Nur wenige Wochen vor seinem zehnjährigen Bestehen steht das Autismus-Zentrum in Witten vor einem Trümmerhaufen. Was sich wie ein billiger Vergleich liest, trifft in diesem Fall zu. Denn das Zentrum liegt in dem Gebäude an der Ardeystraße, in dem in der vergangenen Woche Teile des Treppenhauses eingestürzt sind. Ob das Zentrum an diesem Ort eine Zukunft hat, bleibt ungewiss. Jetzt bittet das Rote Kreuz um Hilfe.

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„Ich war zu Hause, gerade auf dem, Sprung, als mich einer meiner Mitarbeiter anrief und sagte: ‚
Kerstin, die Treppe ist abgestürzt. Wir sind hier noch drin‘“, erinnert sich Kerstin Vesper. Sie leitet das Autismus-Zentrum an der Ardeystraße – mehr noch: Sie hat es mit aufgebaut. „Das ist nicht irgendein Büro. Da steckt viel Herzblut drin“, so Vesper.
Spendenaktion für Autismus-Zentrum nach Gebäude-Einsturz gestartet
Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern hat sie die Räume an der Ardeystraße zu einem Ort gemacht, an dem sich Menschen mit Autismus wohlfühlen können. Sie haben – teilweise mit der Hilfe der Betroffenen – Spiele, Methoden und Pläne entwickelt. „Vieles davon kann man nicht nachkaufen“, klagt die Leiterin der Einrichtung.

Für alles, das sich nachkaufen lässt, hat das Rote Kreuz Witten nun eine Spendenaktion gestartet. Das Zentrum wurde zwar bei dem Einsturz nicht beschädigt, ist aber derzeit nicht erreichbar. Noch ist unklar, ob man in das Gebäude zurückkehren kann, oder ob eine Rückkehr Sinn ergibt, heißt es vom Geschäftsführer des Wittener DRK, Martin Riese.
Autismus-Zentrum verliert feste Anlaufstelle – Klienten belastet Veränderung
Vorerst kommt ein Großteil der Gruppe in den DRK-Räumen an der Annenstraße unter. Damit die Therapieangebote weiterlaufen können, muss viel Material nachgekauft werden. Eine Herausforderung für die Mitarbeiter, aber auch für die Klienten. Denn Menschen mit Autismus-Diagnose fällt es häufig schwer, Veränderungen zu verarbeiten. Darauf sei das Zentrum mit seinen reizarmen Räumlichkeiten ausgerichtet gewesen, so Vesper.
„Für viele unserer Klienten ist das Zentrum ein Ankerpunkt gewesen“, sagt sie und ergänzt: „Für einige Klienten ist es ein großes Problem, dass wir keine feste Anlaufstelle mehr haben. Das wirft den einen oder anderen aus der Bahn.“
So können Wittener helfen
Wie und wo es langfristig mit der Autismus-Therapie-Gruppe weitergeht, muss noch geklärt werden. Kurzfristig rückt die „DRK-Familie“ an der Annenstraße enger zusammen, wie Geschäftsführer Carsten Brandt es ausdrückt. „Wir wissen noch nicht, wo wir in sechs bis acht Wochen stehen werden und in welchem Set-up.“
Angebote über neue Räumlichkeiten liegen dem DRK bereits vor. So habe die Lebenshilfe laut Martin Riese ein Angebot unterbreitet – auch diverse Immobilienunternehmen hätten sich gemeldet. Bis sich etwas tut, braucht es aber Therapiematerial. Spenden nimmt das DRK über die Plattform „Gofundme“ entgegen.





