Eigentlich sind sie es, die andere, die sich in einer ausweglosen Situation befinden, mit Aufmerksamkeit bedenken und – wenn eben möglich – mit Zeit, tollen Erlebnissen und ein wenig Glück beschenken. Doch diesmal sind sie selbst die Beschenkten – und können ihr Glück noch gar nicht fassen.

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„Hard for Kids“, der Verein, der Familien mit schwerstkranken Kindern zur Seite steht, hat den ersten Platz beim Ehrenamtspreis NRW gewonnen. Die ehrenamtlichen Mülheimerinnen und Mülheimer, die mit ihrem Engagement erst vor etwa einem Jahr gestartet sind und in diesem Jahr auch von den Spenden aus unserer Benefiz-Aktion Jolanthe profitieren, sind ganz aus dem Häuschen.
„Ich kam mir beinahe vor wie bei der Oscar-Verleihung“, sagt Melanie Webels, zweite Vorsitzende des Vereins „Hard for Kids“, als sie an die Preisverleihung des NRW-Ehrenamtspreises in Köln denkt: Ein abgedunkelter Saal, in den Sitzreihen neugieriges Publikum, das den Blick auf die Leinwand oberhalb der Bühne gerichtet hat.
Und dann geht der Film los, der das Wirken von „Hard for Kids“ und sein ausgezeichnetes Hilfsprojekt porträtiert: goldene Lettern, getragene Klaviermusik, ein Schwenk auf die Mülheimer Friedenstreppe und die Bilder, die der Mülheimer Künstler Hardy Bock dort an die Steinwände seitlich des Treppenaufgangs gemalt hat.
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Wände voller Hoffnung schenken schwerstkranken Kindern neue Lebensfreude
Eindrücklich erzählt Stefan Habermehl, erster Vorsitzender des Vereins, warum auch und gerade schwerstkranke, zumeist bettlägrige Kinder es verdient haben, ein Superheld zu sein, und mit ihren Wünschen gesehen werden sollten. „Nur auf eine weiße Wand zu starren, macht einen depressiv“, ist Habermehl überzeugt.
Deshalb hat sein Verein das Projekt „Wände voller Hoffnung“ ins Leben gerufen: Unentgeltlich entsteht auf Wunsch des Kindes ein Kunstwerk an „seiner“ Wand – sei es im Kinderzimmer oder eben dort, wo der kleine kranke Mensch sich die allermeiste Zeit aufhält. Dass das Wunsch-Gemälde genau so wird, wie es sich das Kind vorstellt, dafür sorgt der Mülheimer Künstler Hardy Bock, der präzise auf die Ideen des jungen Patienten eingeht.

Dafür, dass dieses Engagement, den Kindern und ihren Familien in der dunkelsten Zeit ihres Lebens ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und längerfristig auch eine schöne Erinnerung an den kleinen Superhelden hinterlassen wird, ist „Hard for Kids“ jetzt mit dem ersten Platz in der Kategorie Jugend des NRW-Ehrenamtspreises ausgezeichnet worden. Das Preisgeld von 300 Euro fließt, genau wie die Spenden, die bei unserer diesjährigen Benefiz-Aktion Jolanthe zusammenkommen, aufs Vereinskonto.
Ehrenamtliches Engagement rührt bei Preisverleihung zu Tränen
Der Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW (VEZ NRW) zeichnet jährlich bemerkenswerte Projekte gemeinnütziger Organisationen aus ganz Nordrhein-Westfalen in verschiedenen Preiskategorien aus. Diese Projekte zeichnen sich durch vorbildliches ehrenamtliches Engagement aus und leisten einen besonderen Beitrag zum Allgemeinwohl, heißt es in der Begründung. Ziel sei, diejenigen zu unterstützen und zu ehren, die sich ehrenamtlich für ein besseres Miteinander einsetzen.
Nur auf eine weiße Wand zu starren, macht einen depressiv.
Stefan Habermehl , Vorsitzender des Vereins „Hard for Kids“
Erinnert sich Melanie Webels an die Preisverleihung, die am Pfingstwochenende stattgefunden hat, bekommt sie jetzt noch eine Gänsehaut: „Wir kannten das fertige Video noch nicht und saßen wirklich da an dem Abend mit Tränen in den Augen, als auch noch die Fotos von Vincent gezeigt wurden.“ Vincent, der 13-Jährige aus Duisburg, leidet an einem bösartigen Hirntumor, der ihn aus seinem gewohnten Leben gerissen hat.
Herzenswunsch erfüllt: Verein schenkt schwerkrankem Jungen unvergessliche Zeit
Der Mülheimer Verein hat dem unheilbar kranken Jungen vor wenigen Wochen einen Herzenswunsch erfüllt: noch einmal zusammen mit seinen Freunden unterwegs sein, quatschen, rumalbern, eben das tun, was Teenager-Jungs so tun – und das bei einer Fahrt ans Meer.

Für Vincent eine ganz besondere, eine unwiederbringliche Zeit, für die die Mülheimer Ehrenamtlichen alle Hebel in Bewegung gesetzt hatten. Als sein Schicksal auf der Leinwand zu sehen war, sei es im Saal immer ruhiger geworden. „Irgendwann war es totenstill, da hätte man eine Nadel fallen hören können“, sagt Stefan Habermehl, so gerührt seien die Anwesenden gewesen.
Doch die Vereinsvorstellung am Abend der Preisverleihung bleibt nicht in Trübsal stecken, im Gegenteil: Als Repräsentantin der Stadt schließt die Zweite Bürgermeisterin Alexandra Hanf das Video mit herzlichen und motivierenden Worten: Das Projekt des Vereins versprühe Freude, Farbe und Zuversicht, und zeige, was Ehrenamt leisten könne. „Ihr gebt Familien mit schwerstkranken Kindern Kraft und Halt. Macht unbedingt weiter so! Mülheim ist stolz auf euch.“
„Hard for Kids“ gewinnt Preis und wird für Engagement geehrt
Dass sie erst vor etwa einem Jahr mit ihrem Verein gestartet sind, das Projekt „Wände voller Hoffnung“ sogar erst in diesem Jahr angestoßen haben und nun schon so viel Zuspruch samt Auszeichnung bekommen, macht die Vereinsgründer sprachlos und dankbar zugleich: „Dabei sind bei der Preisverleihung so viele tolle ehrenamtliche Projekte vorgestellt worden – vom Fahrradkurs für Frauen mit Migrationshintergrund bis zum Programm, um Kriminellen eine Perspektive aufzuzeigen.“
Der Mülheimer Verein „Hard for Kids“ ist durch den Gewinn des NRW-weiten Preises nun auch für den Deutschen Engagementpreis nominiert, nach eigenen Angaben die bedeutendste Auszeichnung für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland.
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Auch wenn sie unheimlich stolz sind, Trophäe und Urkunde in Händen zu halten, so sind diese nicht das Einzige, was die Mülheimer an dem Abend aus Köln mit nach Hause gebracht haben: „Es gab einen tollen Austausch mit den anderen Ehrenamtlichen, es ist ein richtiges Netzwerk entstanden.“
Patenschaften ermöglichen Wunschbilder für kranke Kinder
Ehrensache für den Vereinsvorsitzenden: „Da hilft man sich künftig auch gegenseitig. Andere Vereine haben uns schon gefragt, ob sie nicht eine Patenschaft für ,Wände voller Hoffnung‘ übernehmen können, genauso wie Firmen, Familien oder Einzelpersonen es tun können.“ So werde ermöglicht, dass das Bild nach Wünschen des schwerkranken Kindes realisiert werden kann und für die Familie keine Kosten anfallen.
„Dass wir mit dem Projekt gewonnen haben, stachelt uns an, weiterzumachen“, betont Stefan Habermehl. Und auch Melanie Webels fühlt sich bestätigt: „Wir sind immer noch ganz beseelt davon – und das wird auch noch lange anhalten.“
Unser Jolanthe-Spendenkonto, mit dem wir in diesem Jahr für den Verein „Hard for Kids“ sammeln, ist freigestaltet: Kontoname: Jolanthe, DE 05 3625 0000 0175 0342 77, Sparkasse Mülheim, Verwendungszweck: „Hard for Kids“.












