Diese Saison produzierte beim FC Schalke 04 so viele schöne Geschichten, emotionale Höhepunkte und Partys. Zwanzig Minuten vor dem Anpfiff des letzten Saisonspiels gegen Eintracht Braunschweig aber wurde es für wenige Augenblicke sentimental. Alle Spieler der Königsblauen und das Trainerteam bildeten an der Mittellinie einen Halbkreis, um drei Profis zu verabschieden: Für Henning Matriciani, Christopher Antwi-Adjei und Paul Pöpperl endet die Zeit bei den Königsblauen.
Modemarke gegründet
Vor allem einer stand bei der Verabschiedung im Mittelpunkt, er hatte Tränen in den Augen: Matriciani erlebte alle Höhen und Tiefen eines Fußballspielers, seit er im April 2021 sein Debüt in der Profimannschaft der Königsblauen gefeiert hatte. Matriciani stieg mit Schalke ab (2021), dann sofort wieder auf (2022), wurde Stammspieler in der deutschen U21 und Hoffnungsträger nach dem erneuten Abstieg (2023). Nie werden die Schalker vergessen, dass er im Frühjahr 2023 mit einer Grätsche in letzter Sekunde eine Derbyniederlage gegen Borussia Dortmund (2:2) verhinderte. Wegen seiner Fähigkeit, technische Mängel durch doppelte Einsatzbereitschaft auszugleichen, wurde er zum Publikumsliebling. Doch in der Saison 2023/2024 konnte er nicht vorangehen. Er spielte schwach, Schalke vermied knapp den Abstieg in die 3. Liga. Matriciani musste gehen, wechselte zu Waldhof Mannheim (2024/2025). Nach der Rückkehr aus Mannheim passte Matriciani nicht zur Strategie von Trainer Miron Muslic, kam lediglich zu einem Einsatz. Im Januar 2026 zog er sich einen Kreuzbandriss zu, arbeitet seitdem am Comeback.
Henning Matriciani ist ein richtiger Schalker, ein Teamplayer.
Miron Muslic, Schalke-Trainer
Muslic sprach gern über Matriciani. „Grundsätzlich rede ich nicht gern über Verabschiedungen. Aber bei Henning mache ich eine Ausnahme“, erklärte Muslic und ergänzte: „Weil er ein überragender Typ ist, ein überragender Kerl. Er ist einer, den die ganze Fanszene liebt, sondern auch alle im Profilleistungszentrum. Er ist ein richtiger Schalker, ein Teamplayer. Ich wünsche ihm für seine Zukunft alles Gute.“ Matriciani kam 64-mal für Schalkes Profis zum Einsatz und 39-mal für die U23.
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Der Abschiedstag hatte für Matriciani bereits am Vormittag begonnen. Ab 10 Uhr hatte er vor dem Vereinslokal Bosch an der Glückauf-Kampfbahn Klamotten seiner Modemarke „Goatriciani“ verkauft, die er einige Tage zuvor online gestartet hatte Goat – das steht für ,Greatest of all time‘. „Der Online-Shop ging super los, in den ersten Stunden ging es Richtung Ausverkauf“, sagte Matriciani. Doch zur Mode wechseln will er nicht. Wenn er seinen Kreuzbandriss auskuriert hat, will er seine Fußballkarriere fortsetzen.
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Warme Worte fanden die Schalker auch für Antwi-Adjei (34 Spiele, 2 Tore, 3 Vorlagen) und Pöpperl (3 Spiele). Antwi-Adjei war vor zwei Jahren vom VfL Bochum gekommen, hatte einen großen Anteil an der erfolgreichen Hinrunde. Im ersten Saisonspiel gegen Hertha BSC (2:1) legte er Nikola Katics Kopfballtor zum 2:0 mit einer perfekten Ecke vor. Zudem traf er im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld zum 2:0. In der Rückrunde fehlte er lange wegen einer Verletzung und fand dann den Anschluss ans Team nicht mehr. Paul Pöpperl, lange trotz Profivertrag nur Stammspieler in der U23, hatte sein Profi-Startelfdebüt im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf gefeiert (2:0), als er den kurzfristig verletzten Ron Schallenberg vor ausverkauftem Haus ordentlich vertrat. Doch zu mehr als drei Einsätzen kam er in der Aufstiegssaison nicht, da er sich im Winter einen Kreuzbandriss zuzog. Genau wie Matriciani erhielten Pöpperl und Antwi-Adjei Präsente sowie den Applaus der S04-Fans in der Arena.

Trio nicht verabschiedet
Interessant ist, wen die Schalker nicht verabschiedeten. Denn drei weitere Verträge enden. Sturm-Idol Edin Dzeko will erst nach der Fußball-Weltmeisterschaft entscheiden, ob er noch ein Jahr bei den Königsblauen bleiben will. Mindestens vorübergehend verlassen Kevin Müller (1. FC Heidenheim) und Moussa Ndiaye (RSC Anderlecht) das Berger Feld. Die Leihverträge enthalten keine Kaufoption. Allerdings wollen die Schalker beide behalten. „Es gibt Spieler, bei denen Gespräche geführt werden, wo die Situation offen ist. Wir haben uns entschieden, diese Spieler nicht zu verabschieden“, sagte Vereinssprecher Alex Jacob.







