In Witten ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) zwar noch nicht ausgebrochen. Trotzdem hat die Tierseuche hier nun ihre ersten acht Opfer gefunden. Alle Wildschweine auf dem Hohenstein wurden am Mittwoch (16.7.) getötet, um einen möglichen Ausbruch zu vermeiden.

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Die Stadt beruft sich auf eine Empfehlung des Veterinäramtes beim EN-Kreis. Nach einem Gespräch sei man sich einig gewesen, dass die Sicherheit anders nicht zu gewährleisten sei, sagt Amtsveterinärin Dr. Bettina Maintz. „Der Kontakt zu den Bürgern ist einfach zu intensiv“, sagt die 44-Jährige, womit sie vor allem das Füttern der Tiere durch Besucher meint.

„Der häufigste Übertragungsweg in der Vergangenheit war der über Speisereste“, so die Expertin. In rohem Schinken oder Wurst wie Salami könne sich das Virus mehr als 500 Tage halten. Und im Gehege auf dem Hohenstein „werfen Besucher Speisereste oft über den Zaun“. Wegen der Kinder hielten sich viele nicht an die Regel, nur vor Ort gekauftes Futter zu verwenden.

Tote Wildschweine in Witten unterschiedlich alt

Bei den getöteten Tiere handelte es sich nicht mehr um Frischlinge. Zumindest vier waren bereits Anfang des Jahres - Ende Januar, Anfang Februar - zur Welt gekommen. „Es waren jedenfalls keine kleinen Tiere mehr“, sagt die Amtstierärztin - wobei auch Jungtiere von einem halben Jahr darunter gewesen sein könnten. „Es waren Tiere verschiedenen Alters“, sagt die Stadt Witten.

Auf dem Hohenstein wurden wieder Frischlinge geboren
Unter den Wildschweinen, die jetzt getötet wurden, waren zwar auch Jungtiere, aber keine Frischlinge. © FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Immerhin: Die drei Hängebauchschweine im Streichelzoo dürfen weiterleben. Zwar gehören sie ebenso wie die Wildschweine zu den Tieren, die sich mit der Afrikanischen Schweinepest anstecken können. Sie ließen sich aber vor Besuchern schützen, die die Tiere mit Essensresten füttern und so das Virus auf sie übertragen könnten. „Die Sicherheitsmaßnahmen konnten verschärft werden“, sagt Dr. Bettina Maintz.

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Die drei Hängebauchschweine im Wittener Streichelzoo dürfen weiterleben

Um die drei Tiere abzuschirmen, wurde der Weg zu ihrem Auslauf durch einen Zaun versperrt. Aber wäre eine solche Sicherheitsmaßnahme nicht auch im Falle der acht Wildschweine in Frage gekommen? Stadtsprecherin Heike Liere verneint. „Dafür ist das Gehege, in dem sie gelebt haben, viel zu groß.“

Die drei Hängebauchschweine im Streichelzoo dürfen weiterleben, aber nicht mehr von Besuchern gefüttert werden.
Die drei Hängebauchschweine im Streichelzoo dürfen weiterleben, aber nicht mehr von Besuchern gefüttert werden.© FUNKE Foto Services | Barbara Zabka

Trotz der traurigen Nachricht möchte die Stadt noch eine positive Botschaft überbringen. Sie weist auf die anderen Tiere im Streichelzoo und Damwildgehege hin, die nicht durch die Seuche bedroht seien und sich über einen Besuch freuen würden, die Ziegen zum Beispiel.

Zaun des Wildgeheges in Witten erneuert

Das Veterinäramt geht von rund 250 Betrieben im EN-Kreis aus, die Schweine halten - teilweise auch im Nebenerwerb. Dass Tiere wie jetzt am Hohenstein getötet wurden, ist im aktuellen Zusammenhang mit der Seuche erstmals im Kreis der Fall. Die Afrikanische Schweinepest sei bisher im Raum Siegen, in Olpe und im Hochsauerlandkreis aufgetreten. „Dort wurden schon etliche Maßnahmen ergriffen und wir sind noch mittendrin“, sagt die Amtsveterinärin. „Wir untersuchen im Moment jedes erlegte Schwein.“ Es gebe ein großes Landes-Monitoring.

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, übertragen Lederzecken das Virus in den afrikanischen Ursprungsländern. Sie spielten in Mitteleuropa keine Rolle. Hier erfolgt eine Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Kadavern und vor allem durch Speisereste wie Wurst. Der Kontakt mit Blut ist der „effizienteste“ Übertragungsweg. Nach einer Infektion entwickeln die Tiere schwere Allgemeinsymptome. Viele sterben an der Seuche.

„Eigentlich wollen wir ja nicht töten, sondern vorbeugend arbeiten“, sagt sie. Am Hohenstein habe man noch versucht, drei Wildschweine an andere Halter zu vermitteln. Dies sei leider nicht gelungen. Die jetzt erfolgte Tötung der acht Tiere sei die beste aller Optionen gewesen.

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Das Wildschweingehege bleibt nun bis auf Weiteres verwaist. Die Stadt bringt ein Schild an, dass die Tiere nicht mehr da sind. Gerade den Kindern werden sie fehlen.

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