2021 zu den Profis auf, erhielt einen entsprechenden Vertrag. In den fünf Jahren danach stieg er zweimal mit Schalke auf (2022, 2026) und einmal ab (2023), gehörte zum Mannschaftsrat, wurde durch viel Kampfkraft und eine Grätsche gegen Borussia Dortmund legendär, spielte eine Saison auf Leihbasis bei Waldhof Mannheim (2023/2024). Die letzten Monate verbrachte er in der Reha, nachdem er im Januar einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

Wie es da läuft? „Sehr gut“, sagt Matriciani, der als ausgebildeter Physiotherapeut selbst am besten weiß, wie eine Reha funktioniert. „Das hat aber Vor- und Nachteile. Ja, man weiß es, aber ich musste auch häufig gestoppt werden. Ich bin super in der Zeit, stehe fünf Monate nach der Verletzung wieder individuell auf dem Platz, kann ein bisschen was mit dem Ball machen. Im nächsten Monat wird, so wie es aussieht, ein bisschen was Richtung Mannschaft möglich sein“, sagte Matriciani. In welchem Verein er mittrainieren will, ob als Gast oder zur Probe, steht noch nicht fest. Aber er darf mit Schalkes Athletiktrainern weiterarbeiten, trotz des Vertragsendes.
Seinen emotionalen Abschied am Rande des Heimspiels gegen Eintracht Braunschweig (1:0), als er zum Abschied ein Bild geschenkt bekam, hat er inzwischen verarbeitet. „Das war schon schwer, denn ich war ja ein paar Jahre hier. Ich musste schon kämpfen, als ich das Bild bekommen habe. Ich hätte auch gern ein paar Minuten gespielt, wegen der Verletzung war das nicht möglich“, sagte er.

Auf den Tribünen der Arena trugen einige Schalker aber seinen Spitznamen auf der Brust oder dem Rücken. „Goatriciani“ heißt der, „Goat“ steht als Abkürzung für „Greatest of all Time“. Matriciani hat eine eigene Modemarke herausgebracht. „Wegen der Verletzung hatte ich etwas Zeit“, erzählte Matriciani. „Die Planung läuft aber schon über ein Jahr. Ich habe mir den Namen ja nicht selbst gegeben, er ist aus der Fanszene gekommen und durch die Medien gegangen. Bei einem Mannschaftsabend wurde ich sehr häufig auf ein Trikot angesprochen, das viele Leute kaufen wollten, da stand Goatriciani drauf. Da habe ich gesagt: Das gibt es nicht, das ist ein Unikat, das gebe ich nicht ab.“ Doch die Idee der eigenen Kollektion war in diesem Moment geboren, und bei T-Shirts und Hoodies muss es nicht bleiben: „Es laufen weitere Planungen, nicht nur für Klamotten, ich habe auch andere Ideen.“
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Auch wenn seine sportliche Zukunft anderswo liegt: Traut er Schalke in der Bundesliga den Klassenerhalt zu? „Auf jeden Fall. Das Kollektiv steht zusammen und das ist das Wichtigste. Kämpfen können wir, beißen können wir, und dass wir Fußball spielen können, haben wir in der Rückrunde gezeigt.“ Den Turnaround vom Abstiegskandidaten zum Zweitliga-Meister erklärt Matriciani mit der Strategie von Trainer Miron Muslic: „Man braucht einen Plan, der klar umgesetzt wird. Wenn ein Trainer kommt, der einen Plan A hat und kurz vor Saisonbeginn Plan B umsetzen will, dann funktioniert das nicht so gut. Diesmal war schon in der Vorbereitung jedem klar, was er zu tun hat.“
Der erste Aufstieg war emotionaler, weil es mein erstes Profijahr war.
Henning Matriciani, Noch-Schalke-Profi
Matriciani: Dieser Schalke-Aufstieg war emotionaler
Zum Schluss blieb noch die Frage, welcher Aufstieg für ihn emotionaler war: 2022 oder 2026? „Der erste Aufstieg war emotionaler, weil es mein erstes Profijahr war, ich mehr gespielt habe. Wir waren auch nicht dauerhaft Tabellenführer, der vorneweg marschiert ist wie in dieser Saison. Wir sind immer hinterhergehechtet. Gerade die letzten Spiele waren ja unfassbar.“

Und der Aufstieg 2022 verbindet ihn mit Mike Büskens, der Schalke als Interimstrainer zurück in die Bundesliga geführt hatte. Büskens stand neben Matriciani am Stehtisch in der Glückauf-Kampfbahn. „Das sind Momente, die ich ganz tief in meinem Herzen habe, die Henning und mich immer verbinden werden. Die Reise über zehn Wochen war fantastisch.“ Und die Schalker Fans werden Matriciani nicht vergessen. Auch am Samstagabend musste er zahlreiche Autogramme schreiben.






