Gut sah es für den FC Schalke 04 nicht aus, als Zweitliga-Tabellenführer drohten sich die Königsblauen beim Schlusslicht Greuther Fürth zu blamieren. Ein sehenswerter Distanzschuss von Dejan Ljubicic in der 75. Minute brachte Schalke beim 1:1 (0:1) wenigstens einen Punkt. Schalke bleibt zwar Tabellenführer, verpasste durch den vermeidbaren Stolperer aber die Chance, den Vorsprung auf den dritten Platz auszubauen.
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Schon am Freitag hatte für die Schalker ein Wohlfühl-Wochenende begonnen. Auf dem Campus des Ausrüsters Adidas in Herzogenaurach verbrachten die Profis den Tag vor dem Spiel, ganz wie so oft die deutsche Nationalmannschaft. Am Swimming-Pool verfolgte Trainer Miron Muslic am Samstagnachmittag, wie die Konkurrenz spielte. Die Profis vergnügten sich bei Fußballtennis und Teqball. Rund 3000 mitgereiste Fans machten die Partie zu einem Heimspiel - was sollte da schon schiefgehen?
Schalke-Torwart Karius fehlt erneut wegen Rückenbeschwerden
Muslic veränderte seine Startelf im Vergleich zum 5:3 gegen Magdeburg vor einer Woche nicht. Das Tor hütete erneut Ersatzkeeper Kevin Müller, da Loris Karius weiter Rückenbeschwerden plagten. Nach einem letzten Test am Samstagvormittag senkte Karius den Daumen. Doch auch ohne Karius startete Schalke gut ins Spiel, gestaltete die ersten zehn Minuten sehr dominant. Im Pressing gelangen einige Balleroberungen, die Fürther wirkten sehr unsicher. Zweimal wäre beinahe das frühe Führungstor gefallen, zweimal durch Star-Zugang Edin Dzeko. In der fünf Minute ahnte Dzeko, wohin der unsichere Fürther Torwart Silas Prüfrock den Ball passen wollte, doch Dzekos Block prallte am Tor vorbei. Vier Minuten später lenkte Prüfrock einen Dzeko-Schlenzer mit den Fingerspitzen zur Ecke. Es schien eine Frage der Zeit zu sein, bis der Aufstiegsfavorit bei der schlechtesten Abwehr der Liga treffen würde.
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Erst in der zwölften Minute konnte sich Fürth zum ersten Mal befreien. Kapitän Branimir Hrgota wurde von den Schalkern Hasan Kurucay und Moussa Ndiaye auf der linken Seite begleitet, aber bei der Flanke nicht gestört. In der Mitte ließ Dennis Srbeny Schalkes Abwehrchef Nikola Katic ganz alt aussehen und schob den Ball zur 1:0-Führung ins Tor. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt.

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Doch dieses Tor zog Schalke den Stecker. Die Königsblauen waren nun nicht wiederzuerkennen. Immer wieder spielten sich Katic und Kurucay den Ball zu, keine Idee hatte Königsblau mehr, um in Strafraumnähe zu kommen. Die Zahl der technischen Fehler: enorm hoch. Das fing an bei Torwart Müller, der den Ball zweimal ins Seitenaus schlug (27./39.), ging weiter bei Ndiaye, dem ein Rückpass missriet (38., Müller klärte im letzten Moment) und hörte auf bei Dejan Ljubicic (32.) und Kenan Karaman (45.), denen simple Ballannahmen misslangen. Schalke enttäuschte vor 16.126 Zuschauern im Sportpark Ronhof 20 Minuten lang auf ganzer Linie.

Eine Standardsituation brachte Schalke ins Spiel zurück: Adil Aouchiche schlug den Ball in den Strafraum, Kurucay stieg hoch, köpfte aber ganz knapp vorbei (32.). In der 37. Minute köpfte Karaman nach Aouchiche-Flanke drüber. Kurz vor der Pause (43.) stand Aouchiche frei, schoss den Ball jedoch in Prüfrocks Arme. Dabei stand er zwar im Abseits, doch Schalke spielte nun leicht verbessert. Zur Pause lag aber der Außenseiter vorn: 1:0 für Greuther Fürth. Die Kleeblatt-Fans tobten. Damit hätte niemand gerechnet.
Die zweite Hälfte hatte gerade begonnen, da entwickelte sich ein erwartbarer Spielverlauf. Schalke hatte dauerhaft Ballbesitz, schob sich den Ball auf der Suche nach einer Lücke in der Fürther Abwehr. Teilweise standen minutenlang 21 Spieler in der Fürther Spielhälfte. Doch trotz zahlreicher Flanken, Standardsituationen und Schussversuchen sprang keine richtig große Chance dabei heraus. In der 54. Minute fiel Dejan Ljubicic im Fünfmeterraum, doch den kleinen Hosenzupfer wertete Schiedsrichter Kampka nicht als elfmeterwürdig. Rund eine Viertelstunde später stand Kampka erneut im Mittelpunkt. Nach einer Fürther Ecke war Edin Dzeko ein Eigentor unterlaufen. Erst nach minutenlanger Video-Überprüfung stand fest: Srbeny stand im Abseits.
Schalke rannte die Zeit davon, die Angriffsversuche wurden immer verzweifelter. Bei den ganz wenigen Fürther Konterversuchen wirkte das Schlusslicht sogar gefährlicher. Die mitgereisten S04-Fans wurden immer leiser. Erst ein Knall in der 75. Minute weckte sie auf: Dejan Ljubicic fasste sich ein Herz und hämmerte den Ball aus der Distanz zum 1:1 in den Fürther Torwinkel. Nach diesem Treffer drückte Schalke, Fürth konterte, vor den Toren passierte nichts mehr, auch nicht in sieben Minuten Nachspielzeit. Es blieb beim Unentschieden.









