Familien, deren Alltag überschattet ist durch die schwere, teils aussichtslose Krankheit eines Kindes, kleine Momente der Unbeschwertheit zu verschaffen, ist das Ziel des Mülheimer Vereins „Hard for Kids“. Ihn unterstützen wir in diesem Jahr mit unserer Benefiz-Aktion Jolanthe. Nun steigt der Mülheimer Künstler Hardy Bock mit einer farbenprächtigen Idee ein und möchte das betrübte Leben betroffener Familien ein wenig bunter machen – mit „Wänden voller Hoffnung“. Dabei mithelfen, dass die Träume der schwerstkranken Kinder wahr werden, kann indes jeder.

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Eine bärenstarke Superheldin, ein zuckersüßes Einhorn, eine farbenfrohe Fantasiegestalt, die Zauberkräfte hat – oder das kleine Ich, das als Unsterblicher von der Wand blickt. Hardy Bock, selbst Vater einer sechsjährigen Tochter, kann sich eine Menge vorstellen, was er nach den Ideen der Kinder mit Farben und Pinseln in ihr Leben bringt – sei es ins heimische Kinderzimmer, in einen Krankenhausflur oder in die Räume eines Hospizes, je nachdem, wo sich das Kind aufhält. Oberstes Gebot: Allein das Kind entscheidet über das Motiv.
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Projekt „Wände voller Hoffnung“ soll Familien mit kranken Kindern Mut bringen
Die Idee zu dem Projekt entstand, nachdem unser Artikel über den schwerstbehinderten Milo und seine Familie erschienen war. Milo, knapp sechs Jahre alt, liebt Spider-Man und den entsprechenden Sticker an seiner Kinderzimmerwand und kann sogar ein Geräusch machen, das klingt wie der Superheld, wenn er Spinnennetze aus seinen Handgelenken schießen lässt. Durch seine mehrfache Behinderung ist Milo genau wie sein großer Bruder Jonas pflegebedürftig, der Alltag also alles andere als einfach. Die Familie wird vom ambulanten Kinderhospizdienst betreut. Der Dienst wird durch Spenden des Mülheimer Vereins „Hard for Kids“ unterstützt, dem in diesem Jahr wiederum die Spenden unserer Benefiz-Aktion Jolanthe zufließen.

Besonders für Kinder, die aufgrund ihrer Erkrankung so stark eingeschränkt oder gar bettlägerig sind und oft stundenlang nur an die Decke oder auf kahle, weiße Wände blicken, könne optischer Input eine wahre Wohltat sein, ist Hardy Bock überzeugt. Deshalb ist er mit seiner Idee der Bildpatenschaft auf den Verein „Hard for Kids“ zugegangen – und im Handumdrehen stand ein Konzept, das jetzt auf Umsetzung wartet.
„Für die Familien ist das Projekt kostenfrei; ermöglicht wird es über Patenschaften von Unternehmen oder Privatpersonen, die eine Patenschaft für das Kunstwerk übernehmen“, erklärt Stefan Habermehl, der Vereinsvorsitzende und Ideengeber von „Hard for Kids“.
Von Mülheim aus: Individuelle Heldenbilder spenden kranken Kindern Hoffnung
„Es gibt doch nichts Schöneres, als zu sehen, wie ein Kind für eine Idee brennt, zum Beispiel für Spider-Man, oder sich wünscht, als Fee dargestellt zu werden – und wie es dann strahlt. Das Kind bekommt das Bild, das ihm Hoffnung schenkt“, skizziert Bock, der vor einigen Jahren stadtweit die rund 150 Altkleidercontainer der Diakonie mit bunten Wesen aufgehübscht hat.
Ganz bewusst könne das Kind den Entstehungsprozess seines Bildes miterleben: „Es sieht, wie das Motiv wächst, als ob es der Blume beim Wachsen zuschaut.“ Das mache einen großen Unterschied dazu, wenn etwa nur ein Poster aufgehängt wird. So könne er auch kurzfristig neue Impulse des Kindes einfließen lassen – „ganz anders, als wenn ich im Atelier arbeite und schließlich das fertige Bild hinterm Vorhang hervorzaubere. Das wird nicht nur ein Bild, sondern eine Geschichte, die erzählt wird.“
Kinder, die fit genug sind, mitzumalen, bekommen einen Pinsel in die Hand gedrückt, freut sich der Mülheimer Künstler schon auf sein Co-Working. Kleine Patienten, die das nicht können, könnten stattdessen aber vielleicht mit einem Hand- oder Fußabdruck in ihrem Kunstwerk verewigt werden.
Geschwisterkinder von kleinen Patienten werden beim Wunschbild einbezogen
Der Verein „Hard for Kids“ fand die Idee direkt absolut passend, denn, so Melanie Webels, die zweite Vorsitzende: „Wenn jemand spendet, möchte er wissen, dass sein Geld auch ankommt. Hier hat man etwas Greifbares, kann sehen, wofür das Geld verwendet wird, es wird Transparenz geschaffen.“ Wer für eine Wand der Hoffnung spendet, soll zudem einen Abzug von dem Bild bekommen. „Aber die Privatsphäre der Familie und das Umfeld des Kindes werden geschützt“, betont Melanie Webels.
Denkbar wäre beispielsweise auch, dass Spenden durch Gruppen, etwa durch Kollegenkreise zusammenkommen, die auf ihrer Firmenfeier sammeln, oder über Familien, die gemeinsam spenden, anstatt sich gegenseitig teure Weihnachtsgeschenke unter den Baum zu legen: „So können sich Menschen zusammentun für eine gute Sache.“ Hilfreich könne etwa auch sein, wenn etwa ein Malerbetrieb kostenlos Farbe zur Verfügung stellt. Ebenso wäre ein Experte willkommen, der dem Verein für das Projekt „Wände voller Hoffnung“ beim Thema Lizenzrecht zur Seite stehen würde.
Ist ein Kind schwerstkrank, betrifft das die gesamte Familie. Geschwister müssen dann nicht selten zurückstecken
Stefan Habermehl, „Hard for Kids“
Im Fokus aber stehen, wie bei jeder Unterstützung durch „Hard for Kids“, Kinder: „Jedes Kind hat seinen Helden verdient“, betont Stefan Habermehl, der aber auch die Geschwisterkinder nicht außen vor lassen will. Denn: „Ist ein Kind schwerstkrank, betrifft das die gesamte Familie. Geschwister müssen dann nicht selten zurückstecken.“ Daher soll auch das Geschwisterkind sein Wunschbild von Hardy Bock bekommen. „Damit keine Neidsituation entsteht, der Bruder oder die Schwester im Schatten steht, und auch ein Stückchen Licht erfahren kann.“ Und die kleinen Patienten könnten im Idealfall nicht nur einen Hoffnungsschimmer schöpfen, sondern im besten Fall eigene Superkräfte entwickeln, wenn sie denken: „Super-Man macht mich wieder gesund.“
Mülheimer Verein finanziert erstes Projekt und plant mögliche Ausweitung
Den Startschuss gibt der Verein selbst: Die erste Patenschaft für das erste Projekt wird vom Verein finanziert, um zu zeigen, was möglich ist. „Wenn es einmal gesehen wird, wird sich viel mehr auftun“, ist Stefan Habermehl überzeugt. Das Projekt beschränkt sich zunächst auf Nordrhein-Westfalen, um die Fahrtwege und den organisatorischen Aufwand stemmbar zu halten, schließt aber eine spätere bundesweite Ausweitung nicht aus.
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Kindern in einer ausweglos erscheinenden Situation ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, habe selbst schon fast die Macht zu einer Superkraft. Auch wenn der kleine Patient eines Tages vielleicht nicht mehr da ist – die Erinnerung an das Stück Glück, die Spuren des kleinen Superhelden werden überdauern, sind sich die Initiatoren sicher.
Familien, die sich ein Wandbild von Hardy Bock für ihr krankes Kind wünschen, können sich beim Verein „Hard for Kids“ melden, ebenso jeder, der die Ideen des Vereins unterstützen möchte: hard-for-kids.de, Mail: Info@hard-for-kids.de.
Unser Jolanthe-Spendenkonto, mit dem wir in diesem Jahr für den Verein „Hard for Kids“ sammeln, ist freigestaltet: Kontoname: Jolanthe, DE 05 3625 0000 0175 0342 77, Sparkasse Mülheim, Verwendungszweck: „Hard for Kids“ .











