- Der FC Schalke 04 baut vor der Arena ein Erlebniszentrum mit Gastronomie, Fanshop und Dachterrasse, das auch außerhalb von Spieltagen geöffnet sein wird.
- Das Projekt soll die Verbundenheit der Fans stärken.
- Die Kosten liegen im niedrigen einstelligen Millionenbereich.
Jahrelang musste der FC Schalke 04 jeden Euro dafür benutzen, die Profimannschaft aufzumotzen und Punktabzüge zu vermeiden. Durch den Bundesliga-Aufstieg und andere Finanzprojekte ist nun wieder Luft für andere Vorhaben. Schalke investiert wieder in Steine statt Beine. Das erste Projekt: Unmittelbar vor der Arena, direkt an der 1000-Freunde-Mauer, entsteht ein Erlebniszentrum mit Gastronomie und Fanshop. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Projekt.
Erlebniszentrum – was bedeutet das?
Kernpunkt ist ein gastronomisches Angebot, das vom FC Schalke 04 selbst betrieben wird – inklusive einer 200 Quadratmeter großen Dachterrasse. Ein kleiner Fanshop und ein Außenbereich mit rund 300 Quadratmetern Fläche ergänzen das Zentrum. Alles hat nicht nur an Spieltagen geöffnet. Das Ziel: Die Fans der Königsblauen sollen auch dann zum Vereinsgelände kommen, wenn gerade nicht gespielt oder trainiert wird. „Schalke 04 ist viel mehr als ein Fußballverein und die 90 Minuten am Wochenende“, sagt Vorstandschef Matthias Tillmann. „Dieser starken Zugehörigkeit wollen wir einen Ort geben, der auch außerhalb von Spieltagen zu wertvollen Begegnungen und gemeinsamer Zeit einlädt.“
Schalke ist viel mehr als nur ein Fußballverein.
Matthias Tillmann, Schalkes Vorstandschef
Wie finanziert Schalke das Projekt und wann soll es fertig sein?
Das Projekt kostet einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag, die Schalker gehen davon aus, dass es spätestens innerhalb von zehn Jahren refinanziert ist. Schalke schaut sogar erst einmal auf die kommenden fünf Jahre. Zudem haben sie Partner für das Projekt gewonnen, beispielsweise Adidas für den Fanshop und Veltins für die Gastronomie. Der Bau entsteht durch modulare Bauweise und soll schon im Herbst stehen. Einen ersten Eindruck sollen die Fans beim „Schalke-Tach“ am 8. August bekommen.
Wann entstand die Idee?
Wie Tillmann sagte, sei die Idee im Moment der größten sportlichen Krise entstanden – im Mai 2025 nach der 1:2-Niederlage gegen Elversberg und dem soeben vermiedenen Abstieg in die 3. Liga. Das Stichwort: Schalke-Erlebnis. Dass Schalke das Geld lieber in einen teuren Spieler investieren könnte, ließ Tillmann nicht gelten. Der Verein denkt nicht mehr allein sportlich. „Wenn du nur den rechten Arm trainierst und nicht den linken, wird das nicht funktionieren“, sagte er.
Ist das Erlebniszentrum nur für Schalke-Fans gedacht?
Nein. Schalke bezeichnet die Investition als „Bekenntnis zu unserer Stadt und zu der Verantwortung, die wir als zentrale Institution in Gelsenkirchen haben.“ Das Quartier Berger Feld solle langfristig entwickelt werden.
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Hat Schalke die Pläne für das „Tor auf Schalke“ aus der Schublade geholt?
Jein. Die Schalker haben sich die Pläne noch einmal angesehen, setzen sie aber nicht mit Verspätung um. In den 2010er-Jahren, als es sportlich für S04 besser lief, hatte der Verein ein 95 Millionen Euro schweres Bauprojekt aufgelegt, von dem nur Teile umgesetzt wurden (Parkhäuser, neue Trainingsplätze). In der Corona-Krise stoppte Schalke die weiteren Pläne, die zum Beispiel eine neue Geschäftsstelle, einen großen Fanshop und Gastronomie beinhalteten.
Was passiert mit dem Fanshop an der Geschäftsstelle und dem Restaurant „Charlys Schalker“?
Beides bleibt erhalten. Die Schalker wollen genau überlegen, welche Fanartikel sie in welchem Shop anbieten. Im Gegensatz zum Erlebniszentrum betreibt der Klub das Restaurant „Charlys Schalker“ nicht selbst, sondern Peter Neumann, Enkel des legendären Schalke-Betreuers Charly Neumann. Kannibalisierungs-Effekte können nicht ausgeschlossen werden. Eltern von Knappenschmiede-Talenten werden wahrscheinlich weiter eher ins näher gelegene „Charlys Schalker“ gehen.

Was ist mit dem Neubau für die Knappenschmiede?
Der ist auch geplant, lässt aber noch etwas auf sich warten, da er vor allem mit Geldern aus der Fördergenossenschaft refinanziert werden soll. Sportvorstand Frank Baumann hatte die Investitionen in die Infrastruktur zur Chefsache erklärt, selbst Drittligisten seien besser aufgestellt. Der Schalker Nachwuchs zieht sich seit Jahren in Containern um. Eine zentrale Anlaufstelle für die Knappenschmiede existiert nicht.






