Wo vor einer Woche noch eine riesige Lücke in der A516-Fahrbahn klaffte, steht jetzt eine komplette, 120 Meter lange Autobahnbrücke. Das neue Deutschland-Tempo ist in Oberhausen angekommen. Um 7.20 Uhr ist am Samstagmorgen, 28. März, der Lückenschluss gelungen: Das letzte der insgesamt 24 Beton-Fertigteile ist in die Fahrbahntrasse eingehoben worden.

Täglich (außer Samstag)
Oberhausen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der erste Schwertransport trifft in dieser regnerischen Nacht gegen 2.30 Uhr in Sterkrade ein. Auf der Anfahrtstrecke von Spelle (Niedersachsen) nach Oberhausen hatte es zuvor durch einen Unfall anderer Verkehrsteilnehmer nochmals eine Verzögerung gegeben. Bereits am Donnerstag hatte eine schwere Lkw-Kollision auf der dadurch gesperrten A2 den Terminplan durcheinandergeworfen. Doch an diesem Samstag rollen die über 40 Meter langen Fertigteil-Ladungen nun endlich eng getaktet durch die März-Nacht zur Brückenbaustelle, wo sie zügig von den beiden Spezialkränen an den Haken genommen und in die Strecke eingesetzt werden.

Theo Reddemann von der federführenden Baufirma Echterhoff, der das patentierte Fertigteil-Verfahren entwickelt hat, ist ebenfalls vor Ort, begleitet von Tobias Fischer von der Autobahn GmbH Rheinland.
Stück für Stück strebt die Brückenkonstruktion unter dem Licht der Baustellen-Scheinwerfer ihrer Vollendung entgegen. Stück für Stück weicht beim Bauteam die konzentrierte Anspannung einer gewissen Vorfreude, dass es nach den Anstrengungen dieser Woche bald geschafft ist. An der Kreuzung der Autobahnabfahrt Sterkrade mit der Straße Dreilinden ist eigens eine Behelfsampel aufgebaut, damit die Schwertransporte sicher an das mittlere Baufeld der Autobahnbrücke gelangen können. Die beiden anderen Baufelder sind ja bereits komplett.
Brücken-Spektakel an der A516: Die besten Fotos von der superschnellen Baustelle
Als die nächtliche Dunkelheit endgültig dem trüben Licht dieses kalten Märztages weicht, ist es geschafft: Millimetergenau wird das letzte Fertigteil platziert. Kurz darauf versammelt sich das gesamte Bauteam zu einem Erinnerungsfoto und Theo Reddemann hält eine kurze Ansprache. „Allen, die hier mitgewirkt haben, gilt mein herzlicher Dank, dass wir dieses Werk zum Gelingen gebracht haben“, sagt der Diplom-Ingenieur im morgendlichen Nieselregen und ist sichtlich stolz auf das Erreichte. Ein Applaus von allen für alle schließt die kleine Zeremonie ab.

Nun werden weitere Arbeiten an der Brücke folgen. Im Mai werden die Fertigteile mit so genannten Spannlitzen fest miteinander verbunden. Es entsteht eine durchgehende, fast fugenfreie Fahrbahnplatte, auf der bereits im Juli der Autobahnverkehr in Richtung Kreuz Oberhausen rollen soll. Die angekündige Bauzeit von nur sieben Monaten wird, das ist absehbar, auf jeden Fall eingehalten, vielleicht sogar noch unterschritten.
In der von vielen Baustellen geplagten Stadt Oberhausen setzt die superschnelle Autobahnbaustelle ein hoffnungsvolles Zeichen, dass es mit manchem Bauprojekt künftig vielleicht schneller gehen wird, zumindest wenn es sich um die Autobahnen handelt.

Im September wird die andere Hälfte der A516-Brücke in Sterkrade abgerissen; im Dezember soll diese Brückenhälfte dann ebenfalls neu gebaut werden, wieder im turbomäßigen Fertigteil-Verfahren. Im April 2027 soll das deutschlandweit beachtete 47-Millionen-Euro-Projekt komplett abgeschlossen sein.



































