In einer Stellungnahme hat der Verwaltungsrat des Wuppertaler SV die Saison in der Regionalliga West als „alles andere als zufriedenstellend“ bewertet. „Die sportlichen Leistungen und das Auftreten unseres Vereins in dieser Spielzeit werden dem Anspruch und der Tradition des Wuppertaler SV in keiner Weise gerecht“, heißt es in dem Schreiben an Fans und Mitglieder. Der Abstieg in die Oberliga wäre „gemessen an der bisherigen Punkteausbeute sicherlich gerechtfertigt.“

Der WSV hat es am letzten Spieltag nicht mehr in der eigenen Hand, die Regionalliga zu halten. Trainer Mike Wunderlich hat unter seiner Regie seit der Winterpause in 15 Partien lediglich einen einzigen Sieg geholt – ein 1:0 gegen die U 21 des 1. FC Köln. Wunderlich weiß selbst, dass der bisherige Punkteschnitt von 0,6 Zählern pro Partie für den Klassenverbleib eigentlich ungenügend ist, berichtet der Kicker.

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So kann der WSV doch noch die Regionalliga West halten

Am Samstag um 14 Uhr empfängt der WSV im Stadion am Zoo den Bonner SC mit Ex-Trainer Björn Mehnert an der Seitenlinie. Ein Sieg ist Pflicht, um den punktgleichen, aber fünf Tore besseren Konkurrenten SC Wiedenbrück noch von Rang 16 zu verdrängen. Gleichzeitig muss das Schlusslicht SSVg Velbert (ein Zähler Rückstand) auf Distanz gehalten werden.

Doch selbst Platz 16 reicht nur zum Klassenverbleib, wenn Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga absteigt. Dann müsste automatisch die U 23 der Landeshauptstädter in die Oberliga. „Unsere Chance ist minimal“, gibt selbst WSV-Trainer Wunderlich im Bericht des Kicker zu. „Aber selbst wenn die Möglichkeit auch noch so gering ist, werden wir alles dafür tun, um zumindest unseren Teil der Aufgabe zu erledigen.“

Wuppertal, Stadion am Zoo, alte denkmalgeschützte Tribüne - Fans strömen Richtung Eingang.
Das Stadion am Zoo in Wuppertal gilt als eines der schönsten Stadien der Regionalliga West.© Funke Medien NRW | Roman Milenski

WSV-Verwaltungsrat kündigt strukturelle Neuordnung an

Der neu gewählte Verwaltungsrat macht in seinem Schreiben klar: Unabhängig von der Liga wird der Verein „organisatorisch, wirtschaftlich und sportlich neu aufgestellt.“ Man sei bereits dabei, „die Ursachen für diese Entwicklung sorgfältig aufzuarbeiten“ und werde „zeitnah Konsequenzen ziehen.“

Gleichzeitig bittet die Vereinsführung um Geduld: „Nicht alles wird öffentlich diskutiert werden, denn der Verein braucht jetzt vor allem eines: Ruhe, Klarheit und eine konsequente Neuordnung.“

Zentrale Zukunftsfragen sind dabei noch völlig offen: Welcher Etat steht für welche Liga zur Verfügung? Übernimmt Berater Stephan Küsters dauerhaft die Sportliche Leitung? Bleibt Wunderlich als Trainer? Welche Spieler sollen bleiben, gehen oder kommen? „Aktuell weiß niemand, wie es genau weitergeht“, sagte Wunderlich dem Sportmagazin.

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WSV-Trainer Wunderlich hadert: „Leider hilft uns das jetzt nicht mehr“

Bitter für den WSV: In den letzten drei Spielen steigerte er seine Leistung erkennbar. Bei Vizemeister Rot-Weiß Oberhausen (2:2), gegen den FC Gütersloh (1:1) und bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf (2:2) holte der WSV je einen Punkt.

„Was die Einstellung und das Engagement in den letzten Wochen angeht, kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen“, wird Wunderlich vom Kicker zitiert. „Ich bin mir sicher, dass wir den Klassenverbleib souverän erreicht hätten, wenn wir während der gesamten Rückserie so aufgetreten wären. Leider hilft uns das jetzt nicht mehr.“

Verwaltungsrat des Wuppertaler SV dankt den Fans

Ausdrücklich würdigt der Verwaltungsrat die Fans und Sponsoren, die dem Verein trotz der sportlichen Talfahrt die Treue gehalten haben. „Eure Leidenschaft, eure Treue und eure Identifikation mit diesem Verein sind außergewöhnlich“, schreibt die Vereinsführung. „Ihr habt dem Verein in einer schwierigen Zeit Halt gegeben [...] und Unterstützung geleistet, die alles andere als selbstverständlich ist.“

Ein zentrales Ziel für die kommenden Monate sei es, „das Band zwischen Fans, Mannschaft und unserer Stadt Wuppertal wieder zu stärken [...] und neu zu knüpfen.“ Der WSV sei „mehr als ein Sportverein – er ist ein wichtiger Teil dieser Stadt und ihrer Identität.“

Sollte der WSV am Samstag maximal Rang 17 belegen, ist der zweite Absturz in die fünfte Liga – nach dem insolvenzbedingt erzwungenen Abstieg 2013 – besiegelt. Endet die Saison auf Platz 16, könnten die Wuppertaler Fans am Sonntag zu Fans der SpVgg Greuther Fürth werden, die müsste Fortuna Düsseldorf im „Abstiegsendspiel“ mit drei Toren Differenz schlagen. Möglich ist allerdings auch eine Teilnahme der Fortuna an der Relegation gegen den Tabellendritten der 3. Liga. In diesem Fall würde sich die Ligazugehörigkeit des WSV sogar erst am 26. Mai entscheiden.

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