Meist vermeidet es Miron Muslic, seine Profis öffentlich zu kritisieren, nach dem 1:1 bei Zweitliga-Schlusslicht Greuther Fürth wurde der Trainer des FC Schalke 04 allerdings überraschend deutlich. Der 43 Jahre alte Österreicher machte in erster Linie Ersatztorwart Kevin Müller für das Gegentor zum zwischenzeitlichen 0:1 in der 12. Minute verantwortlich.

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Warum? Weil sich der Vertreter des verletzten Stammkeepers Loris Karius (Rückenbeschwerden) beim Abstoß nicht an eine vorab besprochene Variante gehalten habe, wie Muslic sagt. „Wir bekommen das 0:1 nach einem Abstoß von uns, wo wir uns nicht an den Plan halten“, erklärte der Coach. Wie genau die Variante aussehen sollte, verriet Muslic nicht. Dass Torwart Müller allerdings einen Pass in den Rücken von Nikola Katic spielte, nachdem Hasan Kurucay den Abstoß kurz ausführte, gefiel dem Trainer aber offenbar gar nicht. Denn die Folge war: Katic musste einen langen Ball spielen – es folgte eine Balleroberung der Fürther und wenige Sekunden später das Tor durch Dennis Srbeny.

Zur Wahrheit gehört allerdings: Auch die Verteidiger sahen in dieser Szene nicht gut aus. Auf der linken Seite ließ sich Moussa Ndiaye überspielen. Hasan Kurucay musste in der Folge auf den Flügel rücken, kam gegen Branimir Hrgota aber nicht in den Zweikampf. Eine noch schlechtere Figur machte dann Nikola Katic im Zentrum. Schalkes Abwehrchef war zu weit weg von Srbeny, konnte den Fürther dann nicht am Abschluss hindern.

firo :  28.02.2026
Fussball, Fußball, 1.Liga, 1.Bundesliga, Saison 2025/2026, 24. Spieltag, 
SpVgg Greuther Fürth - FC Schalke 04,
Kevin Müller (links) vertritt aktuell den verletzten Stammtorwart Loris Karius auf Schalke. © Marcel Engelbrecht /firo Sportphoto | Marcel Engelbrecht

„Schalke ist immer super stark, wenn ...“

„Wir haben eine klare Abstoßvariante, und die verlange ich. Die ist anders als das, was wir bei dem Tor gemacht haben. Da verlange ich, dass wir uns strikt an unsere Strukturen und Prinzipien halten“, sagte Schalkes Trainer vor den TV-Kameras. Auf der Pressekonferenz ergänzte er: „Die Konsequenz war dann das 0:1. „Schalke ist immer super stark, wenn wir in der Struktur bleiben und wir uns an den Plan halten. Sobald wir unsere Struktur und diesen Plan verlieren, sind wir nicht mehr so stark. Das hat mich sehr, sehr geärgert.“

Muslic nimmt die erfahrenen Profis explizit in die Pflicht. „Ich verlange schon von den Spielern, gerade von den routinierten Spielern da hinten, dass sie sich an den Plan halten“, so der Trainer, der sich dann allerdings bemühte, seine Kritik an Winter-Neuzugang Kevin Müller zumindest etwas einzufangen. Die Leihgabe von Bundesligist 1. FC Heidenheim sei ja „erst das zweite Spiel dabei“. Dass er da noch nicht alle Abläufe kenne, sei „doch ganz klar“.

Schalke-Torwart Kevin Müller gibt sich selbstkritisch

Stark ist jedoch: Torwart Müller, der in Fürth sein 265. Zweitligaspiel bestritt, gibt sich vor den TV-Kameras selbstkritisch. „Es fängt bei mir schon an. Ich spiele Niko den Ball in den Rücken und dann kommt die Situation so ein bisschen, wie sie dann auch kommt“, sagt er. „Es ärgert mich, weil ich in erster Linie dafür verantwortlich bin“, sagt der 34-Jährige.

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Ob Müller auch in der kommenden Woche, im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (Freitag, 18.30 Uhr/Sky), im Tor stehen wird, ist noch offen. Die Schalker hoffen weiter auf eine Rückkehr von Stammtorwart Karius. Der 32-Jährige war am Freitag mit dem Team ins Frankenland gereist, absolvierte am Samstagmittag sogar einen Belastungstest, doch noch war er nicht fit genug für einen Einsatz. „Wir haben alles probiert, er hat alles probiert“, sagt Muslic über den verletzten Karius. „Aber er war nicht auf 100 Prozent und wir verlassen uns da komplett auf Loris. Er kam zu Volkan und mir und sagte, er sei noch nicht bei 100 Prozent. Auch das verlange ich von einem Führungsspieler und einer so starken Persönlichkeit wie Loris. Weil er sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Wir hoffen, dass wir ihn relativ rasch wieder gesund bekommen.“