Kaum öffnet sich die Tür zur Wohnung von Tina Kötter, ist aus dem Wohnzimmer ein freundliches Maunzen zu hören. Wie schön, die Künstlerin hat Katzen - oder doch nicht? „Nein“, sagt die Velberterin lachend, „das sind unsere beiden Papageien.“ Auch schön, obwohl deren Vorliebe, Geräusche nachzuahmen, gerne zu Verwirrung führt - vor allem, wenn sie das Warnsignal des Backofens imitieren.

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Doch die beiden geflügelten Mitbewohner sollen gar nicht Thema sein, auch wenn die hauptberuflich im Finanzbereich tätige Malerin „ein großes Faible“ für Tiere hat. Nein, es soll darum gehen, dass sie das erste Mal seit Langem wieder eine größere Ausstellung bestücken durfte. (Was nicht heißt, dass sie gar nicht ausgestellt hat: Tina Kötter ist regelmäßig bei Ausstellungen etwa in Hilden oder auf Zeche Zollverein in Essen dabei).

Künstlerin freut sich über die Gelegenheit

Zwar hat die Malerin Tina Kötter - wie sie selbst sagt - „ein Faible für Tiere“. Aber das bedeutet nicht, dass sie sich bei ihren Bildern thematisch einschränkt.
Zwar hat die Malerin Tina Kötter - wie sie selbst sagt - „ein Faible für Tiere“. Aber das bedeutet nicht, dass sie sich bei ihren Bildern thematisch einschränkt.© Sascha Döring | Sascha Döring

Noch bis zum 10. Januar 2025 zeigt die Kreispolizei Mettmann in ihrem Hauptgebäude am Adalbert-Bach-Platz in der Kreisstadt Tina Kötters „Sternzeichen“. Wem das zu weit ist oder wer in diesem Zeitraum keine Zeit hat, bekommt ab dem Frühjahr eine zweite Chance: Dann sind die Bilder im Velberter Johanniter-Heim zu sehen.

„Ich freue mich total über die Gelegenheit“, sagt die Velberterin. „Außerdem kann ich so mal alle Bilder aus der Reihe nebeneinander an der Wand sehen.“ Denn zu Hause, in ihrem Atelier, reicht der Platz bei weitem nicht. Außerdem machen sich die bunten Acryl-Malereien gut auf dem gelben Hintergrund in der Polizei-Hauptwache. „Die Zusammenarbeit war auch ganz toll, die kümmern sich sehr gut, sind nett und immer ansprechbar.“

Schon seit frühester Kindheit mit dem Pinsel aktiv

Seit sie denken kann, beschäftige sie sich mit Malerei, blickt Tina Kötter zurück: „Ich kann mich nicht erinnern, mal irgendwann nicht gemalt zu haben.“ Schon im Kindergarten war der Maltisch ihr „Revier“, in der Schule „habe ich das dann durchgezogen, habe Kunst als Leistungskurs gewählt.“

Bei der Ausstellung in Mettmann „kann ich mal alle Bilder nebeneinander an der Wand hängen sehen“, freut sich Tina Kötter. Denn in ihrem Atelier reicht dafür der Platz nicht.
Bei der Ausstellung in Mettmann „kann ich mal alle Bilder nebeneinander an der Wand hängen sehen“, freut sich Tina Kötter. Denn in ihrem Atelier reicht dafür der Platz nicht. © Sascha Döring | Sascha Döring

Vorbilder in der Familie habe sie dabei gar nicht gehabt, „das Bedürfnis zu malen steckt einfach in mir drin“, sagt sie. Kurz nach der Schule überlegt sie, auch an der Universität im künstlerischen Bereich zu bleiben. „Ich habe eine Mappe zusammengestellt, bin aber abgelehnt worden.“

Ablehnung an der Uni

Kein Beinbruch, zumindest aus heutiger Perspektive. „Im Nachhinein war es eine gute Entscheidung, es nicht nochmal zu versuchen.“ Warum? „Ich finde es schwierig, unter Druck etwas Kreatives zu machen.“ Und so geht sie zwar beruflich einen anderen Weg, bleibt ihrem Hobby aber treu.

„Mit Anfang 20 habe ich angefangen, mit Acrylfarben zu experimentieren.“ An der Volkshochschule Velbert bekommt sie Unterricht von Angela Ramsauer - „und es war schnell klar, dass ich mich meinen eigenen Themen widmen darf“, blickt sie zurück. Es folgen einige Jahre an der Musik- und Kunstschule Velbert.

In letzter Zeit hat sich Tina Kötter mit Porträt-Malerei auseinandergesetzt.
In letzter Zeit hat sich Tina Kötter mit Porträt-Malerei auseinandergesetzt.© Sascha Döring | Sascha Döring

„Im Erwachsenen-Atelier haben wir eine tolle Gruppe gehabt.“ Leider gebe es die in der Form nicht mehr, „aber wir treffen uns immer noch mehr oder weniger regelmäßig“. Was fehle, sei ein größerer Raum, in dem die Gruppe gemeinsam malen könne. Zu Hause hat sie ihr Atelier unter dem Dach - auch ein Rückzugsort, der trotzdem nah genug ist, „wenn ich in der Familie gebraucht werde“. Auch wenn die Kinder mittlerweile aus dem gröbsten raus sind.

Der Club 27 hat es der Künstlerin angetan

Dass Tina Kötter ein Faible für Tiere hat, heißt aber nicht, dass es im Atelier und an den Wänden von Hunden, Katzen, Elefanten und Co. wimmelt. Bei der Polizei sind nun ihre „Sternzeichen“ zu sehen. „Und im letzten Jahr habe ich mich viel mit Porträts beschäftigt.“ So hat die Velberter Künstlerin sich intensiv mit dem so genannten Club 27 beschäftigt.

Die Künstlerin Tina Kötter in ihrem Atelier in Velbert. Aktuell stellt sie ihre Serie „Sternzeichen“ bei der Kreispolizei in Mettmann aus.
Die Künstlerin Tina Kötter in ihrem Atelier in Velbert. Aktuell stellt sie ihre Serie „Sternzeichen“ bei der Kreispolizei in Mettmann aus.© Sascha Döring | Sascha Döring

Dabei handelt es sich um Prominente, die alle im Alter von 27 Jahren gestorben sind oder sich selbst getötet haben. Zu den bekanntesten Vertreterinnen dieses Clubs gehören die Sängerinnen Janis Joplin und Amy Winehouse oder Nirvana-Frontmann Kurt Cobain.

„Ich habe die Porträts in meinem ganz eigenen Stil gemalt: Der Hintergrund ist bunt, die Gesichter aber schwarz-weiß“. Und auch wenn die Motive nicht ganz unbekannt sind: „Wenn die Bilder alle nebeneinander hängen, erkennt man schon, dass ich meine eigene Bildsprache habe“, ist die Künstlerin überzeugt.

Anmeldung erforderlich

Die Ausstellung „Sternzeichen“ von Tina Kötter läuft noch bis 10. Januar werktags zwischen 9 und 15.30 Uhr bei der Kreispolizei in Mettmann. Vor der Besichtigung ist eine Anmeldung nötig: 02104 982 1010. Weitere Informationen zur Kunst von Tina Kötter gibt es auf www.tinas-eigenart.de sowie bei Instagram.