Es lief die 53. Minute, Zweitliga-Spitzenreiter FC Schalke 04 rannte beim Schlusslicht Greuther Fürth einem 0:1-Rückstand hinterher. Noch drängte die Zeit nicht, die Königsblauen bauten ihre Angriffe in Ruhe auf. Nikola Katic schlug den Ball Richtung Strafraumgrenze, Edin Dzeko legte per Kopf ab und der freistehende Dejan Ljubicic wollte ihn ins Tor bugsieren. Doch nach einem Zweikampf mit Reno Münz fiel Ljubicic im Fürther Strafraum auf den Rasen, hielt sich die rechte Schulter, brachte nur ein Schüsschen zustande, forderte - wie alle Schalker - vehement einen Elfmeter. Schiedsrichter Robert Kampka aber ließ weiterlaufen, Video-Assistent Günter Perl checkte die Szene, forderte Kampka aber nicht auf, sie am Bildschirm zu überprüfen.
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Korrekte Entscheidung?
In den Zeitlupen ist zu sehen, dass Münz ganz leicht an Ljubicics Hose zupfte. Doch war dieser Zupfer so schlimm, dass der Schalker hinfallen musste? Auch nach dem Spiel, das 1:1 (0:1) endete, weil Ljubicic im späteren Spielverlauf mit einem Fernschuss-Hammer (75.) das Gegentor von Dennis Srbeny (12.) noch ausglich, hatten sich einige Schalker nicht beruhigt. Trainer Miron Muslic sagte nicht viel dazu, äußerte aber eine eindeutige Meinung: „Ich habe einen klaren Elfmeter gesehen, der Schiedsrichter nicht, deshalb akzeptieren wir die Entscheidung.“ Etwas ausführlicher formulierte es Youri Mulder, der Direktor Profifußball: „Ärgerlich. Dejan ist durch die Aktion des Abwehrspielers total aus der Balance geraten. Und das macht er nicht absichtlich.“ Ljubicic selbst sagte: „Der Ball wurde super vorgelegt, ich hätte meiner Meinung nach das Tor gemacht, verliere aber die Balance.“ Er wolle sich die Szene aber noch einmal anschauen.
Ex-Schalke-Kapitän Terodde: „Reicht nicht für einen Elfmeter“
Sky-Experte und Ex-Schalke-Kapitän Simon Terodde kam nach Ansicht der Zeitlupe zu einem anderen Ergebnis: „Münz kommt nicht richtig in den Zweikampf. Ljubicic kommt ein bisschen aus dem Tritt - aber das reicht nicht für einen Elfmeter.“ Eine Argumentation, mit der Mulder nichts anfangen konnte. Über den Zupfer sagte er: „Das darf man nicht. Und das, was man nicht darf, muss man abpfeifen. Und dann ist es ein Elfmeter. Dann kann man auch nicht sagen: Das reicht nicht.“
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Zum vierten Mal in dieser Saison beschweren sich die Schalker lautstark über eine Schiedsrichter-Entscheidung. Beim 0:0 in Münster in der Hinrunde hatte der Schiedsrichter ein Schalker Tor wegen eines vermeintlichen Fouls von Mika Wallentowitz an Münsters Torwart aberkannt. Wallentowitz hatte den Torwart aber gar nicht berührt. Beim 0:2 in Bochum gelang Schalke nach einer Ecke das Anschlusstor, wieder soll ein Foul am Torwart vorgelegen haben - wieder war das nicht der Fall. Weniger ins Gewicht fiel eine strittige Entscheidung beim 2:1 gegen Paderborn. Beim Stand von 0:0 hatte es nach einem Foul an Moussa Sylla einen Elfmeterpfiff gegeben. Der Schiedsrichter nahm den Strafstoß zurück und entschied auf Freistoß außerhalb des Strafraums - umstritten. Für Muslic ein „Tor-Raub“. Eingegriffen hatte der Video-Assistent. Sein Name: Robert Kampka.








