Zusammenfassung

  • Die Müllgebühren steigen in Witten ab 2026 deutlich - auch wenn der Rat noch nicht zugestimmt hat.
  • Die Stadt hat eine Kosten-Kalkulation vorgelegt.
  • Johannes Einig vom Entsorger AHE erklärt die Hintergründe der Gebührenanhebung.

Die Müllabfuhr in Witten wird in den kommenden drei Jahren deutlich teurer. Die Gebühren für den Restmüll steigen um rund 15 Prozent. Das geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung hervor. Was sind die Gründe für die deutliche Gebühren-Anhebung?

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Klar ist: Der Literpreis beim Restmüll beträgt künftig bei zweiwöchentlicher Leerung für Biotonnennutzer 2,49 Euro. Bisher waren es 2,12 Euro. Das ist ein Plus von 37 Cent.

Restmüll-Gebühren steigen in Witten um rund 15 Prozent

Auch Eigenkompostierer werden stärker zur Kasse gebeten. Der Liter Restmüll kostet sie vom neuen Jahr an 2,28 Euro. Bis zum Jahresende zahlen sie 1,92 Euro. Der Mehraufwand beträgt 36 Cent. 

AHE Kompostierungsanlage - Plastik- und Glassplitter im Kompost in Witen
AHE-Chef Johannes Einig steht in der Vergärungsanlage im Wittener Bebbelsdorf vor unsortiertem Biomüll.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

In Witten zahlt ein Musterhaushalt mit vier Personen derzeit 199,08 Euro für die 80-Liter-Tonne, wie die Stadtverwaltung vorrechnet. Dabei geht sie von 14-tägiger Leerung aus. Der Landesschnitt liegt demnach deutlich höher – bei 306,80 Euro. Eine Gebührensteigerung von 15 Prozent bedeutet für den Wittener Musterhaushalt, das künftig rund 230 Euro fällig werden.

Was CO2-Bepreisung mit Kosten für Müll-Verbrennung zu tun hat

„Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Entsorgungskosten des Ennepe-Ruhr-Kreises“, heißt es bei der Stadt. Sie gibt die in den vergangenen drei Jahren entstandenen Mehrkosten mit 19,4 Prozent an.

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Johannes Einig ist Chef des kommunalen Müllentsorgers AHE. Auf Anfrage sagt er, Restmüll werde verbrannt. Das sei sei durch politisch gewollte CO2-Bepreisung zuletzt deutlich teurer geworden. Verbrennungen machen laut Einig rund 30 Prozent der Kosten aus.

Dazu kommen deutlich höhere Personalkosten, bedingt durch entsprechende Tarifabschlüsse für den Öffentlichen Dienst im Zeitraum 2023 bis 2025. Auch die AHE ist von wachsenden Personalkosten betroffen. Der Entsorger ist zwar Teil der Remondis-Gruppe, dennoch orientieren sich ihre Gehälter an den Vorgaben des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst.

Sperrmüll wird in Witten gratos abgeholt

Die Stadt steht im Vergleich dennoch nicht ganz schlecht dar. Witten liege nach der Erhöhung bei 14-tägiger Leerung „um mehr als ein Drittel unter dem Landesdurchschnitt. Wobei übrigens die in Witten unentgeltliche Sperrmüllabfuhr noch nicht berücksichtigt ist“, heißt es. Das letzte Wort hat der Stadtrat. Er tagt am Montag, 15. Dezember.