Ob Heizung, Wärmepumpe oder Fernwärme – das Heizen wird 2025 wieder teurer. Das zeigt der aktuelle Heizspiegel der Beratungsgesellschaft Co2online. Für eine Pelletheizung in einer 70-Quadratmeter-Wohnung fallen im Schnitt beispielsweise 125 Euro Mehrkosten gegenüber dem Vorjahr an, ein Plus von 20 Prozent. Gleichzeitig sehen die Analysten in vielen Haushalten Sparpotenzial.

Heizung: So teuer wird das Heizen mit Gas, Öl, Pellets und Co.

Wie teuer das Heizen im Einzelfall wird, hängt nicht nur vom Verbrauch, sondern auch vom Energieträger ab. Als Referenz dient im Heizspiegel immer die 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus. Nach den Pellets rechnen die Experten auch beim Erdgas mit steigenden Kosten: Dieses Jahr kommen im Schnitt 150 Euro hinzu – rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Am geringsten fällt der Anstieg bei der Wärmepumpe aus, mit einem Plus von 35 Euro (5 Prozent).

EnergieträgerHeizkosten für 2025
Holzpellets740 Euro (+20 %)
Erdgas1180 Euro (+15 %)
Heizöl1055 Euro (+3 %)
Fernwärme1245 Euro (+2 %)
Wärmepumpe715 Euro (+5 %)

Quelle: Heizspiegel 2025. Als Referenzgebäude dient eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus (70 Quadratmeter). Die Prozentangabe zeigt die Verteuerung im Vergleich zum Heizspiegel 2024.

Heizkosten 2025: Experten erwarten extremen Preissprung

Als Ursache für den Preistrend nennen die Experten höhere Energiekosten und den kalten Winter zu Jahresbeginn. Eine Richtung, auf die sich Verbraucher weiterhin einstellen müssen. Die Beratungsgesellschaft geht davon aus, dass die Heizkosten auch in den nächsten Jahren weiter steigen. Besonders bei Heizöl und Gas erwarten die Experten noch deutlichere Preissprünge.

„In 20 Jahren werden sie etwa dreimal so hoch sein wie heute“, heißt es im Heizspiegel. Ein Grund ist der Emissionshandel: Der CO₂-Preis für fossile Brennstoffe soll in den kommenden Jahren deutlich steigen. Bei der Gasheizung schlagen zusätzlich höhere Netzgebühren durch sinkende Kundenzahlen zu Buche. Für Fernwärme und Pellets rechnen die Analysten sogar mit einer Verdopplung der Heizkosten in den nächsten 20 Jahren.

Lediglich Eigentümer mit einer Wärmepumpe bleiben laut Heizspiegel kurz- und langfristig von größeren Preissprüngen verschont. Ein Grund dafür ist die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Auch die politischen Rahmenbedingungen machen die Heizform attraktiver: Aktuell gibt es etwa eine Heizungsförderung von bis zu 21.000 Euro für Wärmepumpen.

Heizkosten
Maßnahmen wie eine Dämmung können helfen, Verbrauch und Heizkosten langfristig zu senken. © Stefan Werner - stock.adobe.com | stock.adobe.com

Bei fast allen ist Heizung zu teuer – simple Maßnahmen helfen

„90 Prozent aller Haushalte zahlen zu viel fürs Heizen“, heißt es im Heizspiegel. Im Schnitt könnten neun von zehn Haushalte ihre Heizkosten um rund 400 Euro pro Jahr senken. Oft würden hierfür schon einfache Maßnahmen wie die richtige Einstellung der Raumtemperatur, Stoßlüften bei abgedrehter Heizung oder ein reduzierter Warmwasserverbrauch helfen, die Kosten zu senken.

Noch effektiver können energetische Sanierungen sein – etwa eine bessere Dämmung oder der Tausch der Fenster. Auch ein hydraulischer Abgleich der Heizung kann helfen, den Verbrauch und damit die Heizkosten zu senken. Energieexperten wie unsere Gastautorin Claudia Kemfert raten, Sanierungen vor dem Heizungstausch mitzudenken. Wer insgesamt weniger verbraucht, spart Heizkosten – unabhängig vom Energieträger.

Das Optimum erreichen sogenannte Passivhäuser, die ohne wasserführende Zentralheizung auskommen können. Auch Bestandsgebäude lassen sich im Passivhaus-Stil sanieren. In beiden Fällen gilt das gleiche Prinzip: Gute Dämmung, isolierte Fenster und Wärmerückgewinnung sollen den Bedarf an Wärmeenergie so gering wie möglich halten.