Das Hohe Venn ist mindestens 170 Kilometer von Witten entfernt. Doch Brandgeruch ist nach den verheerenden Waldbränden in Belgien am Dienstag selbst im EN-Kreis und in der Ruhrstadt zu bemerken. Die Feuerwehr-Leitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises warnt mittags auf der „Nina“-App aktuell vor einer „Geruchsbelästigung durch Brandrauch“.

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Offenbar hat sich der Wind am Dienstag (18.8.) so gedreht, dass der Geruch von Feuer beziehungsweise Rauch einem selbst in der Wittener Innenstadt in die Nase steigt. Nach Angaben der Leitstelle besteht für die Einwohner zwischen Breckerfeld und Witten aber „keine Gefahr“. Dennoch wird empfohlen, „vorsorglich Fenster und Türen zu schließen“. Dabei hat es vor Ort gar nicht gebrannt.
Tuchhändler aus Witten-Mitte nimmt Brandgeruch wahr
„Wenn ich bei mir aus dem Laden gehe, riecht es leicht verbrannt“, sagt Innenstadtbewohner Michael Kapmeyer, der ein Tuchgeschäft in der Steinstraße betreibt. „Ein paar Minuten später kam dann auch gleich die Warnung.“ Das war gegen zwölf Uhr.
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Der früher bei den Grünen aktive Naturschützer ist entsetzt über das Ausmaß des Feuers im Hohen Venn. „Ich habe letztes Jahr noch einen Ausflug nach Monschau und in das Hochmoor gemacht. Das war eine wunderschöne Landschaft“, sagt Kapmeyer. Der Schaden durch den unvorstellbar großen Brand sei unermesslich, ob für Menschen, Tiere oder Pflanzen. Für „dramatisch“ hält der 47-Jährige auch die Auswirkungen auf das Klima, „da das Moor viel CO2 gebunden hat“.
Wittener Feuerwehr bestätigt Warnmeldung auf „Nina“
Die Wittener Feuerwehr hat die Warnmeldung auf „Nina“ bestätigt. Besorgte Anrufe von Wittener Bürgerinnen oder Bürgern, die wie Kapmeyer schon Brandgeruch wahrgenommen haben, lagen mittags in größerer Zahl aber noch nicht vor.
In Herdecke ist sogar mit einer Drohne aus Witten nach einem möglichen Brandherd gesucht worden. Mehrere Notrufe waren eingegangen, die sich vor allem auf eine über einem Waldgebiet liegende Dunstglocke bezogen. Aber es wurde nichts entdeckt - weshalb die Feuerwehr auch hier von einem direkten Zusammenhang mit dem verheerenden Brand im Hohen Venn ausgeht.
Besorgte Anrufe von Bürgern auf der Leitstelle in Schwelm
„Die umliegenden Leitstellen aus dem Oberbergischen Kreis, aus Wuppertal und Mettmann hatten schon vor uns gewarnt“, sagt Svend Fliege, Lagedienstführer beim EN-Kreis. Der Brandgeruch aus Belgien sei dann auch in mehreren EN-Städten deutlich wahrgenommen worden, darunter Schwelm, Breckerfeld und Hattingen. Von dort kamen ebenfalls einige Anrufe aus der Bevölkerung.
Am früheren Nachmittag war der Geruch zumindest in Witten offenbar durchgezogen. Im Hohen Venn wird er Retter und Einheimische noch lange beschäftigen.





