Wer über die Ruhrbrücke nach Witten-Herbede fährt, wird von drei rostroten Figuren begrüßt. Arm in Arm stehen ihre Silhouetten auf dem Kreisverkehr am Ortseingang. Die drei Herbeder sind schon von Weitem zu erkennen und haben sich mit den Jahren zu einer Art Wahrzeichen entwickelt. Rund zwölf Jahre später soll auch der zweite Kreisverkehr im Ort verschönert werden. Doch für die Umsetzung fehlt noch das Geld.

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Nachdem also die Herbeder Einwohner ein Denkmal bekommen haben, soll auch die heimische Tierwelt als Skulptur verewigt werden. Wer jetzt an Hasen, Rehe oder gar Wildschweine denkt, der irrt. Ob der Nähe zur Ruhr und dem Kemnader See soll sich der Verkehr künftig um die stählernen Umrisse von Barsch, Hecht und Zander drehen.
Ein Denkmal für die Rückkehr der Natur
Der Herbeder Bürgerkreis, der die Aktion angestoßen hat, erklärt die Wahl so: Zwei Jahrhunderte Industrie und Flussschifffahrt haben die Ruhe geschädigt und das Leben im Fluss beinahe ausgelöscht. Erst durch den Rückzug der Industrie, die Renaturierung und weitere ökologische Maßnahmen hat sich die Wasserqualität wieder verbessert.
„Dadurch konnten sich unterschiedlichste Fischarten und Wasservögel in der Ruhr und ihrem Stausee wieder ansiedeln“, heißt es vom Bürgerkreis. Auf dem Kreisverkehr werden also jene Fische geehrt, die sich ihre Heimat zurückerobert haben.
Kunst auf dem Kreisverkehr: Warum wurde nicht ausgeschrieben?
Während die „drei Herbeder“ von der Herbederin Angelika Pietsch gestaltet wurden, übernimmt dieses Mal eine andere Herbeder Künstlerin: Almut Rybarsch-Tarry. Ihre Kunst können die Wittener bereits in der Johannisstraße rund um den Hörgerätehändler Paul Rybarsch bestaunen. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Harald Kahl, ebenfalls bildender Künstler in Witten, fragt sich, warum es keine öffentliche Ausschreibung oder einen Wettbewerb gegeben hat. „Früher wurden solche Entscheidungen anders getroffen“, betont er. Der Künstler, dessen Skulpturen vor dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Uni Witten/Herdecke und der Stadtbibliothek stehen, möchte sich jedoch nicht querstellen: „Wenn der Herbeder Bürgerkreis beteiligt ist, sollte es Rückhalt in der Bevölkerung geben.“
Herbeder Fische: Beißen genügend Spender an?
Hinzu kommt, dass die Herbeder Fische keine öffentlichen Gelder verschlingen. Der Bürgerkreis möchte die Skulpturen gerne mit Eigenmitteln finanzieren und sucht nach interessierten Spendern. „Insgesamt kosten die Skulpturen samt Aufstellung zwischen 8000 und 10.000 Euro“, sagt Gerd Frahne. Kommt genügend Geld zusammen, könnte Herbede also bald um ein Wahrzeichen reicher sein. Es müssen nur genügend Spender anbeißen.





