Zusammenfassung
- Einige Haushalte in Nordrhein-Westfalen müssen ihre Gasthermen umrüsten, da die Netzbetreiber von L-Gas auf H-Gas umstellen.
- Witten ist bereits auf H-Gas umgestellt, während andere Kommunen wie Oberhausen noch Anpassungen vornehmen müssen.
- Die zukünftige Bundesregierung plant ein neues Gebäudeenergiegesetz, das die Nutzung erneuerbarer Energien in Heizungen fördern soll. Noch ist aber vieles in der Schwebe.
Auf einige Haushalte in Nordrhein-Westfalen kommt in diesem Jahr unausweichlich eine neue Aufgabe zu. Sie müssen ihre Gastherme von Monteuren umrüsten lassen. Der Grund ist die Umstellung einiger Netzbetreiber von dem energieärmeren L-Gas aus den Niederlanden auf das energiereichere H-Gas. Aus Witten gibt es hier jedoch gute Nachrichten.

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Für die Gasversorgung sind in Witten die Stadtwerke zuständig. Der heimische Energieversorger ist schon einen Schritt weiter als andere Kommunen in NRW. „Wir haben bereits Ende der 90er Jahre von L-Gas auf H-Gas umgestellt“, sagt Sprecher Mathias Kukla. Somit müssen Privatkunden also nicht fürchten, dass ihre Anlage auf das Gas umgestellt wird. „Das Ganze hängt mit den Vorlieferanten zusammen“, so Kukla. Entscheide sich dieser für eine Umstellung, so müssten auch Privatkunden nachziehen.
Witten hat bereits vor Jahren auf H-Gas umgestellt
Während Witten diesen Schritt also bereits frühzeitig gegangen ist, sieht es in anderen Kommunen anders aus. Ein Viertel aller Haushalte in Deutschland werden bisher noch mit L-Gas versorgt – und müssen umrüsten. So ist das etwa in Oberhausen der Fall, wo Privatkunden in diesem Jahr Monteure in ihr Haus lassen müssen, um ihre Anlagen dementsprechend umzustellen. Denn Gas-Öfen oder Gasherde in Küchen können das H-Gas nicht einfach so verbrennen, sondern es müssen neue Düsen her, um die Gasgeräte anzupassen. Sonst könnte das neue Gas das Gerät beschädigen oder gar zerstören. Selbst die Verbraucherzentrale hat im Februar auf die Umstellung aufmerksam gemacht.
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Das sogenannte L-Gas geht den Holländern derzeit aus, weshalb es zu Lieferengpässen kommen kann. Schon 2018 gab es ein ähnliches Problem. Aber auch hier mussten die Wittener Kunden der Stadtwerke nichts befürchten, da alles schon lange auf den Weg gebracht wurde.
Stadtwerke Witten: „Kunden derzeit in der Schwebe“
So ganz zurücklehnen können sich die Wittener dennoch nicht. Die zukünftige Bundesregierung aus CDU und SPD hat ihren Koalitionsvertrag verabschiedet. Dort ist verankert, dass das Heizungsgesetz abgeschafft werden soll. Nach dem bisherigen Gesetz, das ursprünglich unter der schwarz-roten Koalition von Angela Merkel entstand und von der Ampel stark verändert wurde, müssen neue Heizungen grundsätzlich zu 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Die Regierung unter Friedrich Merz will nun ein Gebäudeenergiegesetz auf den Weg bringen. Verbrauchern soll also ein größeres Angebot an möglichen Heizmethoden zur Verfügung stehen. Viele kleinteilige Regelungen zum Heizungstausch werden abgeschafft.

Hat die Gasheizung also doch eine Zukunft? Wahrscheinlich nicht. Denn das neue Gesetz bedeutet nicht, dass Heizkessel mit fossilen Brennstoffen weiterhin auf lange Zeit erlaubt sein werden. Für Kunden gibt es also auch in Witten noch einige Fragezeichen. „Wir wissen nicht, was die Regierung am Ende umsetzt“, sagt Stadtwerke-Sprecher Mathias Kukla. Im Moment sei es sehr ruhig. „Aber natürlich sind Privatkunden derzeit in der Schwebe.“
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