Es sind alles andere als leichte Zeiten für Journalisten in den USA. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ belegen die Vereinigten Staaten mittlerweile nur noch Rang 57 von 180 Ländern. Journalisten werden eingeschüchtert, wie jüngst von Trump-Sprecherin Karoline Leavitt als „linke Schmierfinken“ beschimpft oder festgenommen, weil sie ihren Job gemacht haben.

Letzteres widerfuhr dem Reporter und ehemaligen CNN-Moderator Don Lemon. Der 59-Jährige war am vergangenen Donnerstag in Los Angeles verhaftet worden. Sein Vergehen: Lemon hatte nach Angaben seines Anwalts wenige Tage zuvor über einen Protest gegen ICE in einer Kirche in St. Paul im Bundesstaat Minnesota berichtet. Dort hatten Demonstranten einen Gottesdienst gestört, um gegen den Pastor David Easterwood zu protestieren, der auch für ICE arbeitet. Am Freitag hatten Polizisten zudem die Journalistin Georgia Fort in ihrem Haus in Minnesota festgenommen. Sie hatte ebenfalls über die Proteste gegen Easterwood berichtet.

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Don Lemon mit klarer Botschaft an die US-Medien

Beide sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Allerdings laufen Verfahren gegen sie. US-Justizministerin Pam Bondi sprach von einer „koordinierten Attacke“ auf die Kirche. Lemon werden unter anderem Verschwörung zur Verletzung von Bürgerrechten sowie die Behinderung der Religionsfreiheit vorgeworfen. 

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Am Montag äußerte sich Lemon nun in der Night-Show von Moderator Jimmy Kimmel zu seiner Festnahme und sparte dabei nicht mit klaren Worten. „Sie wollen einen bloßstellen. Sie wollen einen einschüchtern. Sie wollen Angst verbreiten“, sagte Lemon in der Show. Lemon nutzte die Sendung auch, um die US-Medien zu kritisieren. Medienhäuser seien aus Angst vor politischem Druck „gelähmt“, etwa aus Sorge, den Zugang zur Regierung zu verlieren oder verklagt zu werden. Es sei nicht die Zeit für falsche Ausgewogenheit, sagte Lemon. „Manche Dinge sind objektiv falsch.“ 

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Donald Trump verhöhnt Lemon nach seiner Festnahme

Auf dem X-Account des Weißen Hauses war nach Lemons Festnahme ein Tweet mit dem Foto des Journalisten und der gehässigen Überschrift „When life gives you lemons …“ gepostet worden – ein kindisches Wortspiel mit Lemons Namen. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich auf Nachfrage von Journalisten zu der Festnahme. Lemon sei ein „Widerling“ und „gescheiterter Moderator“, seine Festnahme „das Beste, was ihm passieren konnte“.

News aus den USA

Jimmy Kimmel machte selbst schon Erfahrungen mit politischem Gegenwind. Der Moderator musste im vergangenen September mit seiner Show eine einwöchige Zwangspause einlegen. Der US-Präsident hatte die vorübergehende Absetzung öffentlich begrüßt. Darauf spielte Lemon an, als er sich von Kimmel verabschiedete: „Ich weiß das wirklich zu schätzen“, sagte er zum Moderator, nach „allem, was du durchgemacht hast.“