„Wir wollen, dass Witten klimaneutral wird“, sagt Janine Plickert. Es war die Idee der Online-Redakteurin, die Gruppe WittenZero zu gründen. Der Ableger des bundesweiten Vereins GermanZero will Klimaschutz durch das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern vorantreiben. Als Nächstes informiert die Gruppe in Wittener über Heizungskeller. Sogar Bürgermeister Dirk Leistner hat sich für den Info-Abend angemeldet.

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Im Gegensatz zu Klimaschützern wie Fridays for Future, die auf die Straße gehen und protestieren, will sich WittenZero auf die Arbeit mit Kommunen konzentrieren. „Wir wollen nicht, dass gegeneinander gearbeitet wird, sondern zusammen mit Verwaltung und Politik Lösungen finden“, so Plickert.
Klimaschutz in Witten: Nur eine von 15 Maßnahmen bis jetzt umgesetzt
Die Gruppe hat sich viel vorgenommen. Sie wollen mehr Solarenergie, eine schnellere Heizungswende und mehr. Auf ihrer Internetseite verfolgen WittenZero die Fortschritte der Stadt Witten zu den Zielen, die sie sich selbst gesetzt hat, verankert im Handlungskonzept Klimaschutz 2030. Zurzeit sieht es dort eher mau aus. Drei Maßnahmen hat die Stadt begonnen, aber nur eine von 15 Maßnahmen ist bereits vollständig umgesetzt: Sie hat im letzten Jahr mehrere Flächen identifiziert, auf denen Solaranalysen stehen könnte.
Auf genau diese Maßnahme stürzt sich WittenZero gerade, denn bis jetzt ist auf den Flächen nichts passiert. Die Klimaschützer wollen herausfinden, wem die Flächen gehören und wie man dort schnell Solarpaneele aufbauen könnte. „Das könnten die Stadtwerke tun, aber auch Privateigentümer. Die BEG-58 will einen der 16 Standorte bebauen, wir unterstützen uns gegenseitig“, sagt Gruppenmitglied Sonja Eskowitz. Die Genossenschaft lässt ehrenamtlich Solaranlagen errichten.
WittenZero: Zum Gasausstieg sollte die Stadt klare Ansagen machen
Einen ersten Erfolg kann WittenZero schon verbuchen. In der letzten Legislaturperiode wurde einen Vorschlag für einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der fast unverändert angenommen wurde. Damals ging es um das Handlungskonzept Klimaschutz, dem Fahrplan Wittens zur Klimaneutralität. Der geht nämlich nur bis 2030. Das Folgekonzept sollte erst ein Jahr im Voraus entwickelt werden. Und das, obwohl es drei Jahre brauchte, den ersten Plan auszuarbeiten. Die Gruppe erreichte, dass es jetzt schon zwei Jahre früher mit der Planung losgeht.
Auch bei der Heizungswende haben die Wittenerinnen und Wittener eine starke Meinung. In der letzten Woche haben sie an einer Veranstaltung zur Wärmeplanung der Stadt teilgenommen. „Die Stadt hat gute Ansätze, aber sie sollte eine klare Ansage zum Gasausstieg machen. Das würde Eigentümern viel mehr Planungssicherheit bieten“, glaubt große Ziele für so wenig Menschen. Deswegen hofft WittenZero, mit ihrer Art des Engagements weitere Mitglieder zu gewinnen.




