Erwachsen. Das ist das Wort, das Mike Wunderlich bei der Pressekonferenz vor dem ersten Pflichtspiel 2026 immer wieder in den Mund nimmt. Erwachsen sein, erwachsen spielen, erwachsene Entscheidungen treffen. Kein Wunder - hat der Wuppertaler SV, die zweiten Mannschaften ausgenommen, den jüngsten Kader der Regionalliga West. So viele junge Spieler machen ein erwachsenes Auftreten im Abstiegskampf nicht gerade leichter.

Wie das aussieht, wenn man nicht erwachsen spielt, zeigte das 0:4 in der Winter-Vorbereitung gegen den Oberligisten aus Monheim. „Ein No-Go“, kommentierte der neue Trainer Wunderlich gegenüber der Wuppertaler Rundschau.

Am Samstag um 14 Uhr steht das erste Endspiel gegen die SSVg Velbert an

Ein Trainingslager in der Türkei und zwei weitere sieglose Testspiele später steht nun wieder der harte Liga-Alltag an. Am Samstag spielt der WSV um 14 Uhr gegen die SSVg Velbert - dem einzigen Regionalligisten, dessen Kader einen geringeren Marktwert als der WSV hat. Das sollte eigentlich Hoffnung machen auf einen guten Start ins Pflichtspieljahr 2026.

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Doch im Verein rumort es gewaltig. Spätestens mit dem Trainerwechsel von Sebastian Tyrala zum als Trainer weitgehend unerfahrenen Mike Wunderlich hat Sportchef Gaetano Manno das ohnehin gespannte Tuch zwischen sich und den Ultras zerschnitten. Der parallele Rücktritt von Sportvorstand Thomas Richter hat nicht gerade zur Glättung der Wogen beigetragen.

In der Vorbereitung hat der WSV zu viele individuelle Fehler gemacht

Mike Wunderlich gibt sich öffentlich unbeeindruckt: „Der Fokus liegt einzig und allein auf dem Spiel am Samstag.“ In den vergangenen Wochen habe er versucht, der Mannschaft einen klaren Plan vorzugeben - vor allem in der Defensive und im Aufbauspiel. Gegen Monheim, aber auch in den Türkei-Tests gegen Zwickau und Chemnitz hätten individuelle Fehler zu Gegentoren geführt.

Trainervorstellung Wuppertaler SV
Mike Wunderlich (l.) bei seiner Vorstellung beim Wuppertaler SV Anfang Januar. Neben ihm läuft Gaetano Manno, der als Sportlicher Leiter in der Kritik steht.© FUNKE Foto Services | Stefan Rittershaus

„Wir sind nicht in einer Situation, wo wir jeden Gegner herspielen wollen, auch nicht herspielen müssen, sondern wir sind im Abstiegskampf. Und da gilt es einfach seriös zu bleiben, erwachsen zu sein“, sagt Wunderlich. Da ist es wieder, das Wort: erwachsen.

Sportchef Gaetano Manno will vor dem Spiel gegen Velbert vorsorglich für Ruhe sorgen

Gegen Velbert steht das erste von mehreren Endspielen um den Klassenerhalt an. Das nächste folgt in der Woche darauf gegen den direkten Konkurrent in Rödinghausen. Doch wenn bereits der Start gegen Velbert misslingt, könnte die Rückrunde gefühlt vorbei sein, bevor sie überhaupt angefangen hat.

Sportchef Manno versuchte auf der Pressekonferenz vorsorglich für Ruhe zu sorgen: „Wir werden uns nicht verrückt machen lassen, egal was am Samstag passiert.“ Trotzdem spürt Wunderlich den immensen Druck, der vor dem Spiel gegen Velbert auf seinen Schultern lastet.

Mike Wunderlich: „Wir brauchen den Dreier für unseren Kopf“

„Wir wollen mit aller Gewalt gewinnen. Weil wir den Dreier brauchen, sowohl tabellarisch als auch für unseren Kopf“, so Wunderlich. Wichtig sei ihm, auch bei Rückschlägen als Mannschaft Haltung zu zeigen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Frühe Fehler hätten das Team in der Vergangenheit zu oft verunsichert.

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„Darum dürfen wir uns nicht zu schade sein, beim gegnerischen Pressing auch mal den langen Ball nach vorne zu schlagen.“ Druckphasen des Gegners überstehen, die Ruhe bewahren und bei Rückschlägen wieder aufstehen: Damit will Mike Wunderlich den WSV in der vierten Liga halten. Oder, wie er es sagt, damit, erwachsen zu sein.