Anfang des Jahres ging Punch um die Welt: ein kleines Makakenbaby aus dem Ichikawa City Zoo in Japan, das sich an einen braunen Plüsch-Orang-Utan klammert, nachdem seine Mutter es nicht angenommen hatte. Das Bild verbreitete sich in wenigen Stunden weit über Japan hinaus. Punch und sein Stofftier wurden zu Internetstars, inspirierten zahllose Memes und rührten sogar das Weiße Haus.

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Doch außerhalb solcher rührenden Ausnahmegeschichten sieht das Leben vieler Japanmakaken anders aus. In freier Wildbahn gelten sie vielerorts nicht als faszinierende Tiere, sondern als Plage
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Japanmakaken in Japan: Warum Schneeaffen für Bauern zum Problem werden
Japanmakaken, auch Schneeaffen genannt, sind Überlebenskünstler. Ihr Beiname täuscht, denn sie leben nicht nur in verschneiten Berglandschaften, sondern in fast ganz Japan – sogar in den subtropischen Wäldern des Südens. Sie fressen Pflanzen, Früchte, Insekten und Rinde, notfalls sogar Erde. Gerade diese Anpassungsfähigkeit macht sie aus Sicht vieler Bauern zum Problem. Wo Felder und Obstplantagen an Wälder grenzen, finden die Tiere reich gedeckte Tische vor.
Wie groß der Schaden ist, zeigt eine Schätzung des japanischen Landwirtschaftsministeriums: Demnach verursachten Affen im Jahr 2024 Ernteverluste in Höhe von 770 Millionen Yen, umgerechnet rund 4,19 Millionen Euro. Um ihre Ernten zu schützen, setzen Landwirte Reuters zufolge auf Zäune, Vogelscheuchen und Pyrotechnik. In manchen Kommunen geht der Staat jedoch weiter. Dort können Bauern Beschwerden einreichen, woraufhin Behörden Programme zum Einfangen und Töten sogenannter Problemtiere auflegen. Nach Angaben des japanischen Umweltministeriums werden so jedes Jahr mehr als 19.000 Affen getötet.
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Tierschutz und Artenkonflikt: Was das Töten der Affen bewirkt
Was in Behördenberichten nach Bestandsmanagement klingt, hat sehr konkrete Folgen. Wo ganze Gruppen getötet oder stark verkleinert werden, bleiben immer wieder verwaiste Jungtiere zurück. Einige dieser Affen werden von Privatpersonen aufgenommen und später an Unterhaltungsgruppen weitergegeben. Wie „National Geographic“ bereits 2021 berichtete, werden sie dort teils hart abgerichtet und auch körperlich misshandelt.
Der Streit über den Umgang mit den Tieren ist auch deshalb so scharf. Einerseits stehen Landwirte, deren Ernten bedroht sind. Auf der anderen Seite stehen Forscher und Tierschützer, die bezweifeln, dass das Töten vieler Tiere den Konflikt überhaupt löst.
Die Primatologin Takayo Soma von der Universität Kyoto sagte Reuters, Schutzmaßnahmen gegen Ernteschäden seien notwendig. Zugleich sei es, so Soma, „nicht besonders wissenschaftlich“, ohne ausreichende Begründung einfach eine bestimmte Zahl von Affen zu töten.
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Japanmakaken in Japan: Welche Lösungen Experten statt Tötungen empfehlen
Ähnlich argumentiert auch Shigeyuki Izumiyama, Professor an der Shinshu-Universität. Gegenüber Reuters erklärte er, das Töten ganzer Affengruppen sei oft wenig sinnvoll. Seine Begründung ist einfach: Verschwindet eine Gruppe, rückt häufig die nächste nach. Das Problem wird damit nicht gelöst, sondern nur verlagert.
Einige Fachleute setzen deshalb auf andere Methoden. Dazu gehören etwa Elektrozäune oder sogenannte Affenhunde. Gemeint sind speziell trainierte Haushunde, die Makaken aus Anbaugebieten vertreiben. Die Tiere werden also nicht getötet, sondern auf Abstand gehalten.
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Lebensraum der Schneeaffen: Welche Rolle der Mensch im Konflikt spielt
Der Apfelbauer Takumi Matsuda gehört zu den wenigen Landwirten, die öffentlich mit Sympathie über Japanmakaken sprechen. Doch auch er beschönigt die Lage nicht. Er weist darauf hin, dass nicht nur die Affen in menschliche Räume vordringen. Auch der Mensch dehnt Felder, Straßen und Siedlungen immer weiter in den Lebensraum der Tiere aus. Abgesehen vom Menschen lebt kein Primat in vergleichbar nördlichen Breiten. Dass die Japanmakaken dennoch unter Druck geraten, liegt also nicht an einer feindlichen Natur, sondern vor allem an einem Konflikt, den Menschen geschaffen haben.
Punch hat Millionen Menschen gerührt. Die frei lebenden Japanmakaken führen jedoch eine weniger bequeme Wahrheit vor Augen: Nicht Schnee, Kälte oder Wildnis sind ihre größte Bedrohung, sondern der Mensch. Damit ist ihr Schicksal auch ein menschengemachtes Problem.









