Ja zu Olympia! In 16 von 17 NRW-Städten gingen die Ratsbürgerentscheide über eine Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 (zum Teil deutlich) positiv aus. Allein Herten erreichte aufgrund einer zu niedrigen Wahlbeteiligung nicht das erforderliche Quorum. Wer springt nun ein, um die dort geplanten Mountainbike-Wettbewerbe durchzuführen? Vielleicht sogar Mülheim?

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Diese Möglichkeit hatte nun jedenfalls die Fraktion FDP/BAMH ins Spiel gebracht. „Sehr kurzfristig muss jetzt geprüft werden, ob die Mountainbikestrecke auch in Mülheim eingerichtet werden könnte“, sagte deren Sportsprecher Frank Wagner. Konkrete Flächen nannten die Lokalpolitiker in einem Antrag für den Sportausschuss nicht.

Mülheim und Olympia: „Mir hat das Engagement gefehlt, da mit im Boot zu sitzen“

„Vielleicht gibt es irgendwo am Flughafen eine Freifläche, die man für den Zeitraum olympiatauglich machen könnte“, sagt Wagner. Die Möglichkeit, für Herten einzuspringen, betrachtet er „wie einen Ball, der auf dem Elfmeterpunkt liegt. Mir hat bislang ein bisschen das Engagement gefehlt, da mit im Boot zu sitzen, wenn schon die Chance besteht, dass die Olympischen Spiele in unsere Region kommen.“

Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen Spiele
In Köln hatten Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und andere Vertreter des Landes am späten Sonntagabend das „Ja“ zu Olympia vor der in den olympischen Farben beleuchteten Hohenzollernbrücke gefeiert.© Christoph Reichwein/dpa | Christoph Reichwein

Mülheims Stadtverwaltung hat nach Informationen von Sportdezernent David Lüngen Kontakt zur Staatskanzlei aufgenommen, bekam dort aber auch nur die Information, dass Recklinghausen sich nun bereit erklärt, nach Hertens Ausscheiden als alleiniger Ausrichter zu fungieren. Ursprünglich sollten die Mountainbike-Wettbewerbe gemeinsam mit Recklinghausen auf der Halde Hoheward ausgerichtet werden. „Recklinghausen steht zum Sport. Wir haben heute dem Land, dem Ministerpräsidenten persönlich, aber und allen anderen signalisiert: Wir sind bereit es alleine zu machen“, teilte Bürgermeister Axel Tschersich (SPD) bei Instagram mit.

Darüber hinaus gibt es noch eine Alternative, zu der sich die Staatskanzlei aber nicht öffentlich äußern möchte. Möglicherweise handelt es sich um Bottrop. Die Stadt hatte sich früh nach dem Bekanntwerden, dass Herten nicht das erforderliche Quorum erreicht, mit der Halde Haniel als Austragungsort in Stellung gebracht. Das finale Konzept muss bereits am 4. Juni stehen. Mülheim wird dann kein Teil der Olympia-Planungen sein.