Noch einmal zusammen mit seinen Freunden unterwegs sein, quatschen, rumalbern, eben das tun, was Teenager-Jungs so tun. Für Vincent eine ganz besondere, eine unwiederbringliche Zeit, denn der 13-Jährige ist an einem bösartigen Hirntumor erkrankt, eingestuft als unheilbar.

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Sein größter Wunsch: Noch einmal mit seinen Kumpels nach Holland fahren, noch einmal das Meer sehen. Um Vincent diesen Herzenswunsch zu erfüllen, hat der Mülheimer Verein „Hard for Kids“, den diese Redaktion mit ihrer diesjährigen Jolanthe-Benefiz-Aktion unterstützt, alle Hebel in Bewegung gesetzt – mit Erfolg.
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In eine dicke Decke eingepackt, mit Wollmütze und Kapuze auf dem Kopf, sitzt Vincent in seinem Rollstuhl, um ihn herum seine besten Freunde – lässige Jungs, echte Teenager in trendigen Klamotten, die gekonnt fürs Foto posen. Bei aller Coolness aber zählt für sie im Moment nur eines: ihrem schwerstkranken Freund zur Seite zu stehen, ihn auch in den dunkelsten Stunden seines Lebens nicht alleine zu lassen.
Vincent (13) erhält schnelle Hilfe für letzten Wunsch von tatkräftigen Mülheimern
Denn Vincent leidet an einem aggressiven Hirntumor. Die Diagnose hat das Leben des Teenagers und seiner Familie erschüttert. Nach mehreren Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapien gilt seine Behandlung als palliativ. Letzte MRT-Aufnahmen zeigten, dass der Tumor massiv fortgeschritten und derzeit nicht mehr zu behandeln ist, wie eine Freundin der Familie auf dem Internetportal „gofundme“ beschreibt. Gleichwohl versuche die Familie weiterhin, mögliche Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen, die auch nur einen Funken Hoffnung bieten könnten.

Der 13-Jährige wird in seinem Zuhause vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst des Malteser Hospizes St. Raphael in Duisburg betreut. Jene Einrichtung, die der Mülheimer Verein „Hard for Kids“ unterstützt, um betroffenen Kindern und ihren Angehörigen Entlastung zu bieten und – wenn möglich – auch zu ein wenig Ablenkung, Spaß und ein paar Stunden normalem Leben zu verhelfen. Mit unserer Benefiz-Aktion Jolanthe unterstützen wir – dank der großzügigen Spenden unserer Leserinnen und Leser – in diesem Jahr den Verein „Hard for Kids“, und somit unter anderem auch das Engagement des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes.
Holland-Trip für Vincent muss wegen seiner Krankheit schnell starten
So wie im Fall von Vincent aus Duisburg. Christina Jakubiak, Koordinatorin des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes, hatte sich an den Mülheimer Verein gewandt mit der dringenden Frage, ob er helfen könne, den Kurz-Trip für Vincent und seine Freunde auf die Beine zu stellen. „Uns war sofort klar: Da fliegt die Zeit, das muss ganz schnell organisiert werden“, blickt Melanie Webels, zweite Vorsitzende des Vereins, zurück.
Denn Vincents Gesundheitszustand lasse nicht viel Spielraum. „Wenn wir erst Anträge für Gelder etwa bei Stiftungen stellen müssen, dauert das oft lange, manchmal zu lange“, macht Christina Jakubiak deutlich, warum in Vincents Fall Eile geboten war. Mit dem Mülheimer Verein an ihrer Seite, der sich gegründet hat, um Familien mit schwerstkranken Kindern zu helfen, habe das hervorragend geklappt. „Es ist wertvoll für uns, so einen Verein an unserer Seite zu haben.“

Bis in die Nacht hinein schreibt der Vereinsvorstand Mails, in denen er um Unterstützung bittet, etwa an Busunternehmen mit der Frage, ob sie den Transport der sieben Jugendlichen und sechs Erwachsenen übernehmen würden. Auch Radio Mülheim sendet spontan nach der Bitte von Melanie Webels einen Hilfsaufruf für Vincents Reise ans Meer.
Dortmunder Firma ermöglicht schwerstkrankem Jungen kostenlose Busfahrt ans Meer
Die ersten Rückmeldungen aber, die „Hard for Kids“ erhält, sind eher ernüchternd, schildert Webels. „Bis zwei Tage vor der Abfahrt hatten wir immer noch keinen Transport gefunden. Manche haben Preise von bis zu 2800 Euro für die Fahrt aufgerufen.“ Ganz anders die HTS Logistik aus Dortmund. „Dort hieß es sofort: ,Wir fahren die Kinder‘ – und das kostenlos‘“, freut sich die Vereinsvorsitzende über die Hilfe. Zumindest die Übernachtung des Busfahrers wollte der Mülheimer Verein aber bezahlen, doch auch das lehnte das Unternehmen ab.
Uns war sofort klar: Da fliegt die Zeit, das muss ganz schnell organisiert werden
Melanie Webels, Zweite Vorsitzende des Mülheimer Vereins „Hard for Kids“
Mitfinanziert hat der Mülheimer Verein hingegen die Unterbringung der Gruppe aus dem Ruhrgebiet in einem Bungalowpark an der niederländischen Küste. Jeweils zur Hälfte haben „Hard for Kids“ und das ambulante Kinder- und Jugendhospiz die Kosten getragen. Bei der Suche nach einer passenden Unterkunft habe das Reisebüro „Zeit für Meer“ mit Sitz in der Mülheimer Altstadt schnell und unbürokratisch geholfen. Mit vollem Erfolg: Mitte März verbrachte die Jungs-Clique ihr gemeinsames Holland-Wochenende.
Gemeinsam Großes erreichen: Vincents Herzenswunsch wurde von Mülheim aus erfüllt

„Es begann ein kleines Wunder zu wachsen“, beschreibt Melanie Webels die Hilfe vieler Akteure, die wie Rädchen ineinandergriffen, um Vincent seinen Herzenswunsch zu erfüllen. „Diese Geschichte zeigt, was passieren kann, wenn Menschen Hand in Hand arbeiten, wenn viele kleine Gesten zusammen etwas Großes möglich machen.“ Doch auch vor Vincents Freunden, den Jungs im Teenager-Alter, die ihren kranken Kumpel nicht im Stich lassen, zieht Melanie Webels den Hut: „Das sind wirklich Freunde fürs Leben.“
Weitere Infos: hard-for-kids.de, Kontakt per Mail: Info@hard-for-kids.de. Unser Jolanthe-Spendenkonto, mit dem wir in diesem Jahr für den Verein „Hard for Kids“ sammeln, ist freigestaltet: Kontoname: Jolanthe, DE 05 3625 0000 0175 0342 77, Sparkasse Mülheim, Verwendungszweck: „Hard for Kids“ .








