Zusammenfassung

  • Die Schweinepest hat inzwischen den Kreis Olpe erreicht. Er liegt nur 65 Kilometer von Witten entfernt.
  • Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist längst in Alarmbereitschaft.
  • Im Wald heißt es für Forstwirte, Jäger und Spaziergänger: Augen auf!

Der Ennepe-Ruhr-Kreis schlägt Alarm. Die Schweinepest rückt näher. Mit dem bestätigten Nachweis im Kreis Olpe ist die Afrikanische Schweinepest in Nordrhein-Westfalen angekommen. Das Sauerland liegt nur gefühlt weit weg. Tatsächlich ist der Fundort des Wildschweins in Kirchhundem nur 65 Kilometer Luftlinie von Witten entfernt. Mit dem Auto sind es via der Sauerlandlinie A 45 lediglich 40 Kilometer mehr.

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„Damit ist die für Schweine zumeist tödlich verlaufende Virusinfektion sehr nah an uns herangerückt. Dies trifft uns aber nicht unvorbereitet“, macht Amtstierärztin Dr. Bettina Maintz für das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises deutlich.

Schweinepest erstmalig vor fünf Jahren in Deutschland nachgewiesen

Bundesweit sind die Behörden seit den ersten Ausbrüchen bei Schwarzwild (September 2020) und bei Hausschweinen (Juli 2021) in der Bundesrepublik – beide in Brandenburg – in erhöhter Alarmbereitschaft. Verstärkt wurden Vorsichtsmaßnahmen vor gut einem Jahr durch weitere Fälle in Hessen und Rheinland-Pfalz. Der EN-Kreis hat inzwischen die Kreisjägerschaft informiert.

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Geübt worden sei zudem die Kadaversuche mit Hunden und Drohnen. Ein spezielles Computerprogramm des Friedrich-Löffler-Instituts ermögliche es den Fachleuten der Kreisverwaltung, Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest erheblich einfacher zu melden und zu kartieren, wie es heißt.

Virus kann über Kleidung, Jagdausrüstung und Landmaschinen verbreitet werden

Kreisveterinärin Maintz über die Verbreitungswege der Tierseuche: „Gefahr droht zum einen durch den direkten Kontakt mit Kadavern infizierter Tiere. Zum anderen indirekt über Fahrzeuge, Jagdausrüstung, landwirtschaftliche Geräte oder Kleidung, an denen sich das Virus befindet.“

Darum gelte es, Stallanlagen sowie die Lager von Futter und Streu einzuzäunen, Ställe mit Hygieneschleusen auszurüsten sowie Personen- und Fahrzeugverkehr auf dem Betrieb zu begrenzen. Auch Hobbyhalter sollten sehr akribisch Vorsicht walten lassen.

Dr. Maintz betont: „Ziel muss es nach dem Fall im Kreis Olpe mehr denn je sein, das mögliche Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, insbesondere die Hausschweinbestände zu schützen und die Betriebe so vor Restriktionen zu bewahren.“

Die Kreisjägerschaft - hier bei der diesjährigen Jagdhundevorstellung in der Waldschule auf dem Hohenstein in Witten - ist vom EN-Kreis über Schutzmaßnahmen gegen die Schweinepest informiert worden.
Die Kreisjägerschaft - hier bei der diesjährigen Jagdhundevorstellung in der Waldschule auf dem Hohenstein in Witten - ist vom EN-Kreis über Schutzmaßnahmen gegen die Schweinepest informiert worden.© FUNKE Foto Services | Socrates Tassos

Für den Fall, dass es im Ennepe-Ruhr-Kreis einen positiven Befund bei Schwarzwild geben sollte, würde eine Jagdruhe angeordnet. Auf diese Weise soll das Aufschrecken erkrankter Tiere verhindert werden. Parallel würde – wie im Kreis Olpe – nach Kadavern gesucht. Die Funde liefern den Behörden Informationen über die Ausbreitung der Schweinepest und für das Bilden von Sperrzonen sowie Hinweise dazu, welches Vorgehen am sinnvollsten sein könnte.

Bei wem tot gefundene Wildschweine gemeldet werden können

„Hierzu könnte es beispielsweise gehören, Bereiche einzuzäunen und den Schwarzwildbestand dort komplett zu erlegen“, skizziert Dr. Maintz eine Option.

Wichtig ist es laut EN-Kreis auch für Spaziergänger, tot gefundene Wildschweine sofort den Behörden zu melden. Ansprechpartner ist in diesen Fällen die Bereitschaftszentrale des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung, 0201-714488.

Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Einst war sie auf Afrika begrenzt. Sie betrifft ausschließlich Haus- und Wildschweine. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

Die Infektion führt zu schweren Symptomen. Häufig sind Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft (Liegenbleiben in der Suhle) oder andere Auffälligkeiten wie Hautverfärbungen. Um in Verdachtsfällen eine Infektion zu bestätigen, müssen die Tiere auf das Virus getestet werden.

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